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Willy Fries wirkt weiter

Das Gemeindehaus Wattwil ist bald auch ein Museum: Am Freitag, 4. November, wird auf vier Geschossen eine öffentlich zugängliche Ausstellung mit Werken des Wattwilers Willy Fries (1907 bis 1980) eröffnet.
Anina Rütsche
Silvan Altermatt von der Stiftung Willy Fries Wattwil freut sich, das Bild mit dem Christophorus, das der Künstler für die Landesausstellung 1939 angefertigt hat, im Gemeindehaus zu zeigen. (Bild: Anina Rütsche)

Silvan Altermatt von der Stiftung Willy Fries Wattwil freut sich, das Bild mit dem Christophorus, das der Künstler für die Landesausstellung 1939 angefertigt hat, im Gemeindehaus zu zeigen. (Bild: Anina Rütsche)

Es ist fast vier Meter hoch und rund zwei Meter breit. Und es ist schwer, sehr schwer sogar, 150 Kilogramm . Die Rede ist vom Tafelbild mit dem Titel «Christophorus», Mischtechnik auf Holz. Geschaffen hat es einst der 1980 verstorbene Wattwiler Kunstmaler Willy Fries. Es war sein erstes Auftragswerk, 1939 für die Landesausstellung in Zürich, wo es in einem vom Frauenbund betriebenen Restaurant zu seinem Auftritt kam. Seit kurzem hängt das imposante Werk im Gemeindehaus Wattwil. Möglich gemacht hat das Silvan Altermatt, Werkverantwortlicher der Stiftung Willy Fries Wattwil. Um das imposante Bild in die Höhe zu ziehen und an den Geländern der Brüstung zu befestigen, habe es die Kraft von drei Männern vom Baudienst der Gemeinde gebraucht.

Existenz, Präsenz, Epoche und Impulse zeigen

Zwar ist Silvan Altermatt selbst kein Toggenburger – er, breiten Berner Dialekt redend, kommt aus dem Emmental. Doch durch die Freundschaft mit dem Toggenburger Komponisten und Musiker Peter Roth hat der Architekt vor über einem Jahrzehnt zum Schaffen von Willy Fries gefunden. Seither engagiert er sich dafür, dass dieses nicht in Vergessenheit gerät. «Endlich kehren diese Bilder zu ihren Wurzeln zurück», freut sich Silvan Altermatt, während er seinen Blick über die sich im Aufbau befindende Ausstellung schweifen lässt. Bis zur Vernissage am 4. November muss alles bereit sein, und es gibt an diesem düsteren Oktobernachmittag noch einiges zu tun. «Zum Glück», sagt Silvan Altermatt, «ist hier die Beleuchtung ideal. Das Gebäude ist wie geschaffen für ein solches Projekt, es könnte gut als Museum durchgehen.»

Auf vier Geschosse verteilt hängt der Werksverantwortliche gemeinsam mit einer Assistentin von der Stiftung insgesamt 100 Einzelwerke in 80 Rahmen auf – Landschaftsmotive, Stillleben, Passionsmotive, Porträts, Selbstporträts, Studienarbeiten. Gemalt und gezeichnet, skizziert und später grossflächig umgesetzt. Ältere Besucherinnen und Besucher werden auf den Darstellungen aus den 1940er- und 1950er-Jahren Persönlichkeiten aus Wattwil und Umgebung erkennen, unter anderem die Gemeindeschwester Marie Brunner und den Baumeister Hans Züst.

Silvan Altermatt hat die Werke nach Themen geordnet, um Willy Fries und sein Schaffen genauer zu charakterisieren. Im Erdgeschoss, bei der Christophorus-Darstellung und zwei Vitrinen mit Frühwerken, lautet das Motto «Seine Existenz». Steigt man eine Etage höher, so befindet man sich im Bereich «Seine Präsenz». Das zweite Obergeschoss trägt den Titel «Seine Epoche», zuoberst im dritten Stock geht es um «Seine Impulse», wozu Willy Fries' Familie gehört: Seine Frau Dorothea, die Kinder Salome, Ueli und Christoph. Auch bewegte Bilder erhalten in der Ausstellung einen Platz. In einer Filmkabine in einem der Flure werden unter anderem Willy Fries' Produktion «Gib uns Frieden» sowie ein Künstlergespräch vom Schweizer Fernsehen abgespielt. Beide Aufnahmen stammen aus den 1960er-Jahren.

Trotz hübschen Rahmen und Präsentation mit Passepartouts: Einige der gezeigten Bilder sehen unvollendet aus. Und das ist bewusst so gehalten. Silvan Altermatt erklärt: «Ich habe auch Entwürfe für die Ausstellung ausgewählt, um den Entstehungsprozess aufzuzeigen. Oftmals gefallen mir diese sogar besser als die ausgearbeiteten Versionen.»

Das Schaffen aus neuer Perspektive kennenlernen

Laut Silvan Altermatt war Willy Fries übrigens ein Expressionist, wenn auch kein typischer. «Hie und da ist bei ihm die kraftvolle Gestaltungsweise erkennbar, die zu dieser Stilrichtung gehört. Allerdings blieb Fries in seiner Farbgebung immer nahe am natürlichen Vorbild, während viele andere Künstler dieser Zeit davon abwichen», so der Experte. Ihm sei es ein Anliegen, den Leuten – insbesondere den jüngeren – Willy Fries' Bilderwelten näherzubringen, sagt Silvan Altermatt.

«Und wer bereits damit vertraut ist, kann sie hier aus einer anderen, neuen und überraschenden Perspektive kennenlernen.»

Die öffentliche Vernissage findet am Freitag, 4. November, 19 Uhr, statt – dies mit Führung, Apéro und einem Auftritt des Oberstufenchors unter der Leitung von Rico Roth. Die Ausstellung dauert bis zum 31. März 2017. www.willy-fries.ch

Willy Fries Selbstporträt in jungen Jahren (Bild: PD)

Willy Fries Selbstporträt in jungen Jahren (Bild: PD)

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