WILDHAUS: Vertrauen schaffen ist nötig

Die Jahresversammlung der Offiziersgesellschaft des Kantons St. Gallen ist ein Treffen hochrangiger Militärvertreter. Präsident Kurt Stocker rief zur Wachsamkeit auf.

Adi Lippuner
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Hans-Peter Schwald, Verwaltungsratspräsident der Ruag (links), und Oberstleutnant Kurt Stocker, Präsident Offiziersgesellschaft.

Hans-Peter Schwald, Verwaltungsratspräsident der Ruag (links), und Oberstleutnant Kurt Stocker, Präsident Offiziersgesellschaft.

Adi Lippuner

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Offiziere mit und ohne graue Streifen auf der Seite in den Uniformhosen, also Mitglieder im Generalstab und Milizangehörige, dazu gleich zwei Brigadiers, im Volksmund auch «Ein-Sterne-General» bezeichnet, pensionierte Divisionäre und Regierungsrat Fredy Fässler trafen sich am Mittwochabend zur Jahresversammlung der Offiziersgesellschaft des Kantons St. Gallen (KOG SG). Sie ist die Dachorganisation der acht Sektionen im Kanton und die Versammlung findet jeweils in den verschiedenen Regionen statt. Präsident Kurt Stocker, er hat den Rang eines Oberstleutnants, führte ­zusammen mit seinem Stab militärisch straff durch die Versammlung. Diese fand im Panoramazentrum Gamplüt statt, ­musikalisch begleitet durch die Polizeimusik St. Gallen. Nebst der Abwicklung der statutarischen Geschäfte gab es Grussbotschaften, unter anderem von Gemeindepräsident Rolf Züllig. Er präsentierte die Tagungsgemeinde und betonte: «Das oberste Toggenburg macht in irgendeiner Form süchtig, wer mal hier war, kommt immer wieder zurück.»

Für Kurt Stocker hat die Sistierung des Projekts Bodluv (Bodengestützte Luftverteidigung der Schweizer Armee) mit fehlender Vertrauenskultur zu tun, wie er in seinem Jahresbericht betonte. Es sei nicht gelungen, den Beschaffungsprozess und die finanziellen Vorgaben den politischen Entscheidungsträgern transparent genug zu vermitteln. Zudem sei der Untersuchungsbeauftragte zum Schluss gekommen, dass nicht die Projektführung, sondern Indiskretionen das Vorhaben zum Absturz brachten. «Es wird für die Akzeptanz künftiger Rüstungsbeschaffungen von zentraler Bedeutung sein, Vertrauen zu schaffen.»

Bezüglich des sicherheitspolitischen Berichts war vom Präsidenten zu hören: «Wir schliessen uns im unsicheren Umfeld von Stichworten wie Ost-West-Konflikt, Cybercrime, Flüchtlingsströmen, Terroranschlägen in Europa und weiteren Bedrohungen der Beurteilung an, dass aufgrund der allgemeinen Sicherheitslage in Europa definitiv keine weitere Reduktion der Sicherheitsreserve Armee auch nur angedacht werden darf.»

Ein Kränzchen für die St. Galler

Der Mitgliederbestand betrug Ende Oktober des vergangenen Jahres 1151 Offiziere, dies bedeutet einen Anstieg von 90 Offizieren gegenüber dem Vorjahr. In der Jahresrechnung, mit Aufwendungen von gut 53000 Franken und Erträgen von 55000 Franken, konnte ein Einnahmenüberschuss von knapp 2000 Franken erzielt werden. Nebst des bescheidenen Jahresbeitrags von 7.50 Franken der Offiziere, ermöglicht vor allem der Zustupf der Winkelriedstiftung, 2016 ­waren es 30000 Franken, die Organisation eines attraktiven Jahresprogramms. Oberst im Generalstab, Stefan Holenstein, Präsident der Schweizerischen Offiziersgesellschaft, wand seinen St. Galler Kollegen ein Kränzchen. «Hier wird enorm viel geleistet, es gibt spannende Veranstaltungen, aus meiner Sicht zeichnet die Einheit in der Vielfalt die St. Galler aus.»