WIL: Doppelter Neubau

Der Kettensägen-Hersteller Stihl baut für seine knapp 900 Mitarbeiter in Wil eine Garage mit elf Geschossen und danach eine Firmenkantine. Die Investitionen belaufen sich auf mehr als zehn Millionen Franken.

Simon Dudle
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Dank einer effizienten Systembauweise kann die Bauzeit deutlich unter einem Jahr gehalten werden. (Bild: PD)

Dank einer effizienten Systembauweise kann die Bauzeit deutlich unter einem Jahr gehalten werden. (Bild: PD)

Es sind imposante Zahlen: Für die Gebäudefläche von 2100 Quadratmetern wurde eine Baugrube ausgehoben, die mit 6700 Kubikmetern ansehnlich gross ist. Bis zur Fertigstellung werden knapp 400 Tonnen Stahl und 350 Kubikmeter Beton verbaut sein. Dazu kommen fast 1500 Kubikmeter an Betondeckenplatten. Dies sind einige Eckdaten des neuen Parkhauses der Firma Stihl, die mit aktuell rund 880 Mitarbeitern an den beiden Standorten Wil und Bronsch­hofen der grösste industrielle Arbeitgeber der Stadt Wil ist.

Seit April dieses Jahres wird an der Hubstrasse 100, wo der deutlich grössere Teil der Arbeitskräfte ein und aus geht, gebaut. Bereits Ende 2017 soll das Parkhaus in Betrieb genommen werden. Die kurze Bauzeit liegt in der Systembauweise begründet. Fertig angelieferte Stahlbauteile oder Betonplatten sowie Fassadenteile wurden und werden montiert. «Diese Vorgehensweise spart Zeit und stellt sicher, dass der Terminplan eingehalten wird», sagt Joachim Zappe, Geschäftsführer des Stihl Kettenwerks Schweiz. Die Arbeiten sind auf Kurs, Ende August ist das Richtfest gefeiert worden. Dabei wurde den Bauarbeitern, Planern und Architekten gedankt. «Der Architekt und alle ausführenden Betriebe stammen aus der Schweiz, davon sind die Hälfte Ostschweizer Firmen aus der Region», sagt Joachim Zappe.

Das neue Gebäude wird in elf Parkebenen unterteilt sein, die jeweils auf Halbgeschossen angeordnet sind. Zwei Parkdecks liegen im Untergeschoss. Alles in allem können im neuen Parkhaus 400 Autos untergebracht werden. Für Velos und motorisierte Zweiräder ist im Erdgeschoss Platz reserviert. Die Fassade wird aus speziellen Kantblechen bestehen. «Die gelochte Form dieses Blechs dient der Belüftung und bringt zusätzlich Licht ins Parkhaus», erklärt Zappe.

Der Hauptgrund für den Bau des Parkhauses ist ein Folgeprojekt: Es wird ein neues Eingangsgebäude mit betriebseigener Kantine und einem neuen Schulungsraum auf dem Stihl-Areal errichtet. Eine Kantine gibt es bis jetzt weder in Wil noch in Bronschhofen. Da diesem Neubau Parkplätze auf dem Firmengelände weichen müssen, muss zuerst dafür gesorgt werden, dass weiterhin ausreichend Parkplätze für die Belegschaft zur Verfügung stehen. Mit den Planungsaktivitäten für das Eingangsgebäude und die Kantine wurde im September begonnen. Gibt es keine Verzögerungen, sollen alle Arbeiten bis Mitte 2020 abgeschlossen sein.

Die Kosten belaufen sich total auf «deutlich mehr als zehn Millionen Franken», wie das Unternehmen auf Anfrage der «Wiler Zeitung» mitteilt. Doch warum diese Investition? «Mit sicheren Parkmöglichkeiten und einem guten Essensangebot für die Beschäftigten gewinnt das Stihl Kettenwerk zusätzlich an Attraktivität als Arbeitgeber am Standort Wil», sagt Zappe.

Simon Dudle

simon.dudle@wilerzeitung.ch