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Willkommen in «Müllwil»

An Abfalleimern fehlt es rund um die Socar-Tankstelle an der Zürcherstrasse 7 nicht. Trotzdem wird Abfall ungeniert ins Gebüsch oder direkt auf die Parkplätze geworfen, meldete eine Leserin der «Wiler Zeitung».
Jonas Manser
Die wenigen Schritte bis zum nächsten Abfalleimer waren wohl zu weit: Der Abfall auf der Wiese bei der Socar-Tankstelle an der Zürcherstrasse. (Bild:PD)

Die wenigen Schritte bis zum nächsten Abfalleimer waren wohl zu weit: Der Abfall auf der Wiese bei der Socar-Tankstelle an der Zürcherstrasse. (Bild:PD)

Jonas Manser

jonas.manser@wilerzeitung.ch

Auf Parkplätzen stehen keine Autos, sondern Papiertaschen mit Abfall. Auf Wiesen blühen nicht die Blumen, sondern es wächst der Müllberg. Ganz in der Manier: Die Welt ist mein Abfalleimer. Besucher der Tankstelle oder Gruppen, die sich im Areal treffen, nehmen es mit der gesellschaftskonformen Entsorgung ihres Mülls nicht so genau.

Das abfallschluckende Gebüsch

Da hilft der tägliche Rundgang der Socar-Tankstellenangestellten nicht viel. Jeweils am Morgen sammeln zwei Angestellte den Abfall des vergangenen Tages auf. Eine besorgte Leserin machte die «Wiler Zeitung» auf den traurigen Zustand bei der Tankstelle aufmerksam. Meistens am Abend bei schönem Wetter beobachtete sie beim Tankstellenareal kleinere Gruppen, die ihren Müll auf das Wiesenstück oder direkt auf die Parkplätze schmeissen. Es blieb ihr nichts Anderes übrig, als den Abfall selbst zu entsorgen. Aber auch nach mehrmaligem Aufräumen verbesserte sich die Situation nicht. Genervt sprach sie dann einige Jugendliche an und bat sie freundlich, «ob sie so nett wären, ihre Dosen nicht auf die Wiese zu werfen». Er habe die Dosen nur ins Gebüsch geworfen, nicht auf die Wiese, habe einer der Jugendlichen aus der Gruppe ernsthaft geantwortet.

«Er klang so, als wäre es ihm gar nicht bewusst gewesen, dass er etwas Falsches gemacht hat.» Danach habe der Jugendliche jedoch seine ins Gebüsch geworfene Dose in einen der vielen Abfalleimer an der Tankstelle entsorgt. «Ich verstehe nicht, wieso Leute – umgeben von Abfalleimern – trotzdem alles einfach auf den Boden werfen», sagt die Leserin.

Littering ist kein neues Problem

«Littering ist ein Problem, das immer wieder auftaucht», sagt Stefan Hauser, Fachstelle Kommunikation der Stadt Wil. Jedoch gäbe es keine spezifischen Orte in der Stadt, in denen es besonders ein Thema wäre. Die Stadt Wil stellte um das Jahr 2000 eine Zunahme des Litterings fest. Die Situation habe sich dann aber ab 2007 beruhigt und Littering sei mittlerweile sogar rückgängig. Am meisten betroffen seien öffentliche Orte, an denen sich abends oder in der Nacht Leute aufhalten. Als Beispiel nennt Hauser den Stadtweier oder auch das belebte Bahnhofsareal. Als Massnahme unternimmt die Stadt seit 2001 täglich, im Sommer sogar mehrmals täglich, Abfalltouren. Zudem werden Massnahmen zur Prävention ergriffen, wie Anti-Littering-Kampagnen mit Aufklebern und Plakaten oder «Abfallunterricht» an den Schulen. Die Stadt Wil tausche sich unter anderem im Litteringforum des Kantons Thurgau aus, an dem sie sich als St. Galler Grenzgemeinde beteiligt.

Auf nationaler Ebene zeichne sich ebenfalls eine Entwicklung ab, so Hauser. Gemäss einer parlamentarischen Initiative, die vom Freiburger Nationalrat Jacques Bourgeois eingereicht worden ist, soll eine nationale Litteringbusse eingeführt werden. Zuständig für die Erhebung solcher Litteringbussen wäre dann die Polizei.

Die Schweiz gilt als äusserst sauberes Land. Einen grossen Beitrag zur Sauberkeit leisten die institutionellen Einrichtungen, die unsere Strassen sauber halten. Aber auch das Verhalten jedes einzelnen Bewohners trägt dazu bei. Dies sind sich einige anscheinend nicht vollständig bewusst.

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