WILDHAUS: Aus welchem Stein sind unsere Berge?

In diesen Tagen erscheint das neue Blatt Buchs des Geologischen Atlas der Schweiz. Das Kartengebiet umfasst auch das oberste Toggenburg und Teile der Churfirsten. Deren Gestein wurde in der Urzeit von einem Ozean zwischen Europa und Afrika gebildet.

Serge Hediger
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Die farbigen Flächen geben Auskunft über die Verbreitung sowie Art und Alter der Gesteinsformationen. (Bild: Swisstopo)

Die farbigen Flächen geben Auskunft über die Verbreitung sowie Art und Alter der Gesteinsformationen. (Bild: Swisstopo)

WILDHAUS. Der Geologische Atlas der Schweiz gibt detailliert Auskunft über den obersten Bereich des Untergrundes des Landes. Bereits seit 1930 arbeiten Geographen und Geologen von Swisstopo an diesem Kartenwerk, das dereinst national auf 200 Blättern die wichtigsten Grundlagen für Entscheide in Bereichen wie Tunnelbau, Baugrunduntersuchungen, Naturgefahren und Wissenschaft bilden soll.

Eindrucksvolle Gebirgsfaltung

Nun ist mit der Karte Buchs das Blatt Nr. 149 dieses 100-Jahr-Werks erschienen. Abgeschlossen wird das Projekt erst 2030. Wie Swisstopo, das Bundesamt für Landestopographie, mitteilt, stecken allein im Buchser-Blatt rund 600 Arbeitstage. Das Blatt Buchs reicht vom Rheintal, Grabs über den Sägeboden, das Dorf Wildhaus und Lisighaus bis nach Unterwasser und zeigt südlich unter anderem die geologische Beschaffenheit von Gamsberg, Gamserrugg bis an den Chäserrugg auf. Nördlich ist diese jüngste Karte durch das Blatt Säntis begrenzt, westlich ab Alt St. Johann durch das Kartenwerk Walensee.

Interessant auch für den Laien: Das Atlasblatt Nr. 149 umfasst ein Gebiet, das aus Sedimentgesteinen unterschiedlicher Herkunft aufgebaut ist, welche drei grossen, sogenannten geologischen Deckensystemen zugeordnet werden können – Helvetikum, Penninikum und Ostalpin.

«Diese eindrucksvoll gefalteten und übereinander geschobenen geologischen Einheiten, am Übergang zwischen West- und Ostalpen, dokumentieren den Gebirgsbau der nördlichen Alpen», heisst es in der Medienmitteilung von Swisstopo.

Steine aus dem Meer

Die Sedimentgesteine, zu denen die Geologie Nagelfluh, Sandstein und Mergel zählt, wurden vor vielen Millionen Jahren in einem Ozean zwischen Europa und Afrika gebildet. Durch den Zusammenschub der beiden Kontinente während der Alpenbildung wurde der Ozean sukzessive schmaler, bis er schliesslich ganz verschwand. «Über dem Seeztal erheben sich die steil aufragenden grauen Kalkwände der Churfirsten-Alvier-Kette des Helvetikums.

Die ebenfalls überwiegend kalkigen Gesteine auf der Liechtensteiner Seite sind dagegen sehr viel weiter südlich beheimatet und lassen sich der Domäne Ostalpin zuweisen», schreibt Swisstopo. Das Kartengebiet ist zudem weitflächig mit Lockergesteinen bedeckt, die während und nach der letzten Vergletscherung abgelagert worden sind.

Blatt Buchs: 50 Franken shop.swisstopo.admin.ch map.geo.admin.chxt