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Wiesenvielfalt prägt Landschaft

Das Appenzellerland ist weitherum bekannt für seine Milch- und Fleischspezialitäten. Seit Jahrhunderten haben die Bauern hierzulande aus der Not eine Tugend gemacht und setzen auf Tierhaltung. Dafür braucht es das richtige Futter.
Karin Erni
Der Hof der Familie Hebeisen verfügt sowohl über intensiv bewirtschaftete Grasflächen als auch über naturnahe Blumenwiesen. (Bild: Hansjürg Hörler)

Der Hof der Familie Hebeisen verfügt sowohl über intensiv bewirtschaftete Grasflächen als auch über naturnahe Blumenwiesen. (Bild: Hansjürg Hörler)

AUSSERRHODEN. Das kühl-feuchte Klima, die steilen Hänge und die lehmigen Böden eignen sich nicht für den Ackerbau, dafür umso besser für ein üppiges Graswachstum. Dieses Futter veredeln Kühe, Schafe und Ziegen mit ihrem speziellen Verdauungssystem zu Milch und Fleisch.

Evelyn und Jürg Hebeisen bewirtschaften oberhalb von Herisau, in der Bergzone 1, einen für das Appenzellerland typischen Betrieb. Auf 19 Hektaren halten sie 18 Milchkühe, acht Stück Jungvieh, 90 Legehennen und 27 Mastschweine. Zudem kümmern sie sich um zwei Pensionspferde und einen Esel. Als Biobetrieb vermarkten sie einen Teil ihrer Produkte im eigenen Biohofladen.

Zwischen Milch und Blumen

Infolge intensiver Bewirtschaftung sind artenreiche, blühende Heuwiesen seltener geworden. «Damit Pflanzen dieser Wiesen versamen können, dürfen sie erst später geschnitten werden», erklärt Jürg Hebeisen. «Der Futterertrag und vor allem die Qualität sind dann geringer.» Eine Faustregel besagt, dass sich mit dem Futter einer guten Gras-Weissklee-Wiese pro Quadratmeter gegen einen Liter Milch erzeugen lässt. Die gleiche Fläche einer blumenreichen Heuwiese ergibt nicht einmal die Hälfte. Der Schnittzeitpunkt entscheidet also über Ökologie oder Ökonomie. Um den Minderertag auszugleichen, erhalte er Direktzahlungen, sagt Jürg Hebeisen. Das weniger nährstoffreiche Heu der Blumenwiesen kann er den Pferden verfüttern, da es für diese bekömmlicher als normales Heu ist.

Heuen und Silieren

Eine Milchkuh frisst täglich rund 100 Kilo Grünfutter oder 15 Kilo Heu. Während die Tiere von Frühjahr bis Herbst auf der Weide sind oder im Stall Gras fressen, muss das Futter für den Winter durch Trocknung oder Silierung konserviert werden. Das Verhältnis von Dürrfutter wie Heu und Emd zu Silofutter habe einerseits mit der Witterung zu tun, erklärt Hebeisen. «Bei trockenem Sommerwetter produzieren wir Dürrfutter, im Frühjahr und vor allem im Herbst dagegen eher Silofutter, weil dafür das Gras nur leicht angewelkt werden muss. Da andererseits für die Tiergesundheit gutes Dürrfutter sehr bekömmlich ist, streben wir für die Fütterung der Milchkühe ein Drittel Silage und zwei Drittel Dürrfutter an.» Zur Qualität des Futters tragen sowohl der optimale Schnittzeitpunkt wie auch ein ausgewogener Bestand mit Gräsern, Klee und Kräutern bei. «Dank der Heubelüftung können wir auch einmal nicht optimal getrocknetes Heu einbringen», sagt Hebeisen.

Nährstoffkreislauf schliessen

10 bis 20 Prozent der Nährstoffe verlassen den Bauernhof und damit den Kreislauf als Milch und Fleisch. Im Gegenzug kann der Bauer eine entsprechende Menge Futter zukaufen. Der Kreislauf schliesst sich, wenn die von den Kühen ausgeschiedenen Nährstoffe in Form von Gülle und Mist wieder in den Boden zurückgelangen. Damit weniger Nährstoffe in die Luft entweichen, bringt Jürg Hebeisen die Gülle mehrheitlich mit dem Schleppschlauch aus. So gelangt die Gülle direkt zu den Pflanzenwurzeln, welche die Nährstoffe aufnehmen und daraus neues Futter bilden.

Jürg Hebeisen achtet darauf, dass die artenreichen Blumenwiesen mit anderen Lebensräumen vernetzt sind. (Bild: ker)

Jürg Hebeisen achtet darauf, dass die artenreichen Blumenwiesen mit anderen Lebensräumen vernetzt sind. (Bild: ker)

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