Wie wollen wir alt werden?

Der zunehmende Anteil alter Menschen an der Bevölkerung ist in Ausserrhoden noch grösser als im Rest der Schweiz. Eine Podiumsdiskussion nimmt sich am Freitag diesem Thema an.

Karin Erni
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In Ausserrhoden gehen ältere Menschen früher ins Heim als im Rest der Schweiz. (Bild: pd)

In Ausserrhoden gehen ältere Menschen früher ins Heim als im Rest der Schweiz. (Bild: pd)

HERISAU. Im Jahr 2030 wird die Bevölkerung in Ausserrhoden zu fast 30 Prozent aus Rentnern bestehen. Wie und wo werden diese leben? Wer wird sie betreuen, wenn sie pflegebedürftig sind und wer soll das bezahlen? Mit diesen und anderen Fragen beschäftigt sich am Freitag im Heinrichsbad eine hochkarätige Diskussionsrunde mit Vertretern aus Politik und den Altersorganisationen.

Für Andreas Büchler, Geschäftsführer der Stiftung Altersbetreuung Herisau, ist es höchste Zeit, dass das Thema «Leben im Alter» breit diskutiert wird. «Wir sollten nicht warten, bis der Druck so hoch wird, dass man nur noch reagieren kann.» Jetzt habe man noch die Möglichkeit zu gestalten. Seiner Erfahrung nach würden Altersthemen gerne umgangen. In Ausserrhoden bestehe akuter Nachholbedarf. Daher betrachte er es als Verpflichtung, dem Thema eine Tribüne zu bieten. Auf dem Podium vertreten sind Herisaus Gemeindepräsident Renzo Andreani, Susanne Schäfer, Geschäftsführerin von Spitex Appenzellerland, Markus Gmür, Geschäftsführer Pro Senectute, Andreas Tinner, Leiter des Amts für Soziale Einrichtungen, sowie Max Nadig, Präsident der Stiftung Altersbetreuung.

Viele Altersheimplätze

Ausserrhoden hat von allen Kantonen prozentual am meisten Plätze in der stationären Alterspflege. Der Grund liegt gemäss Andreas Büchler in den relativ tiefen Taxen, die in der Vergangenheit erhoben wurden. «Die Taxen werden sich im Jahr 2016 verändern. Ab dann gilt die Kostenwahrheit, das heisst die Pflegeanteile müssen korrekt ausgewiesen werden.» Hier kämen verschiedene Probleme auf Patienten, Leistungserbringer und Kostenträger zu.

Fehlendes Altersleitbild

Auch die Frage nach einem Altersleitbild dürfte ein Thema der Podiumsdiskussion sein. Es gelte, verschiedene Fragen zu klären. Was wünscht sich der Einzelne? Wer soll die Qualität bestimmen? Wer soll das zahlen? Die Tatsache, dass die Menschen heute länger fit bleiben als früher, biete ein weites Feld für Freiwilligenarbeit. Auch die technische Entwicklung müsse berücksichtigt werden, so Büchler. Er nennt in diesem Zusammenhang den Fortschritt in der Telemedizin bis hin zum Pflegeroboter. Das sei gar nicht so abwegig. Bereits heute würden beispielsweise Roboter-Robben zur Aktivierung von Alzheimer-Patienten eingesetzt.

An der Podiumsdiskussion am Freitagabend werden auch Fragen aus dem Publikum aufgenommen und diskutiert.

Podiumsdiskussion «Wie leben wir künftig im Alter in Herisau?» 19 bis 20.30 Uhr, Mehrzweckraum, Kasernenstrasse 91, Herisau

Andreas Büchler Geschäftsführer der Stiftung Altersbetreuung Herisau (Bild: pd)

Andreas Büchler Geschäftsführer der Stiftung Altersbetreuung Herisau (Bild: pd)