Wieder Beizensterben im Appenzeller Vorderland: Traditionswirtschaft Blume in Wolfhalden ist geschlossen

Dieser Tage wurde das Restaurant Blume in Wolfhalden geschlossen. Die mittlerweile weggezogenen Wirtsleute führten die einstige Traditionswirtschaft ein knappes Jahr, und heute ist die Zukunft des Hauses ungewiss.

Peter Eggenberger
Drucken
Teilen
Die einst florierende «Blume» im Wolfhäldler Ortsteil Plätzli ist erneut geschlossen.

Die einst florierende «Blume» im Wolfhäldler Ortsteil Plätzli ist erneut geschlossen.

Bild: Peter Eggenberger

Früher war der an der Durchgangsstrasse Heiden – Rheineck gelegene Weiler Plätzli ein lebhaftes Quartier mit verschiedenen Kleinunternehmen. Hier waren die Fuhrhalterei Egger und die Sägerei Walser ansässig, die für viel Betriebsamkeit sorgten. Beliebter Treffpunkt für Handwerker, Fuhrleute, Anwohner und Passanten war die «Blume», die ab 1945 von Hans und Anni Niederer geführt wurde.

Die Wirtsleute betrieben zugleich eine Bäckerei mit Ladengeschäft. Als 1965 Laden und Backstube aufgegeben wurden, erfolgte eine Vergrösserung Sälis, das zum beliebten Treffpunkt für Vereine wurde.

Traditionsreiche Fasnachtsanlässe

Zu den «Blume»-Traditionen gehörten die Fasnachtsanlässe und eine Reihe weiterer Veranstaltungen. Auch für die Lesegesellschaft Aussertobel war das Haus Tagungsort. Nach 34-jähriger Wirtetätigkeit verkaufte Familie Niederer 1979 die «Blume» an Eugen Ehrensperger, der kurzzeitig als Wirt wirkte. Anschliessend verzeichnete das Haus eine Reihe von Eigentümer- und Wirtewechseln, wobei immer wieder Schliessungen und Wiedereröffnungen zu verzeichnen waren.

Seit 2015 ist Jan Soller, Heiden, Besitzer des sichtlich in die Jahre gekommenen Hauses. Offen bleibt derzeit, wer das nächste Kapitel des einst blühenden Restaurants schreibt oder ob die derzeitige Schliessung der «Blume» zum Definitivum wird.