Win-win-Situation Nischenarbeitsplatz

Antonio strahlt über beide Ohren. Er hat heute seine Abschlussprüfung, den so genannten Augenschein, als Gärtnereiarbeiter in der von der IV finanzierten Ausbildungsstätte Auboden erfolgreich bestanden.

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Antonio strahlt über beide Ohren. Er hat heute seine Abschlussprüfung, den so genannten Augenschein, als Gärtnereiarbeiter in der von der IV finanzierten Ausbildungsstätte Auboden erfolgreich bestanden. Er konnte zeigen, was er in den letzten zwei Jahren gelernt hat: Stecklinge setzen, Rabatten und Kisten bepflanzen und vieles mehr. Nun freut sich Antonio riesig auf den 9. Juli. Dann darf er zusammen mit seinen Eltern sein Anlehrdiplom entgegennehmen. Was danach kommt, ist für ihn noch unsicher.

Zusammen mit der Fachstelle Berufliche Integration der Ausbildungsstätte Auboden hat er sich an mehreren Orten beworben. Bis jetzt hat er noch keine positive Zusage erhalten.

Um die Kosten der IV und anderer Sozialversicherungen zu minimieren wird der Arbeitsintegration in der Schweiz seit der letzten IV-Revision von Politik und Gesellschaft besonders betont. Aber auch für die betroffenen jungen Menschen ist es wichtig, dass sie gebraucht werden. Dafür würden sie alles geben.

Einen so genannten Nischen- oder Integrationsarbeitsplatz zu finden, ist aber in der Praxis für Berufseinsteigende mit praktischer Ausbildung besonders schwierig, da diese Plätze rar sind. Dabei braucht es in den meisten Fällen nicht viel: ein faires Arbeitsklima sowie eine zuständige Bezugsperson im Betrieb, die ein wenig mehr Zeit und Geduld für Erklärungen und Anleitungen aufbringt.

Dafür erhalten die Arbeitgebenden motivierte Mitarbeitende, welche sich mit dem Betrieb identifizieren und gleichzeitig eine Realität aufzeigen: die Tatsache, dass alle Menschen unterschiedlich leistungsfähig sind. Betriebe, die Nischenarbeitsplätze anbieten, übernehmen einen Teil der gesellschaftlichen Verantwortung: Die Sozialkosten sinken, das Selbstwertgefühl der jungen Menschen steigt und die Mitarbeitenden können ihre Sozialkompetenzen erweitern.

Nebst der Begleitung der Lernenden ist die Fachstelle Berufliche Integration der Ausbildungsstätte Auboden auch Ansprechpartner für Fragen und Bedürfnisse von Arbeitgebern, welche bereits Nischenarbeitsplätze anbieten oder ein solches Engagement in Erwägung ziehen. Damit Arbeitgeber auch finanziell nicht alleine dastehen, besteht im Rahmen der IV die Möglichkeit, zum Beispiel eine spezielle Einarbeitungszeit oder eine mögliche Leistungsbeeinträchtigung über IV-Leistungen zu finanzieren.

Mit Antonio schliessen dieses Jahr 15 weitere Jugendliche ihre zweijährige Ausbildung in den Bereichen Gärtnerei, Floristik, Küche, Hauswirtschaft und Hauswartung im Auboden ab. Nächstes Jahr werden es rund zehn Jugendliche mehr sein. Angebote von Nischenarbeitsplätzen sind jederzeit herzlich willkommen. Bei Fragen kann unverbindlich mit der Fachstelle Berufliche Integration Kontakt aufgenommen werden.

Gerda Züger, Andreas Kempter, Fachstelle Berufliche Integration der Ausbildungsstätte Auboden

Weitere Informationen unter Telefon 071 378 60 10, berufsintegration@auboden.ch, www.auboden.ch

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