Die Gemeinde muss zusammenrücken

Gemäss Richtplanrevision muss die Gemeinde Trogen zwei Hektaren Bauland auszonen. Doch wo genau? Das will die Gemeinde mittels einer Analyse herausfinden. Die Bevölkerung kann bis zum 21. September Stellung beziehen.

Astrid Zysset
Drucken
Teilen
Trogen arbeitet während der nächsten 1,5 Jahre eine Strategie zur Innenverdichtung aus. (Bild: Martina Basista)

Trogen arbeitet während der nächsten 1,5 Jahre eine Strategie zur Innenverdichtung aus. (Bild: Martina Basista)

Trogen gehört zu denjenigen sieben Gemeinden im Kanton, die im Zuge der Richtplanrevision auszonen müssen. Gemäss Vorgaben muss es sein Bauland um zwei Hektaren verkleinern. Aber auch eine Strategie zur inneren Verdichtung soll erarbeitet werden. Vergangenen Montagabend informierte die Gemeinde zusammen mit den Raumplanern Strittmatter Partner AG aus St. Gallen im Haus Vorderdorf über das weitere Vorgehen, wie die kantonalen Vorgaben in den nächsten 1,5 Jahren angegangen werden sollen. Was Raumplaner Armin Meier in seinen Ausführungen stets betonte: Verdichten heisse nicht, ein Mehrfamilien- anstelle eines Einfamilienhauses zu bauen. Die Vorgehensweise sei vielfältiger und reiche vom Veredeln der bestehenden Bausubstanz respektive die Nutzung zu verbessern, von Bauvorschriften zu lockern oder auch davon, Gebiete völlig neu zu überdenken. «Wir müssen uns darüber klar werden, was für uns als Bewohnerinnen und Bewohner wichtig ist, was die Wohnqualität ausmacht», so Meier. Die Innenverdichtungsstrategie ist nur eine Aufgabe, mit welcher sich die Gemeinde auseinandersetzen muss. Weiter befasst sie sich auch mit der Dimensionierung und der Verfügbarkeit von Bauland. Jenes bestehe gemäss Meier nämlich aus 20 Prozent Komfortzone. «Wir brauchen immer grössere Wohnungen – pro zehn Jahre zirka vier Quadratmeter pro Person. Diese Entwicklung ist im Sinne der inneren Verdichtung nicht mehr möglich.» Die Gemeinde muss zudem sicherstellen, dass bestehendes Bauland, das von grossem öffentlichen Interesse ist, auf den Markt kommt. Einen Entschädigungstopf für die Grundeigentümer würde der Kanton bereitstellen.

Doch wie geht es nun konkret weiter? Zuerst soll in Trogen eine Analyse gemacht werden. Dazu werden statistische Daten beigezogen, wie auch Begehungen in den Quartieren stattfinden. Die Idee dahinter: Wird entdeckt, dass an einem Ort viele ältere Menschen wohnen, kann davon ausgegangen werden, dass dort bald Veränderungen anstehen. Vielleicht fehlt jenen aber auch ein passendes Angebot, um ihre vielleicht zu grossen Wohnungen abzugeben? Oder ist ersichtlich, dass das Erstellungsalter bestimmter Immobilien rund 50 Jahre zurückliegt, liegt die Vermutung nahe, dass grosse bauliche Investitionen anstehen. Ein Ersatzneubau drängt sich möglicherweise auf. Abgerundet wird die Analyse mit einer Befragung der Bewohnerinnen und Bewohner. Diese können sich zu den einzelnen statistischen Daten äussern, aber auch Wünsche anbringen, wo beispielsweise eine Grünzone erforderlich wäre. Die Karten mit den Erhebungen sind im Gemeindehaus wie auch ab nächster Woche im Internet zu finden. Die Befragung dauert noch bis zum 21. September. Die Grundeigentümer werden speziell aufgesucht, um zu eruieren, was sie mit ihrem Bauland künftig vorgesehen haben.