WILDHAUS: Jufa-Hotel: «Nein bedeutet definitives Aus»

Lehnt das Stimmvolk am Sonntag die Beteiligung der Gemeinde ab, dann ist das Grossprojekt beerdigt.

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Im Vorfeld der Urnenabstimmung vom 15. April in der ­Gemeinde Wildhaus-Alt St. Johann wird der Gemeindebeitrag von sieben Millionen Franken für die Erlebnisanlagen im geplanten Jufa-Hotel teils hart kritisiert.

So wird ins Feld geführt, ein allfälliger Gemeindebeitrag müsste deutlich tiefer ausfallen und das Hotelprojekt soll redimensiert werden. Eine Redimensionierung kommt «vor dem Hintergrund der angestrebten Hotelpositionierung im inter­nationalen Wettbewerb sowohl für die Jufa als auch für die ITW nicht in Frage.» Das hält Martin Meyer, CEO und Verwaltungsrat der ITW in Balzers, auf Anfrage dieser Zeitung unmissverständlich fest. Weiter sagt er: «Sollte unser Angebot für einen wirtschaftlichen Impuls für das ­Toggenburg vom Stimmvolk nicht angenommen werden, so wäre das sehr schade, zumal wir in den letzten 24 Monaten sehr intensiv an diesem Projekt gearbeitet ­haben.» Martin ­Meyer unterstreicht: «Ein Nein bedeutet das definitive Aus für das Jufa-Hotel in Wildhaus. Wir würden uns in diesem Fall um einen anderen Standort in der Ostschweiz bemühen.» Anfragen dafür würden bereits vorliegen.

«Wir würden nicht auf eine neue Investorensuche gehen», sagt Jufa-Mediensprecher Martin Omann. Ohne ITW wäre also auch für die Betreiberin des Hotels, die einen langfristigen Mietvertrag abschliessen würde, das Projekt in Wildhaus hinfällig. «Für uns ist wichtig, dass die Bevölkerung unser Projekt mitträgt», so Omann. «Wir wollen mit der Region zusammenarbeiten, die Bergbahnen und die Skischule einbetten. Die Gäste sollen bei uns die Region, regionale Produkte und Angebote erfahren», schildert er das Credo von Jufa, das an jedem der heute 58 Hotel-Standorte gelte. Bei vielen der Projekte sei die Jufa «nur» Betreiberin, bei anderen auch Eigentümerin, so Omann. Eine Realisierung des Grossprojektes ohne finanzielle Beteiligung der öffentlichen Hand ist für die ITW keine Alternative. Martin Meyer: «Das geplante Konzept für Wildhaus sieht eine Mischnutzung vor – ein privates Hotel mit einer öffentlich zugänglichen Erlebniswelt.» Bei der Erlebnisinfrastuktur handle es sich «um ein öffentliches Angebot, das es bis dato in Wildhaus noch nicht gibt. Es soll deshalb auch von der Öffentlichkeit mitfinanziert werden, da der direkte Nutzen für die Gemeinde geben ist.»

Als anderes Beispiel für eine Mischnutzung nennt Meyer das Parkhaus in Malbun. Die ­Gemeinde Triesenberg habe den öffentlich zugänglichen Teil mitfinanziert und leiste zudem einen jährlichen Beitrag an den Unterhalt des Parkhauses. In Wildhaus würde die Gemeinde nur einen Finanzierungsbetrag leisten, aber keine Unterhaltskosten.

Thomas Schwizer

thomas.schwizer@wundo.ch