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Wie wäre es mit einer Frau Landammann in Innerrhoden?

An der Landsgemeinde 2019 braucht es einen Ersatz für den abtretenden Landammann Daniel Fässler. Einige sehen in Antonia Fässler – aktuell Frau Statthalter – durchaus eine mögliche Frau Landammann. Bleibt die Frage nach einem juristischen Rucksack.
Roger Fuchs
Die beiden bisherigen Frauen in der Innerrhoder Standeskommission: Ruth Metzler, ehemals Frau Säckelmeister, und die heutige Frau Statthalter Antonia Fässler. (Bild: APZ)

Die beiden bisherigen Frauen in der Innerrhoder Standeskommission: Ruth Metzler, ehemals Frau Säckelmeister, und die heutige Frau Statthalter Antonia Fässler. (Bild: APZ)

Mit der Gesundheitsdirektorin (Frau Statthalter) Antonia Fässler sitzt nach Ruth Metzler erst die zweite Frau in der Innerrhoder Standeskommission. Fässler, die ehemalige Departementssekretärin, hat sich als Regierungsrätin etabliert, die heuer mit der Zustimmung der Landsgemeinde zu einem Ambulanten Versorgungszentrum Plus einen grossen Erfolg verbuchen konnte. Könnte sie nach dem Rücktritt von Daniel Fässler die erste Frau Landammann im Kanton werden? Während man sich beim Gewerbeverband und der FDP AI zu keinen konkreten Namen äussern will, sagt die Arbeitnehmerpräsidentin Angela Koller zumindest soviel:

«Intellektuell wäre Antonia Fässler absolut in der Lage, dieses Amt auszuführen.»

Auch Stefan Ledergerber, Präsident der CVP AI, notabene der grössten Innerrhoder Partei, schliesst diesen Gedanken nicht aus. Zwingende Voraussetzung sei, dass man sich politisches Wissen angeeignet habe. Einen juristischen Rucksack, wie ihn Fässler und sein Vorgänger Carlo Schmid hatten, erachtet Ledergerber für das Landammannamt nicht als zwingend. Wichtiger sei, dass man Sicherheit ausstrahle, verhandeln könne, eloquent sei, und eine klare Linie habe. Vor diesem Hintergrund sei Antonia Fässler als Frau Landammann für ihn durchaus denkbar.

Offenheit für alle Anliegen

Martin Pfister, Präsident der SP AI, spricht zwar von nur wenigem persönlichen Kontakt zu Antonia Fässler, doch aus seiner Optik bringt sie die ihm wichtige Offenheit für die Anliegen jeglicher politischer Couleur mit. Die politische Routine sei ebenfalls vorhanden. Wenn Fässler weiterhin die Baustellen im Gesundheitswesen betreuen würde, kann sich auch Josef Manser, Präsident der GFI, Fässler als Frau Landammann vorstellen. Und exakt dies wäre möglich: Die Innerrhodische Eigenheit will es, dass die Departemente für Erziehung, Volkswirtschaft sowie Gesundheit und Soziales von der Standeskommission auf die beiden Landammänner und den Statthalter aufgeteilt werden. Hingegen Säckelmeister, Landeshauptmann, Bauherr und Landesfähnrich werden von der Landsgemeinde direkt in das für sie bestimmte Departement gewählt.

Ratschreiber soll kein Schattenregierungsrat sein

So wenig beim Gewerbe herauszulocken ist, so redselig gibt man sich auf linker und Arbeitnehmerseite. «Daniel Fässler war zum Schluss ein kompletter Wirtschaftsvertreter», sagt SP-Präsident Martin Pfister. Entsprechend gross ist seine Hoffnung, dass nun eine ausgeglichene Person für die Standeskommission gefunden werden kann. Gleichzeitig mit der Arbeitnehmerpräsidentin Angela Koller unterstreicht er die Wichtigkeit der Führungsverantwortung. Offenbar besteht angesichts starker Persönlichkeiten in der Verwaltung hier eine gewisse Gefahr. Konkret genannt wird von Martin Pfister der Ratschreiber Markus Dörig. Hätte die neue Person in der Innerrhoder Regierung keinen juristischen Rucksack mehr, wäre der Ratschreiber noch der einzige Jurist.

«Dadurch besteht ein gewisses Risiko, dass er ein Monopol hat auf juristischen Themen und zu einem Schattenregierungsrat wird.»

Für Angela Koller muss am Schluss das Gesamtpaket bei der neuen Person stimmen, doch auch sie fügt an, dass zu viel Verantwortung auf dem Ratschreiber liegen könnte, wenn kein juristisches Wissen mehr in der Innerrhoder Standeskommission vorhanden wäre. Gewerbepräsident Albert Manser sieht diesen Punkt weniger eng: «Gesunder Menschenverstand ist manchmal besser.»

Bestehendes hinterfragen

Wie Angela Koller weiter ausführt, wünscht sie sich im Landammannamt eine Person, welche den Mut hat, den Kanton in die Zukunft zu führen und dabei auch Bestehendes zu hinterfragen. Beispielsweise das Halbamt, das aus Sicht von Koller der Vergangenheit angehört: «Die Gewählten sollen den Hauptteil ihrer Arbeitskraft hier einsetzen können.» Diese Diskussion werde auf jeden Fall kommen. Deshalb soll sich ein neuer Landammann dieser Tatsache stellen. Würde es darauf hinauslaufen, dass die neue Person wie Vorgänger Daniel Fässler wieder das Volkswirtschaftsdepartement inne hat, so anerkennt man den Anspruch des Gewerbes auf jenes Amt. Persönlich fügt Angela Koller an: «Müsste ich jemanden aus Gewerbekreisen nennen, so erachte ich im ganzen Kanton niemanden als fachlich und persönlich fähiger als Bruno Huber, Hauptmann des Bezirks Rüte.»

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