WILDHAUS: Tagesverbrauch bei 120 Litern Wasser

Gemäss Beschluss der Bürgerversammlung der Dorfkorporation kann die Hydrantennetzerneuerung im Quartier Hof ausgeführt werden.

Adi Lippuner
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Brunnenmeister Norbert Fischbacher im Hof, wo die Hydrantenleitung erneuert wird. (Bild: Adi Lippuner)

Brunnenmeister Norbert Fischbacher im Hof, wo die Hydrantenleitung erneuert wird. (Bild: Adi Lippuner)

Adi Lippuner

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33 Stimmberechtigte nahmen am Freitagabend an der ordentlichen Bürgerversammlung der Dorfkorporation Wildhaus teil. Präsident Andy Hug liess die Anwesenden wissen, dass jeder Bewohner pro Tag rund 120 Liter Wasser benötigt, «dies ist eine vertretbare Menge, weil das Wasser in unserem Lebensraum auch zur Genüge vorhanden ist». Allerdings müsse der «virtuelle Verbrauch», also die Menge Wasser, welche es pro Kopf und Tag zur Herstellung von Konsumgütern und Nahrungsmitteln braucht, ebenfalls berücksichtigt werden. «Dieser liegt bei 5000 Litern pro Tag und wird zudem vorwiegend in Lebensräumen verwendet, in denen Wasser keine Selbstverständlichkeit ist.»

Im Jahresbericht wurden die ausgeführten Arbeiten, unter anderem die Überprüfung des Grundwasserpumpwerks Widen in Alt St. Johann mit Hilfe einer Kamera, sowie die Reparatur von sieben Rohrbrüchen erwähnt.

Kredit von 90000 Franken genehmigt

Die Gemeinde Wildhaus-Alt St. Johann bereitet ein Projekt zur Offenlegung des Chuchitobel- baches im Bereich Hof vor. Die Anwohner werden, wie Gemeindeschreiberin Sabrina Lusti auf Anfrage erklärte, am 7. April über das Vorhaben informiert. Ausgelöst durch dieses Projekt wird auch die Dorfkorporation aktiv. Die bestehende Hydrantenleitung soll tiefergelegt und etwas anders geführt werden.

Der Kredit von 90000 Franken wurde einstimmig genehmigt, an die Anlagekosten der neuen Leitung werden Subventionen von 15 Prozent von der kantonalen Gebäudeversicherung und 15 Prozent von der Politischen Gemeinde in Aussicht gestellt. Gemäss Vorstand betragen die Restkosten somit rund 66000 Franken. «In den letzten Jahren gab es in diesem Bereich mehrere Lecks. Abgesehen von Wasserlieferungsunterbrüchen und Umtrieben verursachten die Reparaturen an der Gussleitung auch hohe Kosten», ist in der Botschaft zu lesen. Und weiter: «Durch die Leitungserneuerung sind mehrere Häuser an die Neuanlage anzuschliessen. Für die Umsetzung sind, abgesehen von der Rohrleitungsmontage, auch Tiefbauarbeiten erforderlich. In einem über 150 Meter langen Graben wird, nach erfolgter Montage, die Leitung mit Fremdmaterial umhüllt und der Leitungsgraben mit Material aus dem Aushub eingedeckt.»

Die Bezüger der Dorfkorporation Wildhaus bezahlen heute für ihr Trinkwasser 80 Rappen pro 1000 Liter. Dies entspricht, wie Hug ausführt, einem seinerzeit beschlossenen «Einzugsfaktor» von 80 Prozent. «Mit Blick auf die anstehenden Investitionen und weil wir eine vorausschauende Finanzplanung betreiben, wird diese Vergünstigung aufgehoben.» Inskünftig werde der Wasserpreis für 1000 Liter also einen Franken betragen. Ein Blick auf den Investitionsplan der kommenden fünf bis zehn Jahre zeigt, die Dorfkorporation ist auf die höheren Einnahmen angewiesen. Es stehen Leitungserneuerungen, aber auch die Sanierung der Warte Moor und die Auskleidung des Reservoirs Hägis an. Ein grober Überschlag zeigt, dass rund 1,5 Millionen Franken benötigt werden. Die jährliche Rechnung weist Einnahmen und Ausgaben von jeweils rund 500000 Franken auf. Im Berichtsjahr wurde das bereitgestellte Geld von 140000 Franken, vorgesehen für die Projekte Laub und Sägenboden, nicht verbaut. Die Vorhaben werden, wie Andy Hug ausführte, im laufenden Jahr realisiert.