Wieder Unfälle mit Todesfolge

Die Verkehrsunfallstatistik kann einen Rückgang von 2,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr aufweisen, aber drei Todesfälle überschatten dieses gute Resultat. Noch immer sehr hoch ist die Zahl der durch Wild verursachten Unfälle.

Timo Züst
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HERISAU. Am 17. Juni 2012, einem Sonntag, passiert es: Ein knapp 5jähriges Mädchen erliegt nach einem Zusammenprall mit einem Personenwagen seinen Verletzungen. Es ist eine von drei Personen, die im letzten Jahr ihr Leben infolge eines Verkehrsunfalls auf Ausserrhoder Strassen verloren. Es ist eine Zahl, die zu verlesen, Kurt Lutz, Chef der Regional- und Verkehrspolizei, nicht leicht fällt. Vor einem Jahr hatte er noch verkünden können, dass sich 2011 kein Unfall mit Todesfolge ereignet hatte. Tröstend sei aber, dass die Anzahl schwerverletzter Personen um ganze 60 % abgenommen hat. «Meist ist der Grat zwischen einer schweren Verletzung und dem Tod so schmal, dass die Polizei darauf keinen Einfluss hat», sagte er.

Sogar noch mehr Wildunfälle

Seit zwei Jahren werden auch Verkehrsunfälle mit Wildtieren in die Statistik aufgenommen. Schon bei deren ersten Auftritt wurden sie als dritthäufigste Unfallursache aufgeführt, 2012 waren Wildtiere auf der Fahrbahn für ganze 80 Unfälle (2011: 67) verantwortlich und rücken so auf den zweiten Platz der häufigsten Ursachen vor. Am meisten Probleme im Strassenverkehr bereitet aber noch immer das Nichtanpassen der Geschwindigkeit. Die Differenz ist allerdings nur marginal: Von den 465 (2011: 477) registrierten Unfällen sind 81 auf zu hohe Geschwindigkeit zurückzuführen. Dort will die Kantonspolizei denn auch den Hebel ansetzen. Laut Kurt Lutz wird eine Verkehrsgruppe analysieren, wo und wann gerast wird. Zudem sollen häufiger Radarkontrollen gemacht werden.

Warnen vor Radarfallen ist illegal

«Achtung! Die Bullen haben den Radarkasten bei der Poststrasse Herisau aufgestellt.» Meldungen wie diese tauchen sofort auf Social-Media-Plattformen auf, wenn die Ausserrhoder Kantonspolizei eines ihrer zwei mobilen Radargeräte neu plaziert oder mit dem Laser irgendwo kontrolliert. Das weiss auch Kurt Lutz, aber: «Es muss jedem bewusst sein, dass eine solche Warnung illegal ist.» Trotzdem gibt er zu, führt die Polizei keine Internet-Kontrollen durch. Zu aufwendig. Aber sie kann Geräte mit speziell installierter «Warnungs-Software» beschlagnahmen.

Das Einsteigen erschweren

Laut der Kriminalstatistik haben sich die Einbruchdiebstähle in Ausserrhoden mehr als verdoppelt (siehe Seite 28). Gekippte Fenster, nicht abgeschlossene Haustüren, gelegte Schlüssel – alles Einladungen für Einbrecher auf Beutezug, weiss Sicherheitsberater Urs Helg. Nebst seinen Aufgaben als Kriminalpolizist berät er Interessierte über Möglichkeiten zur Verbesserung der Sicherheit ihrer eigenen vier Wände. Er predigt die präventiven Massnahmen, will den Eindringlingen ihre Arbeit erschweren. Denn: «Zeit ist Geld. Dieses Prinzip gilt auch für Einbrecher. Müssten sie zu viel Zeit aufwenden, um irgendwo einzusteigen, werden sie es lassen.» Erreicht wird dies beispielsweise durch sichere Fenster, Türen oder Storen. Die Beratung findet meist vor Ort statt und ist kostenlos.

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