Wie toll ihr doch seid, liebe Swisscom und SAK

Ich komme zurück aus dem Swisscom-Shop und freue mich. Bald profitiere auch ich zu Hause vom schnellen Glasfasernetz. Der Auftrag ist erteilt. Keine zwei Tage später meldet sich eine Frau von der Swisscom-Marketingabteilung. Sie würde mich gerne über das Glasfaser aufklären.

Roger Fuchs
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Weisse Glasfaseranschlüsse unten und oben im Keller. (Bild: rf)

Weisse Glasfaseranschlüsse unten und oben im Keller. (Bild: rf)

Ich komme zurück aus dem Swisscom-Shop und freue mich. Bald profitiere auch ich zu Hause vom schnellen Glasfasernetz. Der Auftrag ist erteilt. Keine zwei Tage später meldet sich eine Frau von der Swisscom-Marketingabteilung. Sie würde mich gerne über das Glasfaser aufklären. «Nicht mehr nötig», antworte ich gelassen, «habe schon alles im Shop besprochen und eingefädelt.» Sie schaue gleich mal nach, tönt's am anderen Ende der Leitung. Ja, sie sehe einen Auftrag, doch «wo sind bei Ihnen zu Hause die Anschlüsse?» «Im Keller natürlich», so wie es einst von der SAK eingerichtet wurde. Dann erfahre ich, dass ich damit aber ein Problem habe. Herisau sei eine Ausnahme, die Swisscom würde keine Kabel ins Wohnzimmer ziehen. Die Dame kommt immer mehr in Fahrt. Warum ich denn eigentlich das Kabel nicht gleich ins Wohnzimmer habe ziehen lassen? Na logo, ich Dummkopf, denke ich mir leise. Warum wohl nicht? «Weil es die SAK eben nur bis in den Keller zieht», antworte ich freundlich.

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Der SAK und Swisscom kann man an dieser Stelle nur gratulieren für diese tollen Absprachen und dafür, wie man am Schluss auch noch als Kunde hingestellt wird. Sofort lese ich im Prospekt der SAK nochmals nach, wo es wörtlich heisst: «Im Einfamilienhaus installiert die SAK die Glasfasersteckdose standardmässig neben dem Hausanschlusskasten, so dass die sternförmige Verteilung für weitere Verkabelung ausgeführt werden kann.» Sorry, liebe Telekomanbieter, dass ein Kunde dabei nicht auf die Idee kommt, zu sagen, man soll dann bitte auch noch ein Kabel ins Wohnzimmer ziehen.

Das Problem bleibt also vorerst bestehen, der Auftrag im Shop wird storniert, und dafür gibt mir die Swisscom-Marketingfrau am Draht noch mit auf den Weg, dass ich bei ihr dann schon die besseren Konditionen bekommen würde als im Shop. Beispielsweise drei Monate gratis. Aber hallo! Gibt's nun auch noch eine Swisscom 1, Swisscom 2, Swisscom 3 mit je unterschiedlichen Preisen… Wie toll, zu wissen, dass im Shop und am Telefon mit ganz unterschiedlichen Ellen gemessen wird.

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Um das Problem mit dem Kabel zu lösen, bleibt offenbar als einzige Möglichkeit, einen Elektriker zu finden, der sich mit Glasfasertechnologie auskennt und mir ein Kabel bis ins Wohnzimmer zieht. Kostenpunkt: Mehrere hundert Franken.

Eine weitere Überraschung erlebe ich, als der Elektriker für einen ersten Augenschein im Haus vorbeischaut. Die von der SAK installierten Kabel seien bereits wieder veraltet. Das mache man heute nicht mehr so, erfahre ich. Ich wage schon gar nicht mehr genauer nachzufragen bei so viel Hin und Her. Es folgen Informationen zum Router der SAK, der durchaus im Keller installiert werden könnte und dessen Signal durch die Mauer funktionieren würde. Dasselbe gelte aber nicht für den Swisscom-Router.

Dieses Glasfaser bringt mich noch unter den Boden und die Fachleute offenbar an die Grenzen ihrer Erklärungskunst. Ganz zu schweigen von Absprachen unter respektive innerhalb der Telekomanbieter. Da wünsch ich mir doch gleich das Buschtelefon zurück.