Wieder eine Erweiterung Hofwis?

Mitte November entscheiden die Stimmbürger von Mosnang an der Urne über ein Gutachten. Das Alters- und Pflegeheim Hofwis soll erweitert und im gleichen Zug renoviert und teilweise umgebaut werden.

Martina Signer
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Bernhard Graf Gemeindepräsident Mosnang (Bild: pd)

Bernhard Graf Gemeindepräsident Mosnang (Bild: pd)

MOSNANG. Eine Entwicklungsprognose macht es deutlich: Die Anzahl der über 80jährigen Einwohner von Mosnang steigt immer mehr an. Anhand dieser Zahlen lässt sich auch der Bedarf an Pflegebetten eruieren. Schon in zehn Jahren dürfte der Platz im Alters- und Pflegeheim trotz der 14 Betten, die im Solino-Seniorenzentrum zur Verfügung stehen, knapp werden. Die Prognose zeigt 2025 ein Unterangebot von drei Betten, 2030 könnten es bereits sieben sein. Unter diesem Aspekt und unter Berücksichtigung der anstehenden nötigen Renovationen am Alters- und Pflegeheim hat der Gemeinderat im Herbst 2014 einen Projektierungskredit bei der Bevölkerung beantragt. Daraus ist nun ein Projekt geworden. Das Alters- und Pflegeheim soll nicht nur um Zimmer erweitert, sondern auch renoviert und, wo nötig und sinnvoll, umgebaut werden. Die Gesamtkosten belaufen sich auf 6 Millionen Franken, wovon 1,5 Millionen durch Steuergelder finanziert werden. Die restlichen Kosten gehen zulasten des Betriebs.

Zwei Architekturbüros

Laut Gemeindepräsident Bernhard Graf hat die zuständige Betriebskommission des Alters- und Pflegeheims im Vorfeld der Projektierung mehrere ähnliche Bauten besichtigt. Die Betriebskommission besteht aus Bernhard Graf, dem Betriebsleiter Johann F. Wehrli sowie Gemeinderätin Ruth Breitenmoser und Gemeinderat Renato Truniger. So hat man sich unter anderem am Alters- und Pflegeheim in Brunnadern und dem in Waldstadt orientiert. Das in Waldstadt verantwortliche Architekturbüro buob AG aus Rorschacherberg hat überzeugt und ist auch am Projekt in Mosnang beteiligt. Ebenfalls zugezogen wurde die b + p Architektur AG aus Uzwil. Dies mehrheitlich zur Kostenerhebung.

Die wesentlichsten Änderungen betreffen nicht nur die Erweiterung, sondern auch den etwas über 30jährigen Erstbau aus den Jahren 1981/82. Dort gibt es derzeit noch Zimmer ohne eigene Nasszellen. Um dies zu ändern und die Zimmer an heutige Bedürfnisse anpassen zu können, müssen im Altbau einige Zimmer den Nasszellen Platz machen. Damit dies nicht allzu kompliziert wird, haben die Architekten die vorhandenen Räume optimal genutzt und einen neuen, ausgeklügelten Grundriss der Zimmer und dazugehörigen Nasszellen konzipiert. So wird beispielsweise aus einem Zimmer in einer Reihe von dreien das mittlere in zwei Nasszellen umgebaut, die von den Zimmern direkt zugänglich sind. So fallen im Altbau einige Zimmer weg, die aber durch die Erweiterung kompensiert werden. Doch nicht nur bei den Zimmer wird umgebaut. Im Erdgeschoss wird zum Beispiel ein einladender Empfangsbereich gestaltet, und der Lift wird vergrössert, damit die Nutzung mit Rollator und Rollstuhl einfacher und bequemer wird. «Dies wird bautechnisch nicht ganz einfach und ist deshalb im Verhältnis einer der teureren Posten», sagt Bernhard Graf. Wo man dafür nicht investieren muss, ist in die Heizung, da das Alters- und Pflegeheim bereits seit Sommer 2013 von der Holzschnitzelfernheizung der Oberstufe mit Energie versorgt wird. Dadurch sind im Untergeschoss Heizungsräume frei geworden, was dazu führte, dass in der Planung die ganze UG-Nutzung neu definiert wurde. So werden auch hier neue Bewohnerzimmer mit Gartensitzplatz entstehen.

Erweiterung an Bau von 2006

Bereits im Jahr 2006 wurde das Hofwis erstmals erweitert. Dieser Anbau soll nun Richtung Norden auf allen drei Geschossen nochmals erweitert werden. Daraus entstehen zehn neue Bewohnerzimmer mit Dusche/WC und Gartensitzplatz respektive Balkon. Was die Umgebung angeht, gibt es keine grossen Änderungen. Die Parkplätze werden allerdings angepasst und generell wird bei der Neugestaltung der Umgebung darauf geachtet, dass dies in Abstimmung mit dem Projekt Bachöffnung Dorfbach geschieht. Was den aus dem Anbau resultierenden Mehrertrag angeht, war der Gemeindepräsident noch etwas vorsichtig. Die Zahlen sind dennoch in die Abstimmungsunterlagen aufgenommen worden. Mit Einbezug der Amortisationskosten der 4,5 Millionen, welche das Hofwis zu tragen hat, und zusätzlichen Personalkosten könnte ein Mehraufwand von rund 340 000 Franken entstehen. Rechnet man mit Einnahmen aus 34 Betten, was also nicht der vollen Auslastung entspräche, stünden den genannten Kosten Mehreinnahmen von rund 357 000 Franken gegenüber.

Die Abstimmungsunterlagen sollten demnächst in den Briefkästen der Stimmbürger landen. Am 29. Oktober findet zu dem Thema ein Informationsanlass statt. Die Abstimmung über den Baukredit erfolgt am 14. November an der Urne.

Die Visualisierung zeigt, wie das Alters- und Pflegeheim nach dem Bau der Erweiterung aussehen wird. (Bild: Quelle Visualisierung: Gemeinde Mosnang)

Die Visualisierung zeigt, wie das Alters- und Pflegeheim nach dem Bau der Erweiterung aussehen wird. (Bild: Quelle Visualisierung: Gemeinde Mosnang)