WIL: Kompromiss zwischen Baumeistern und Armee

Vertreter von 27 Mitgliedsfirmen trafen sich zur Hauptversammlung des Baumeisterverbandes Wil-Toggenburg-Gossau. Zu reden gaben vor allem Bewilligungen für die Armee, Objekte abzubrechen.

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Simon Schällibaum ist der Meinung, die Abbrucharbeiten der Klärbecken in Mogelsberg und Brunnadern seien Sache der Baumeister. (Bild: Marlies Scarpino)

Simon Schällibaum ist der Meinung, die Abbrucharbeiten der Klärbecken in Mogelsberg und Brunnadern seien Sache der Baumeister. (Bild: Marlies Scarpino)

Soll die Armee zu Übungszwecken Objekte abreissen dürfen? Damit befassten sich die Bauleute anlässlich ihrer Hauptversammlung vom Freitag im Hof zu Wil intensiv. Konkret ging es um vier Objekte: den Abbruch eines Klärbeckens in Mogelsberg, eines Klärbeckens in Brunnadern, eines Bauernhauses in Alt St. Johann sowie die Entleerung eines Steinschlagnetzes in Wildhaus. Selbstverständlich ist das nicht, die Armee könnte zur Konkurrenz für die Bauunternehmen werden. Diese Ansicht vertrat ein Versammlungsteilnehmer. Das gelte auch im Toggenburg. Ein anderer Teilnehmer sagte: «Soll die Armee das übernehmen. Wenn es zur Ausbildung dient, ist das in Ordnung.»

Simon Schällibaum von der Schällibaum Bau AG in Unterwasser äusserte sich differenzierter. Die Klärbecken seien Sache der Baumeister. Den Abbruch des Bauernhauses durch die Armee unterstützte er. «Es ist ein Sicherheitsrisiko, bei einem Sturm fliegen die Teile viele Meter in der Gegend herum.» Aber vor allem sei es optisch keine gute Werbung. Auch die Leerung des Steinschlagnetzes wollte er der Armee überlassen, diese habe Helikopter. Othmar Schlauri, Präsident des regionalen Baumeisterverbandes, warb für die Einsatzmöglichkeit der Armee. Ein solcher Abbruch sei die beste Übung für das Zusammenspiel mit dem Zivilschutz. Nicht bewilligt wurde der Armeeeinsatz beim Abbruch der beiden Klärbecken, um das Bauernhaus und das Steinschlagnetz dürfen sich nun Soldaten und Zivilschützer kümmern.

Mit der 93. Hauptversammlung waren keine Wahlen verbunden. Der Vorstand besteht unverändert aus Othmar Schlauri, Thomas Brem und Ivo Bommer. Allerdings musste der Präsident den Austritt von Kurt Schreiber aus Niederwil bekanntgeben. Er hat seine Geschäftstätigkeit aufgegeben und wurde für seine langjährige Zugehörigkeit mit der Freimitgliedschaft geehrt. Gäste waren Daniel Stutz und Ueli Büchi, Leiter Berufsbildungspolitik des Schweizerischen Baumeisterverbandes. Der Wiler Stadtrat überbrachte die Grussbotschaft der Behörde. Thema des Referates von Ueli Büchi war «Ausbildung/Prüfung für Baumaschinenführer». Kurt Maus vom Baumeisterverband des Kantons St. Gallen berichtete über die Entwicklung beim Paritätischen Fonds des Schweizerischen Bauhauptgewerbes – also über die Zusammenarbeit mit der Gewerkschaft Unia – und wurde heftig kritisiert. Selbst der Austritt aus dem Schweizerischen Baumeisterverband wurde offen angesprochen.

Thomas Riesen

redaktion@toggenburgmedien.ch