Willkommen in der Männerrunde!

Beim Jahreswechsel von 2012 auf 2013 war ich überzeugt, ein besonders spannendes Jahr vor mir zu haben. Eine Sache schien mir dabei besonders interessant zu werden: das Militär.

Martin Schneider
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Bild: Martin Schneider

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Beim Jahreswechsel von 2012 auf 2013 war ich überzeugt, ein besonders spannendes Jahr vor mir zu haben. Eine Sache schien mir dabei besonders interessant zu werden: das Militär. In gerade einmal 21 Wochen sollte ich in der Rekrutenschule zu einem richtigen Mann werden. Das ist doch mal was, dachte ich mir. Endlich würde ich in einer Männerrunde, bei der das Militär früher oder später immer zu einem Thema wird, mitreden können. Voller Tatendrang begab ich mich am 1. Juli, dem Beginn der Sommer-Rekrutenschule, nach Thun. 21 strenge Wochen mit vielen Abenteuern, geprägt von Drill und Disziplin, in denen ich mein Durchhaltevermögen unter Beweis stellen müsste, würden auf mich warten. Ich stellte mich auf wenig Schlaf, ewiges Robben im Schlamm und stundenlange Märsche bis tief in die Nacht ein. Ich freute mich darauf, an die Grenzen meiner Persönlichkeit geführt zu werden. Die Realität sah dann aber leider ganz anders aus. Die erwartete Action blieb leider aus, und auf der Wache, meiner Hauptaufgabe im Militär, machte sich schnell Langeweile breit. Das Militär avancierte zu einem einzigen Kampf gegen die Langweiligkeit. War deshalb gleich alles für die Katze? Auf keinen Fall. Ich lernte ein weiteres Mal, die positiven Dinge zu sehen. Diese gab es bei aller Langeweile dennoch genug. Egal ob aus der Deutschschweiz, der Romandie oder dem Tessin stammend, wir alle waren ein Zug und lebten dies auch dementsprechend. In den 21 Wochen wurden wir zusammengeschweisst. Das besonders Faszinierende war, dass wir alle aus den unterschiedlichsten Regionen und Gesellschaftsschichten stammten und im Militär dennoch zu einer eingeschworenen Truppe wurden. Wenn sich schon der Wunsch nach Action nicht bewahrheitete, dann wenigstens die Aussage, dass die Kameradschaft im Militär einfach einzigartig ist. Diese kleine Anekdote aus meiner Militärzeit soll Sie dazu ermuntern, auch im 2014 wieder die positiven Dinge zu sehen, auch wenn vielleicht nicht alles so läuft, wie es ursprünglich geplant war. In diesem Sinne wünsche ich Ihnen «e guets Neus».