Wiedervereinigung angestrebt

Der heilige Kilian bleibt Kirchenpatron der Kirchgemeinde Bütschwil-Ganterschwil. Die Einigkeit soll am Kirchenfest vom kommenden Sonntag, 29. Juni, augenfällig werden.

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BÜTSCHWIL-GANTERSCHWIL. Der Festtag des heiligen Kilians fällt auf den 8. Juli. In Würzburg, wo der irische Mönch lange gewirkt hat, ist der 8. Juli ein Hochfest. Der Geburtstag des Verehrten ist womöglich um 640 in Irland, gestorben soll er angeblich um 689 in Würzburg sein. Bei den Angaben zu Kilians Leben und Sterben weichen die Angaben teils voneinander ab. So werden unter anderem Zweifel geäussert, dass der Mönch Kilian tatsächlich Bischof war. Berechnungen aus verschiedenen Zeitangaben zufolge kam Kilian 686 n. Chr. mit elf Begleitern nach Würzburg. Er hat hier und in der Umgebung gepredigt und missioniert. Kilian soll gemeinsam mit seinen Begleitern ca. 698 ermordet worden sein. Heute werden die Gebeine von drei Heiligen in einem Reliquienschrein in der Krypta der Neumünsterkirche aufbewahrt.

600 Jahre Pfarrei St. Kilian

Anlässlich der Kirchbürgerversammlung 1414 – damals Kirchhöri genannt – lösten sich die Bütschwiler von Ganterschwil ab und wurden die eigenständige Pfarrei St. Kilian. Die neu errichtete Pfarrei unterstand dem Bistum Konstanz und wurde dem Dekanat Leutmerken (später Wil) zugeteilt. Oft erhielt die Pfarreipfründe einen eigenen Grundbesitz, ein sogenanntes Widuum. Die Ortsbezeichnung Widmis bei Kengelbach dürfte noch daran erinnern. Um 1414 wurde die Eigenständigkeit der Kirche von Bütschwil angestrebt. 600 Jahre später wird der Zusammenschluss mit den Nachbarpfarreien intensiviert. Dies entspricht unter anderem der Absicht der beiden Kirchenverwaltungsräten von Bütschwil und Ganterschwil. Die Kirchbürger der beiden Pfarreien stimmen bald über eine Vereinigung ab, welche per 1. Januar 2016 als neue Kirchgemeinde Bütschwil-Ganterschwil verwaltet wird. Was vor 600 Jahren aufgelöst worden ist, wird wieder neues Leben erhalten.

Platz für Gedenken und Freude

Die Wiedervereinigung ist bestimmt Grund zur Freude und wird beim Fest des heiligen Kilians, des Kirchenpatrons, ohne Frage augenfällig. Der Gedenktag an den heiligen Kilian wird vom 8. Juli auf Sonntag, 29. Juni vorgezogen. Der Grund liegt darin, weil der 8. Juli im laufenden Jahr in die Schulferienzeit fällt. Sowohl der Festgottesdienst als auch das gemütliche Zusammensein danach lassen für Freude viel Platz. Pfarreirat, Kirchenverwaltungsrat, Landfrauen und Pastoralteam teilen die gute Stimmung gerne mit möglichst zahlreichen Interessierten.

«Alles Kilian» als Festspiel

Aus Anlass des 600jährigen Bestehens der St. Kilianspfarrei von Bütschwil wird ein Festspiel aufgeführt. In neun Szenen zeigt die Theatergruppe «Also denn…» das Leben des heiligen Kilians auf. Dass das Stück von einer Bütschwilerin, nämlich von Monika Rösinger-Krapf, verfasst worden ist, macht den historischen Rückblick speziell spannend und interessant. Die Theatergruppe «Also denn…» bietet Gewähr für eine lebendige Darstellung. (pd)

Das Fest des heiligen Kilian wird am Sonntag, 29. Juni, mit einem Festgottesdienst um 9 Uhr in der Pfarrkirche in Bütschwil gefeiert.

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