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Wie vor 100 Jahren

«Pro Natura will breites Flussbett» Ausgabe vom 6. Februar
Anna Gasser Flooz, 9620 Lichtensteig

So, so. Die Pro Natura will ein breiteres Flussbett. Wie einfach es doch ist, als Exponent dieses Verbandes solche Ansprüche zu stellen. Und wie unsachlich ist die Aussage, der Kanton als Projektträger tue zu wenig unterhalb des Siedlungsgebietes und «nehme zu viel Rücksicht auf die Bauern». Erstens verbergen sich hinter «den Bauern» Grundeigentümer, die gemäss Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft auf das Recht der Eigentumsgarantie zählen können. Wird dieses durch Eingriffe verletzt, ist die sogenannte Verhältnismässigkeit ein wichtiges Kriterium, indem für ein vergleichbares Projekt materiell oder formell nur so viel Land wie nötig enteignet wird, um den Eingriff in das Grundrecht möglichst klein zu halten. Dies berücksichtigt auch das Gewässerschutzgesetz in seiner Formulierung, «... den ursprünglichen Flusslauf möglichst wiederherzustellen». «Möglich», meint hier, in den Grenzen der Rechtsordnung und nicht nach der Devise: «Da hätte es noch mehr Land, verbauen wir dieses doch auch noch!»

Zweitens stehen hinter dem Begriff «die Bauern» Landwirte und ihre Familien, die auf dem Land Lebensmittel für alle produzieren, so auch für die Mitglieder der Pro Natura. Drittens sind eben diese «Bauern» seit Jahren darum bemüht, ihre Betriebe zu extensivieren, Landschaftsqualitäts- und Vernetzungsprojekte auf die Beine zu stellen, die Natur zu schonen und Flora und Fauna im Sinne der Nachhaltigkeit für kommende Generationen zu erhalten, genau wie die «Pro Natura». Wir horten unser Land oder das uns von den Grundeigentümern als Pacht zur Verfügung gestellte Land nicht, sondern es ist unsere Existenzgrundlage. Und viertens darf der Sinn der Bundesgesetzgebung, bei den Flüssen den ursprünglichen Zustand – wie vor 100 Jahren – wiederherzustellen, in Frage gestellt werden. In keinem Bereich unserer Welt denken wir in diesem Muster, wieso denn bei Flusssanierungen? In ihrer Überdimensionalität tangieren diese Projekte so viele Interessen, dass es zu Konflikten kommen muss. Oder könnten wir unser Verkehrsproblem nicht lösen, indem wir den Zustand wie vor 100 Jahren herstellen? Aber natürlich, welch geniale Idee. In diesem Sinn, schaffen wir das Automobil wieder ab und regeln den Verkehr wieder wie vor 100 Jahren.

Anna Gasser Flooz, 9620 Lichtensteig

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