WIEDERERÖFFNUNG IM JUNI
Nach Umbau und Neukonzeptionierung: Museum Gais erstrahlt in neuem Glanz

Die vergangenen Monate wurde das Museum Gais renoviert. Ziel der Massnahme ist es, wieder mehr Besucherinnen und Besucher registrieren zu können. Auch die Öffnungszeiten werden hierfür angepasst. Die offizielle Wiedereröffnung ist am 20. Juni.

Astrid Zysset
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Doris Oetiker, Gemeinderätin und Präsidentin der Kulturkommission, steht zusammen mit Kurator Ueli Vogt in den umgestalteten Räumen, in welchen die Dauerausstellung gezeigt wird.

Doris Oetiker, Gemeinderätin und Präsidentin der Kulturkommission, steht zusammen mit Kurator Ueli Vogt in den umgestalteten Räumen, in welchen die Dauerausstellung gezeigt wird.

Bild: Astrid Zysset

Die dunkelblauen Wände stechen ins Auge. Sie lassen die Gaiser Panorama-Ansichten des Künstlers Johann Ulrich Fitzi zum Blickfang werden. Und auch das mobile Lager, das Kurator Ueli Vogt liebevoll das «Schmuckkästchen» nennt und welches sich hinter zwei Schranktüren befindet, ist neu. Auf ausziehbaren Wänden und in Schubladen finden sich dort weitere Dorfansichten. Die Dauerausstellung im Obergeschoss des Museums Gais hat eine grundlegende Neukonzeptionierung erfahren. Sie wirkt aufgeräumter, übersichtlicher.

Kein Wunder. Vorgängig wurde jeweils die gesamte Sammlung präsentiert. Ob dieser Dichte fühlte sich Gemeinderätin und Präsidentin der Kulturkommission, Doris Oetiker, nach eigenen Angaben jeweils «fast erschlagen», wenn sie durch die Ausstellungsräume ging. Heute wird lediglich noch ein Drittel der ursprünglichen Werke gezeigt. Und wie die Gemeinderätin weiter ausführt, entdeckt sie nun aufgrund der Übersichtlichkeit jedes Mal etwas Neues.

Der Umbau wurde für sie zur «Herzensangelegenheit», wie sie sagt. Oberstes Ziel sei es gemäss Oetiker, dass sich das Museum wieder «mit Leben füllt». Die Ausstellungen sollen attraktiver gestaltet sein und somit mehr Besucher anziehen. Die Arbeiten hierzu begannen im Januar. Vergangenen Samstag feierte das Museum dann Wiedereröffnung. 15 Gäste waren geladen. Für die Öffentlichkeit ist das Museum ab dem 20. Juni wieder zugänglich. Dann auch während angepasster Öffnungszeiten. War das Museum vorgängig am 10., 20. und 30. des Monats für Besucherinnen und Besucher zugänglich, wird dies neu jeden Sonntagnachmittag zwischen 14 und 17 Uhr möglich sein.

Umbau war jahrelang geplant

Die Neukonzeptionierung des Museums war schon länger angedacht. Doch wie Oetiker ausführt, habe einige Jahre der «Durchbruch» gefehlt. Im August 2019 wurde schliesslich ein Projektierungskredit über 50'000 Franken seitens des Gemeinderates gesprochen, 150'000 Franken wurden für den Umbau veranschlagt. Für die Umsetzung des durch die Kulturkommission erstellten Grobkonzeptes wurden externe Fachpersonen wie Johannes Stieger, Gestalter und Vermittler, sowie Ueli Vogt beigezogen. Letzterer zeigt sich denn auch beeindruckt, dass mit verhältnismässig geringen Mitteln ein «solch schönes Resultat» entstanden ist.

Möglich wurde dies auch, da die Ausgangslage optimal war. Die reichhaltige Sammlung an Gaiser Ansichten war durch den vorherigen Museumsdirektor Urs Zürcher akkurat inventarisiert worden. «Man konnte die Bilder einfach nehmen und aufhängen», sagt Vogt. Auf die Erneuerung der Rahmen wurde aus finanziellen Gründen verzichtet. Mehr investiert wurde hingegen in die Renovation der Räume wie auch in einzelne interaktive Elemente. Stolz weist Vogt zudem auf die Fensterfront, die nun die Sicht auf den Säntis freigibt. Vorgängig war diese durch Stellwände verschlossen.

«Jetzt haben wir einen schönen Gegensatz: Panoramaansichten in Form von Bildern an den Wänden und an der Fensterfront eine Liveaussicht.»

Verein wird bis Ende Jahr gegründet

Die Dauerausstellung im Obergeschoss hat ausschliesslich Gais zum Thema. Zu sehen gibt es vorwiegend Radierungen und Lithografien vor und nach dem Brand von 1780. Im letzten Raum, im sogenannten «Sammelsurium», sind auch noch Osterschriften, Uhren, Ansichten der Stosskapelle, Waffen von der Schlacht am Stoss, Druckplatten wie auch die alte Gemeindekasse ausgestellt. «Wir wollten hier zeigen, was die Gemeinde alles sammelt», so Oetiker.

Im Untergeschoss befinden sich die Wechselausstellungen. Zu sehen sind aktuell Klanginstallationen des Gaiser Künstlers Sven Bösiger, Graslandschaften von Christian Schwager oder auch Illustrationen von Pascale Osterwalder. Wie Vogt betont, dürfen hier auch Ausstellungen ohne Bezug zu Gais gezeigt werden. «Wir wollen eine Mischung bieten, in der alles Platz hat», so der Kurator weiter. Noch ist offen, wie oft die Wechselausstellungen erneuert werden. Vorerst bleiben sie ein halbes Jahr bestehen. Ende 2021 soll ein Verein gegründet sein, der die Wechselausstellungen kuratieren und organisieren wird.