WILDHAUS: Nach der Decke strecken

Das Puppentheater bringt für Kinder «Hänsel und Gretel», eines der beliebtesten Grimm-Märchen, auf die Bühne im Rietlistall. Premiere ist am Mittwoch.

Adi Lippuner
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Adi Lippuner

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Zwei Kinder die, auf Anweisung der bösen Stiefmutter im Wald zurück gelassen werden, ein tieftrauriger Vater, einige Tiere und die Hexe, welche Hänsel und Gretel Böses will, das sind die Figuren, welche im Stück «Hänsel und Gretel» auftreten.

Zwar schaut zu Beginn alles gut aus, Hänsel findet, dank seiner im Mondlicht glänzenden Kieselsteine den Weg zurück nach Hause. Doch beim zweiten Mal verlaufen sich die Kinder im Wald und gelangen zum Hexenhaus. Weil beide grossen Hunger haben, können sie der Versuchung, von den Lebkuchen zu essen, nicht wiederstehen, und bald ertönt eine Stimme die fragt: «Knusper, knusper Knäuschen, wer knabbert an meinem Häuschen?». Die Kinder antworten: «Der Wind, der Wind, das himmlische Kind.» Soweit, kurz zusammengefasst der erste Teil des Märchens, welches dieses Jahr im Rietlistall zur Aufführung gelangt.

Zu wenige Spielerinnen standen zur Verfügung

Dass die Wahl ausgerechnet auf «Hänsel und Gretel» gefallen ist, hat besondere Gründe. «Weil zu wenig Spielerinnen zur Verfügung stehen, müssen wir uns nach der Decke strecken,» sagt Monika Züllig, die eigentlich für die Regie zuständig wäre. Dank der Bereitschaft von Ruth Plattner, einer langjährigen und erfahrenen «Püppelerin», die dieses Jahr die Regie übernommen hat, kann Monika Züllig mitspielen.

Sie ist sich bewusst, dass der Ausfall des Nachmittagsprogramms bei vielen Kindern und auch Erwachsenen grosse Enttäuschung ausgelöst hätte. Neu beim Team ist zudem Marianne Willimann, welche die Beleuchtung betreut. «Wir wünschen uns weitere Frauen, welche Freude am Spiel mit den Puppen haben und uns in Zukunft unterstützen können», bringt das Nachmittags-Team des Puppentheaters sein Anliegen auf den Punkt.

Bei einem Besuch kurz vor der Premiere ist das Nachmittags-Team des Puppentheaters noch dabei, allerletzte Feinheiten anzupassen. Die Spielerinnen Bianca Forrer, Elisabeth Knaus, Rosmarie Wirz und Monika Züllig haben die Puppen an den langen Fäden im Griff, der Ablauf klappt und doch sind da und dort noch kleine Korrekturen nötig.

In der Pause erzählen die Frauen von ihren bisherigen Erfahrungen als Puppenspielrinnen. Rosmarie Wirz: «Zu Beginn bin ich jeweils angespannt, wenn das Spiel dann aber läuft und ich mich sicher fühle, macht es richtig Freude.» Elisabeth Knaus spielt «Hänsel und Gretel» bereits zum dritten Mal. «Trotzdem ist immer Neues dabei, aktuell habe ich die Aufgabe als Springerin und das bedeutet, Leiter rauf und runter und bringt neue Herausforderungen.» Vor 28 Jahren hat Bianca Forrer als erstes Nachmittagsspiel «Hänsel und Gretel» gesehen und war vom Spiel der Puppen so fasziniert, dass sie selbst mittun wollte. Das aktuelle Stück hat sie bereits fünf Mal gespielt und findet es immer noch spannend. Allen Frauen gemeinsam ist die Freude am Spiel mit den Puppen aber auch die spontane und ehrliche Reaktion des Publikums. Zudem fühlen sie sich im Team gut aufgehoben und freuen sich immer wieder auf die Zusammenarbeit.

«Hänsel und Gretel» hat am Mittwoch, 28. Dezember, um 14 Uhr Premiere, anschliessend wird ab dem 4. Januar 2017 bis 15. März immer am Mittwoch um 14 Uhr gespielt. Plätze können unter Telefon 071 999 99 11 reserviert werden.