Wie man Pflanzen vor Schädlingen schützen kann

Der Gartenbauverein Ebnat-Kappel hat letzte Woche zu einer Veranstaltung unter dem Titel «Biologischer Pflanzenschutz bei Krankheiten und Schädlingen» eingeladen.

Elisabeth Solèr
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Wenn sich die Blattläuse stark vermehren, dann vermehren sich auch – zeitverzögert – die Marienkäfer. (Bild: pd)

Wenn sich die Blattläuse stark vermehren, dann vermehren sich auch – zeitverzögert – die Marienkäfer. (Bild: pd)

Der Gartenbauverein Ebnat-Kappel hat letzte Woche zu einer Veranstaltung unter dem Titel «Biologischer Pflanzenschutz bei Krankheiten und Schädlingen» eingeladen.

Der Frühling hat sich in den letzten Tagen von der besten Seite gezeigt, und die Hobbygärtnerinnen und -gärtner freuen sich nun wieder am Spriessen des ersten Grüns. Nebst all der Freude am Wachsen und Gedeihen im eigenen Garten werden aber auch immer wieder die Gartenfreuden durch die aufkommenden Schädlinge getrübt. Und dann braucht es eine grosse Portion Nerven und Gelassenheit, nicht sofort zur Giftspritze zu greifen.

Aus diesem Grund lud der Gartenbauverein am letzten Donnerstagabend zu einem Vortrag mit Luzia Steiner ins Restaurant Löwen ein. Zum Thema «Biologischer Pflanzenschutz bei Krankheiten und Schädlingen» konnte die erfahrene Biogärtnerin und Heilpraktikerin aus Arbon mit einem grossem Wissen über das Zusammenleben von Nützlingen und Schädlingen, die in den Kreislauf der Natur eingebunden sind, referieren. Ihre wichtigste Botschaft war, genau zu beobachten und erst dann einzugreifen, wenn ein Schädling überhand nimmt. In der freien Natur stellt sich immer wieder ein biologisches Gleichgewicht ein. Wenn sich zum Beispiel die Blattläuse stark vermehren, dann vermehren sich auch – zeitverzögert – Schweb- und Florfliegen, Marienkäfer und andere. Sie dezimieren die Blattläuse auf ein erträgliches Mass. Es gilt, nicht die Blattläuse auszurotten, sondern den Schaden gering zu halten. Durch Eingriffe mit der Giftspritze wird dieses Gleichgewicht gestört. Die Entwicklung der modernen Landwirtschaft und der Gartenbewirtschaftung in den letzten Jahrzehnten hat die Schädlinge gefördert. Nützlinge sind aber sehr wichtig zur natürlichen Kontrolle der Schädlingspopulationen. Wir sind gefordert, geeignete Lebensräume mit einem vielfältigen Angebot anzubieten, zum Beispiel Hecken, Kompost, Naturwiese, Insektenhotels, Feuchtstandorte, Trockenmauern, Biologische Düngemittel wie Kräuterjauchen, Steinmehl, Nistkästen und natürlich vielfältige einheimische Kulturpflanzen, die Schmetterlinge und sonstige Nützlinge anlocken. Um die aufmerksamen Besucherinnen gleich zu motivieren, brachte die Referentin Samen und Setzlinge mit, die für die Anlockung von Nützlingen mitgenommen werden durften.

Die Natur reguliert sich selbst und lässt alle Lebewesen und Arten existieren, wobei das Prinzip «Fressen und Gefressenwerden» gilt. Dieses gilt auch bei den ungeliebten Schnecken. Wer ist sich bewusst, dass die unliebsamen Tiere eigentlich nur aufräumen? Sie riechen kranke Pflanzen und verspeisen sie schneller, als uns lieb ist. Darum ist es die Aufgabe des Gärtners, möglichst starke Setzlinge in gesundem Humus zu pflanzen, diese am Anfang auch zu schützen oder die Schnecken einzusammeln.

Wie immer, wenn sich naturbegeisterte Gärtnerinnen zusammenfinden, ging auch nach diesem interessanten Vortrag der Gesprächsstoff nicht aus. Mit vielen praktischen Gärtnertips und Erkenntnissen endete ein wertvoller Abend.

Wer weiss, vielleicht ist darum schon bald ein Schwalbenschwanzschmetterling im eigenen Garten zu beobachten?!