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Willy Rupf aus Speicher: Ein Künstler, der stets seinen eigenen Weg gegangen ist

Das Museum für Lebensgeschichten in Speicher präsentiert eine Auswahl der Werke von Willy Rupf. Die Ausstellung zeigt die verschiedenen Facetten des mittlerweile 86-Jährigen – als Künstler wie auch als Mensch.
Claudio Weder
Er wird das Weltgeschehen weiterhin beobachten: Maler und Gestalter Willy Rupf aus Speicher. (Bild: Claudio Weder)

Er wird das Weltgeschehen weiterhin beobachten: Maler und Gestalter Willy Rupf aus Speicher. (Bild: Claudio Weder)

Er sei kein Mann der grossen Worte, sondern ein Mann des Pinsels, sagt Willy Rupf, während er gemeinsam mit seiner Frau Ursi durch die Ausstellung im Museum für Lebensgeschichten in Speicher schlendert. Hie und da hält er vor einem seiner Aquarelle inne, in Erinnerung versunken, mit einem stillen Ausdruck von Freude im Gesicht. Wie ausdrucksstark sein Pinselstrich ist, zeigt sich mit Blick auf die ausgestellten Werke, die – als Ganzes – nicht nur Spiegel einer eigenwilligen künstlerischen Laufbahn sind, sondern gleichzeitig eine Lebensgeschichte erzählen: von einem Menschen, der stets seinen eigenen Weg gegangen ist.

Die Bilder für die Ausstellung auszuwählen und zusammenzustellen, habe eine lange Zeit in Anspruch genommen, erzählt Ursi Rupf. Schliesslich habe ihr Mann in seiner fast 60-jährigen Schaffenszeit ein reiches Werk hinterlassen. «Das Sichten der Werke war eine sehr spannende Zeit, da ich immer wieder neue Facetten meines Mannes entdeckte», sagt Ursi Rupf, ihrerseits bekennender Fan und gleichzeitig grösste Kritikerin ihres Mannes. «Willy ist also auch nach 52 Jahren Ehe immer noch für eine Überraschung gut», sagt sie mit einem Schmunzeln.

Abseits des Mainstreams

Als Künstler ist der mittlerweile 86-Jährige stets seinen eigenen Weg gegangen. Er nahm Abstand von den Modeströmungen seiner Zeit. Das Abstrakte sei nie seine Welt gewesen. «Sein Werk zeichnet sich durch eine grosse Vielfalt und Kreativität aus», lobt Ursi Rupf und hebt dabei gleichzeitig seine Sensibilität und Wachsamkeit als kritischer Beobachter des Zeitgeschehens hervor. Viele der politischen und religiösen Themen, die Willy Rupf in seinen Werken verarbeitet hat, seien auch heute noch aktuell.

Für Willy Rupf war es stets wichtig, die Welt so aufzuzeigen, wie er sie sieht: «Ich wollte mitteilen, was mich bewegt.» Das gelang ihm mit den unterschiedlichsten gestalterischen Formen: Bleistiftskizzen, Ölbilder, Aquarelle. Realistisches wechselt sich mit fantasievollen Traumbildern. Porträts, welche die Zerbrechlichkeit menschlicher Beziehungen in den Vordergrund rücken, folgen auf Landschaftsbilder.

In Letzteren bringt er vor allem eines zum Ausdruck: seine Reiselust, die ihn um die halbe Welt führte. So kommt es, dass er auf seinen Bildern weniger seine Heimat abbildet, sondern Eindrücke von seinen Reisen in den Jemen, nach Ägypten oder Griechenland. «Es waren vor allem die fremden Kulturen, die mich immer interessierten», sagt Rupf.

Den Traumberuf erlernt

Auch beruflich ist Willy Rupf von Anfang an seinen eigenen Weg gegangen, indem er sich seinen Jugendwunsch, eine gestalterische Laufbahn einzuschlagen, erfüllte. Nach der Sekundarschule absolvierte er parallel zur Kunstgewerbeschule eine Lehre als Dekorationsgestalter. Darauf folgten die obligaten Wanderjahre, die ihn nach Basel, Turin und Paris führten. Wieder zurück in der Schweiz, eröffnete Rupf im Jahr 1957 in St. Gallen ein Atelier für dreidimensionale Werbegestaltung. Daneben erfüllte er einen Lehrauftrag an der Schule für Gestaltung. Im Jahr 1980 zog er von St. Gallen nach Speicher, wo er seither mit seiner Frau wohnt.

2014 dann der Rückschlag: Willy Rupf wurde krank, ist seither körperlich eingeschränkt, malt keine Bilder mehr. Doch nichtsdestotrotz bleibt er ein sensibler Beobachter des Zeitgeschehens, der den Blick auf den Gang der Dinge richtet – in einer Welt, in der er manches gerne verändert sähe.

Hinweis

Am Samstag, 3. November, um 17 Uhr, findet die Vernissage im Museum für Lebensgeschichten in Speicher statt. Die Ausstellung dauert bis 30. April 2019.

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