Winterpneus statt Ganzjahresreifen

Die ersten Vorboten kündigen es an: Der Winter hat uns schon bald wieder voll im Griff. Für genügend Grip und sicheres Vorankommen auf verschneiten Strassen sind Winterpneus im Toggenburg unabdingbar.

Thomas Geissler
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TOGGENBURG. Der erste Schnee erinnert daran, dass es an der Zeit ist, die Bereifung des Fahrzeugs an die Witterungsbedingungen der nächsten Monate anzupassen. Sicher sind auf glatten und verschneiten Strassen nur geeignete Winterpneus. Zwar gibt es keine gesetzliche Regelung, die die Art der Bereifung näher definiert, doch ist Vorsicht geboten. Denn wer bei entsprechender Witterung ohne angepasste Bereifung unterwegs ist, riskiert bei der Verursachung einer Verkehrsbehinderung oder der Gefährdung anderer eine hohe Busse.

Ausserdem kann der Fahrzeuglenker im Falle eines Unfalls zur Mithaftung herangezogen werden. Aus diesem Grund sollten sich Fahrzeuglenker schon frühzeitig vor dem ersten Schneefall um das Aufziehen der Winterpneus kümmern. Denn sind die ersten Flocken erst vom Himmel gefallen, werden die Termine zum Wechseln der Pneus in den Garagen eng.

Einlagerung im Trend

«Die Saison ist bei uns eigentlich schon losgegangen», erläutert Rolf Egloff, Geschäftsinhaber der Gill-Garage AG, Ebnat-Kappel. Die ersten kommen schon im September, um ihr Fahrzeug winterfit zu machen. Denn wie die aktuelle Wetterlage unter Beweis stellt, kann es schon im Oktober zu ersten Schneefällen kommen, und dann wird es zeitlich eng. «Wenn der erste Schnee fällt, kommen wesentlich mehr Leute», so Rolf Egloff. Gleiches stellt auch Marc Hollenstein vom Pneuhaus Wattwil fest. Die ersten Flocken sind dann eine Art Warnschuss für die Leute. «Allerdings beginnt der Wechsel auf Winterpneus bei uns immer schon Anfang Oktober», erklärt Marc Hollenstein. Die neue Palette an modernen Pneus wartet schon seit September in den Garagen auf Kundschaft. Äusserst bequem ist dabei die Nutzung der Einlagerung der Pneus durch die Garage. Viele der Automobilisten nutzen dieses Angebot mittlerweile. Schliesslich nahmen Ausmasse und Gewicht der Räder in den letzten Jahren stetig zu. So sind die Reifendurchmesser heute meist über 15 Zoll und die Breite über 195 Millimeter. «Die Räder werden dadurch immer schwerer und grösser», so Rolf Egloff. Das macht das Pneuschleppen aus dem eigenen Keller oder der Garage mühseliger. Hinzu kommt, dass der Fachmann bei der Montage des Rades dieses auch gleich noch für eine ruhige Fahrt auswuchten kann. In der Gill-Garage AG lagern etwa 60 bis 70 Prozent der Kunden ihre Pneus ein, weiss Rolf Egloff. Im Pneuhaus Wattwil nutzen bis zu 250 Personen diesen Service. «Wir haben aber noch Kapazitäten nach oben», berichtet Marc Hollenstein. Eine Besonderheit dieses Services ist es, dass der Kunde schon bei der Einlagerung der Winterpneus am Ende der Saison neue Reifen für den kommenden Winter ordern kann und diese dann auf jeden Fall schon im August bis September bereitstehen und auf die Felgen gezogen werden.

Winterreifen bevorzugt

Im Toggenburg setzen die Automobilisten auf Winterpneus. Ganzjahresreifen liegen in der Region nicht im Trend. «Wir empfehlen im Toggenburg keine Ganzjahresreifen», erklärt Marc Hollenstein. «Diese bauen nicht genug Grip auf und sind eher für schneeschwache Regionen gedacht», so der Fachmann. Diese Problematik zeigen auch die Tests des TCS. So waren auf verschneiten und vereisten Fahrbahnen die Ganzjahresreifen den echten Winterpneus unterlegen.

Profil und Pneualter beachten

Auch im Blick auf die Qualität der Gummis gehen Autofahrer im Toggenburg keine Kompromisse ein. «Ich empfehle in jedem Fall Markenreifen», so Rolf Egloff. «Schlechte Winterpneus sind die schlechteste Option in unseren Breitengraden.» Hier zu sparen wäre fatal. Ausserdem sollten die Gummis nicht älter als fünf Jahre sein, und das Profil sollte nicht weniger als 4 Millimeter betragen, auch wenn der Gesetzgeber nur 1,6 Millimeter vorschreibt. Wer schon einmal nagelneue Pneus mit über 8 Millimeter Profil gefahren ist, wird wissen, wie vorbildlich die Haftung gegenüber älteren Reifen mit einer sehr geringen Profiltiefe ist. Das Alter des Pneus erkennt man an der sogenannten DOT-Nummer. Dabei stehen die letzten vier Ziffern für die Produktionswoche und das Produktionsjahr. Bei zu alten Reifen verhärtet das Material und bietet keine ausreichende Haftung mehr.

Welcher Reifen mit welcher Grösse nun für das eigene Fahrzeug geeignet ist, erfährt man am besten bei einer Beratung beim Fachmann. Auch beim TCS kann man sich über die Qualität eines Reifenproduktes kundig machen. Jedes Jahr testet der Touringclub die gängigen Reifenmarken auf Herz und Nieren, so auch in der aktuellen 40. Ausgabe. Schon an den Messwerten für Bremsweg und Zugkraft trennt sich die Spreu vom Weizen.

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