WILDHAUS: Stimmung pur im Munzenriet

Auch die fünfte Ausgabe des Open Airs von Wildhaus war von Erfolg gekrönt. Ein kurzer Regenschauer trübte die Stimmung nicht. Das Publikum liess sich gerne von Vanessa Mai, Marc Pircher und anderen Stimmungsmachern dazu animieren, mitzusingen.

Silvia Bollhalder
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Die Calimeros traten am Freitag am Open Air Wildhaus auf, sehr zur Freude des Publikums. (Bild: Silvia Bollhalder/Beatrice Bollhalder)

Die Calimeros traten am Freitag am Open Air Wildhaus auf, sehr zur Freude des Publikums. (Bild: Silvia Bollhalder/Beatrice Bollhalder)

Silvia Bollhalder

Beatrice Bollhalder

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Sigrid und Marina sind die heimlichen Stars des diesjährigen Wildhauser Open Airs. Die beiden standen nämlich just zu jener Zeit auf der Bühne, als ein kurzer, aber äusserst kräftiger Regenschauer am Samstagabend über dem Munzenriet niederging. Die beiden Oberösterreicherinnen liessen sich aber nicht beirren und entzückten die ebenfalls wetterfesten Fans weiterhin mit ihren Liedern. Trotz klitschnassen Dirndl und ruinierter Frisur sangen sie, dass es Spass mache, das Publikum mit Musik zu unterhalten. Einer der anwesenden männlichen Gäste zeigte sich überrascht, wie schnell die beiden einen Tenuewechsel vollziehen können. «Das habe ich im Militär nie geschafft», lacht er. Nachdem der Regen nachgelassen hatte, standen die beiden Frauen nämlich in trockenen Kleidern auf der Bühne, und dies ohne dass das Publikum warten musste.

Die lange Nacht endet im Festzelt

Am Freitag zogen unter anderem die Calimeros, die auch oder gerade nach über 40 Jahren auf der Bühne immer noch ein Publikumsmagnet sind, die zahlreichen Fans der Schlagermusik in ihren Bann. Die Besucher sangen lauthals mit, so wie sie es an den beiden Tagen bei allen Künstlern machten. Dem Veranstalter Bruno Forster ist es jeweils wichtig, dass die Künstler Lieder zum Besten geben, die Stimmung aufkommen lassen. Und dieser Aufforderung sind alle gefolgt. Julia Lindholms Lieder von ABBA wurden genauso mitgeträllert wie jene von Marc Pircher oder den Troglauern. Eine ganz besondere Stimmung kam auf, als die fünf Musiker aus dem Zillertal, die «Rebellion», die alten Hits der Schürzenjäger in Wildhaus aufleben liessen. Anders als in früheren Jahren stand diesmal nach Konzertschluss auf der Bühne im Festzelt mit den Partyhelden eine Band im Einsatz, die weiterhin mit Livemusik unterhielt. Diese Neuerung kam beim Publikum sehr gut an. Der Aufenthalt auf dem Festgelände zog sich bei vielen bis in die frühen Morgenstunden hin.

Mit der Bahn auf den Berg

Wer ein Ticket für den Samstag oder gar ein Kombibillett besass, konnte sich am Samstag von den Bergbahnen Wildhaus gratis in die Höhe befördern lassen. Und dies liessen sich nicht nur zahl­reiche Open-Air-Besucher nicht entgehen. Unter anderem nutzten auch die Edlseer aus der Steiermark die Gelegenheit, ­ von der Gamsalp aus bis weit über die Grenzen hinüber zu blicken. Beim Restaurant Oberdorf sorgte ein DJ dafür, dass die Besucher auch hier mit Schlagermusik unterhalten wurden. Das herrliche Wetter tat das seinige dazu, dass fast vergessen ging, dass auf dem Festgelände bereits der zweite Konzerttag angebrochen war.

Jung und Alt feiern gemeinsam

Die Partyhelden, die am Abend zuvor für den Abschluss zuständig waren, eröffneten auf der Bühne. Als Melissa Naschenweng dann mit ihrer Steyrischen auftrat, war das Gelände schon wieder gut gefüllt. Die Edlseer brachten es mit dem Lied «Wir sind eine grosse Familie» auf den Punkt. Man kommt hierher und kennt sich (noch) nicht. Auffallend am Open Air in Wildhaus ist zudem, dass sich hier jeweils auch zahlreiche Menschen mit einer Behinderung aufhalten. Und gerade für Rollstuhlfahrer ist das Festgelände ideal. Man feiert gemeinsam mit Jung und Alt.

Ob Bergfeuer, Ross Antony oder Julian David – das Publikum liess sich von jedem Künstler mitreissen. Vanessa Mai begeisterte mit ihrer Stimme und die Sängerfreunde mit ihrem Jodelgesang. Als Premiere forderten die vier Appenzeller gemeinsam mit den Partyhelden das Publikum dazu auf, die Seele baumeln zu lassen.19