WIL: Parteiübergreifende Punktejagd

Wenn 200 aktive und ehemalige Parlamentarierinnen und Parlamentarier zusammenkommen, es dabei aber nicht um Politik geht, steht das eidgenössische Parlamentarier-Fussballturnier auf dem Programm. Die Ausgabe 2017 fand im Wiler Bergholz statt.

Christoph Heer
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Der Wanderpokal wartet während des Finalspiels auf seinen neuen temporären Besitzer. Wallis bodigte dabei Freiburg. (Bild: Christoph Heer)

Der Wanderpokal wartet während des Finalspiels auf seinen neuen temporären Besitzer. Wallis bodigte dabei Freiburg. (Bild: Christoph Heer)

Christoph Heer

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Es gehört schon lange zur demokratischen Tradition der Schweiz, dass Parlamentarierinnen und Parlamentarier über die Parteigrenzen hinweg und in einem sportlichen Duell die Gemeinschaft pflegen. So fand am Samstag das 32. Eidgenössische Par­lamentarier-Fussballturnier auf dem grünen Kunstrasen im Wiler Bergholz statt. In lockerem, geselligem Ambiente wurde um Tore und Punkte gekämpft. Der Ehrgeiz war trotz hohem Spassfaktor spürbar, und auch wenn es auf dem Feld einmal kleinere Unstimmigkeiten gab, nach dem Schlusspfiff versöhnte man sich und traf sich am Grillstand und sinnierte über Gott und die Welt. Natürlich – oder wie es sich gehört, wenn rund 200 Parlamentarier aufeinandertreffen – sind immer wieder politische Themen im Umgang.

Kantons-, National-, Stände- und Regierungsräte aus 20 Kantonen spielten in 19 Teams (Appenzell Innerhoden und Ausserhoden bildeten ein Team) und parteiübergreifend um die Punkte. So waren zwischen Politikern der SP und der SVP oder zwischen jenen der Grünen und der CVP schöne Spielzüge zu sehen. Für den St. Galler Kantonsrat Bruno Dudli (SVP) spielte das Parteidenken dieses Mal keine Rolle. «Heute ist Politik kein Thema, der Spass steht im Vordergrund», sagte er und bilanzierte die Leistung seines Team St. Gallen 2. «Schade, haben wir das erste Spiel gegen die Walliser äusserst knapp mit 1:2 verloren. Danach folgten tolle Siege.» Dudli bemerkte zudem schmunzelnd, dass Kunstrasen nicht unbedingt seine favorisierte Unterlage sei.

Thurgau im Elfmeterpech

Im Team Thurgau trug SVP-Kantonsrat Vico Zahnd die Captainbinde und erklärte nach der knappen 5:6-Elfmeterniederlage gegen Baselland, dass er ein kleines Jubiläum feiere. «Das ist mein zehntes Turnier, und es macht jedes Mal grossen Spass. Insbesondere das Zusammensein und das Kennenlernen von Politikerkollegen, aber für einmal abseits des Rates oder der politischen Bühne, ist wirklich zu geniessen.» Teamkollege und ebenfalls Thurgauer SVP-Kantonsrat Cornel Inauen sagte, dass Fussball und Politik einige Gemeinsamkeiten haben. «Bei beiden funktioniert es nur im Team. Und bei beiden bedarf es einer gewissen Portion Ehrgeiz und Durchhaltevermögen, um seine Ziele zu erreichen. Heute aber steht besonders der Spass im Vordergrund.» Nur Minuten nach dieser Aussage war Inauen einer derjenigen, der im Elfmeterschiessen seinen Versuch an der Latte abprallen sah, wodurch das Team Thurgau den Viertelfinal gegen Baselland verlor.

Für OK-Präsident Felix Bischofberger besteht die Gewissheit, alles richtig gemacht zu haben. Ohne gröbere Zwischenfälle ging das Turnier zu Ende. Seinen Dank will er all jenen aussprechen, die dafür tatkräftig mitgeholfen haben. Dass sein Team St. Gallen 1 nur auf Platz 14 gekommen ist, habe mit der Gastfreundschaft zu tun. «Wir können doch nicht alle hinter uns lassen, was wären wir dann für schlechte Gastgeber», sagte er lachend und genoss die weiteren vielen guten Gespräche unter Kollegen.

Rangliste 1. Wallis, 2. Freiburg, 3. Luzern, 4. Waadt, 5. Baselland, 6. Appenzell AI/AR, 7. Glarus, 8. Thur­gau, 9. St. Gallen 2, 10. Schwyz, 11. Zürich, 12. Uri, 13. Schaffhausen, 14. St. Gallen 1, 15. Zug, 16. Aargau, 17. Tessin, 18. Jura, 19. Baselstadt, 20. Genf.