Wiedergeburt einer Tradition

Die Bütschwilerin Sara Keller produzierte als Maturaarbeit eine Schülerzeitung. Eine spannende, aber herausfordernde Aufgabe für die 18jährige Schülerin der Kantonsschule Wattwil.

Jeannette Ringger
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Sara Keller ist Initiantin und Chefredaktorin der neuen Schülerzeitung «Schlusspunkt». (Bilder: Jeannette Ringger/pd)

Sara Keller ist Initiantin und Chefredaktorin der neuen Schülerzeitung «Schlusspunkt». (Bilder: Jeannette Ringger/pd)

Frau Keller, Sie haben gerade den Verkauf Ihrer ersten Schülerzeitung hinter sich. Was ist das für ein Gefühl?

Sara Keller: Ein sehr gutes! Ich bin wahnsinnig erleichtert, dass die Ausgabe rechtzeitig fertig wurde und es freut mich, dass die Zeitung, wie es scheint, sehr gut ankommt.

Wie kamen Sie auf die Idee, dieses grosse und zeitintensive Projekt als Maturaarbeit zu machen?

Keller: Da meine Mutter beim Radio arbeitet, ist der Journalismus Teil unseres Familienalltags. Ich war immer fasziniert von der Arbeit meiner Mutter und interessiere mich sehr für die Medienbranche. Ausserdem war für mich klar, dass ich eine abwechslungsreiche und praktische Maturaarbeit machen wollte. Es sollte etwas sein, an dem ich mit Freude arbeiten konnte. Ausserdem wollte ich etwas lernen, das mir für die Zukunft nützlich ist.

Sie hatten vorher keinerlei Erfahrung im journalistischen Bereich. Woher holten Sie sich das nötige Wissen, um eine Zeitung zu schreiben?

Keller: Einerseits stand mir meine Mutter immer mit ihrem Rat zur Seite. Andererseits suchte ich mir einige Berater für die verschiedenen Bereiche einer Zeitung. So konnte ich auf die wertvollen Ratschläge eines ehemaligen Schülerzeitungsredaktors, eines Journalisten, eines Grafikers und eines IT-Fachmanns zählen.

Hatten Sie im Lauf der Zeit auch mit Schwierigkeiten zu kämpfen?

Keller: Ja, natürlich! Ich denke, das ist normal, wenn man als Laie ein solches Projekt in Angriff nimmt. Manchmal, als ich mitten in der Arbeit steckte und kaum ein Ende in Sicht war, war es schon schwierig, sich immer wieder zu motivieren und weiterzumachen. Ausserdem sollte man ja nebenbei auch noch zur Schule gehen und Hausaufgaben erledigen.

Was für Schwierigkeiten waren das?

Keller: Am schwierigsten fand ich es, als Chefredaktorin immer für über 20 Leute gleichzeitig denken zu müssen. Alle Schüler, die im Redaktionsteam sind, haben diese Arbeit freiwillig gemacht. Da musste ich manchmal Motivationsarbeit leisten, damit alles pünktlich fertig wurde. Ausserdem fiel es mir schwer zu entscheiden, ob die Themen, die die Schüler grösstenteils selber wählen konnten, auch bei den Lesern gut ankommen würden.

Was war Ihre Motivation, trotz all diesen Problemen weiterzumachen?

Keller: Ich wollte unbedingt, dass es wieder eine Schülerzeitung gibt an der Kanti Wattwil. An vielen anderen Kantonsschulen gehört die Schülerzeitung zum festen Bestandteil des Schulalltags, und jede Ausgabe wird gespannt erwartet. Diesen Enthusiasmus wollte ich auch hier wieder entfachen und so das Gemeinschaftsgefühl klassenübergreifend stärken. Ausserdem ist eine Schülerzeitung eine tolle Plattform für begabte Schüler, um sich in den Bereichen Schreiben, Gestaltung oder Organisation entfalten zu können.

Was hat Ihnen an Ihrer Arbeit am meisten gefallen?

Keller: Das Layouten, also das grafische Gestalten der Zeitung, hat mir grossen Spass gemacht. Ich hätte gerne mehr Zeit damit verbracht, jedoch besass ich das erforderliche Layoutprogramm, mit dem mein Grafiker arbeitete, nicht.

Wie viel kostet eine Zeitung?

Keller: Für Schüler kostet ein Exemplar zwei Franken und für Lehrer drei.

Was wünschen Sie sich für die Zukunft der Zeitung?

Keller: In erster Linie hoffe ich, dass die Zeitung von nun an regelmässig erscheint und sowohl den Schülern wie auch den Lehrern viele unterhaltsame Momente beschert. Ich werde im kommenden Sommer meine Matura machen und deshalb den Chefredaktionsposten weitergeben. Aber ich bin guter Dinge, dass die Zeitung weiterhin existieren wird. Schliesslich hat es im jetzigen Redaktionsteam auch viele Schüler aus den unteren Klassen, welche dank ihren Erfahrungen, die sie gemacht haben, ihr Wissen auch neuen Mitgliedern des Teams weitergeben können. Ich bin sehr gespannt, wie es weitergeht.