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WILDHAUS: Verlieren ist verboten

Markus Ritter zieht mit kämpferischen Voten durchs Land. Seine Mission: Er erklärt das Vorgehen gegen das Strategiepapier des Bundesrats und die angestrebte Grenzöffnung für Agrarprodukte.
Adi Lippuner
Wendelin Jud, Präsident der St. Galler Kälbermäster (Mitte), flankiert von den neuen Vorstandsmitgliedern Thomas Bohl, Stein (links), und René Guggisberger, Flumserberg. (Bilder: Adi Lippuner)

Wendelin Jud, Präsident der St. Galler Kälbermäster (Mitte), flankiert von den neuen Vorstandsmitgliedern Thomas Bohl, Stein (links), und René Guggisberger, Flumserberg. (Bilder: Adi Lippuner)

Adi Lippuner

redaktion@toggenburgmedien.ch

Als Gast bei der Jahresversammlung der Rindviehhalter ohne Verkehrsmilchproduktion des Kantons St. Gallen, dies die offizielle Bezeichnung der Kälbermäster, referierte Markus Ritter, Präsident des Schweizer Bauernverbands, am Freitagabend über «Agrarpolitik, wohin geht die Reise?». Ganz bestimmt nicht in die Richtung, welche der Bundesrat anstrebt, so Ritters kurzes Fazit. «Diesen Kampf zu verlieren ist absolut verboten, denn sonst hätten wir in der Schweiz nur noch extensive Bewirtschaftung der landwirtschaftlichen Nutzflächen und Nebenerwerbsbetriebe.»

«Die Bauernfamilien sind ein Teil der Schweizer Wirtschaft und auch wir müssen unsere Rechnungen bezahlen können, und wollen einen anständigen Lohn für die Arbeit.» Mit dieser Aussage zielte der «oberste Schweizer Bauer» auf die Strategie des Bundesrates, den Grenzschutz schrittweise aufzuheben, ab. Namentlich Bundesrat Johann Schneider-Ammann und «seine Entourage», wie Ritter die Mitarbeitenden im Bundesamt für Wirtschaft, Bildung und Forschung bezeichnete, und ihr Strategiepapier gelte es, «zu bodigen». «Grenzschutz ist für die Landwirtschaft wichtig, denn nur so kann in der Schweiz Nahrung zu kostendeckenden Preisen produziert werden. Zudem brauchen wir eine saubere Swissness-Regelung», zeigt sich Markus Ritter überzeugt.

Das Schreckgespenst «Trinkwasser-Initiative»

Weil in Bern auch noch die eingereichte «Trinkwasser-Initiative» als weiteres Schreckgespenst droht, plädiert der Präsident des Schweizer Bauernverbands dafür, die nächste Etappe der Agrarpolitik um zwei Jahre zu verschieben. «Es gilt, einen Gegenvorschlag des Bundesrats zu dieser Initiative zu verhindern und das Anliegen so, wie es auf dem Tisch liegt, abzulehnen.» Deshalb sei eine Verschiebung der Agrarpolitik-Debatte anzustreben, «damit die beiden Anliegen nicht vermischt werden». Die Trinkwasser-Initiative hat wenig mit Wasser aber viel mit der Landwirtschaftspolitik zu tun. Nur ein Beispiel: Wer betriebsfremde Futtermittel einsetzt, würde, bei Annahme dieser Initiative, keinen ökologischen Leistungsausweis und damit auch keine Direktzahlungen mehr erhalten.» In diesem Zusammenhang liess Markus Ritter die Zuhörenden wissen, dass bei der Politik in Bern langfristiges Vorausdenken und rasches, strategisch kluges Handeln zum Ziel führen könne. «Wir müssen alles daran setzten, dass auch nachfolgende Generationen auf den Bauernbetrieben eine Existenzgrundlage haben.»

Faire Produktpreise und Direktzahlungen

Ginge es nach dem Strategiepapier des Bundesrates, würden die Preise gegenüber dem Ausland bis 2026 um 30 Prozent gesenkt werden. «Dies würde eine massive Einkommens-Verminderung für die Bauernfamilien bedeuten und es müssten noch mehr Betriebe aufgegeben werden. Die Landwirtschaft als Wechselgeld für die Wirtschaft, das kann und darf nicht sein», so Markus Ritter. Und zu den Direktzahlungen: «Diese gelten gemeinwirtschaftliche Leistungen ab, können aber fehlende Erträge aus der Produktion nicht wettmachen.»

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