«Wie man es macht, es ist falsch»

Kürzlich hat EVP-Nationalrätin Marianne Streiff-Feller (BE) einen Vorstoss eingereicht, in dem sie fordert, der Bund habe auf das Wort «invalid» zu verzichten und durch «Menschen mit Beeinträchtigung» zu ersetzen. Selbst die Invalidenversicherung soll umbenannt werden.

Drucken
Teilen
Roland Eberle Geschäftsführer Procap-Regionalstelle St. Gallen (Bild: Urs Bucher)

Roland Eberle Geschäftsführer Procap-Regionalstelle St. Gallen (Bild: Urs Bucher)

Kürzlich hat EVP-Nationalrätin Marianne Streiff-Feller (BE) einen Vorstoss eingereicht, in dem sie fordert, der Bund habe auf das Wort «invalid» zu verzichten und durch «Menschen mit Beeinträchtigung» zu ersetzen. Selbst die Invalidenversicherung soll umbenannt werden. Roland Eberle ist Geschäftsführer der Procap- Regionalstelle St. Gallen und gehbehindert. Für ihn ist die Diskussion ein schwieriges Thema.

Finden Sie «invalid» abwertend?

Ich habe mich so daran gewöhnt, ich höre es gar nicht mehr. Ich selber behaupte von mir, ich sei behindert. Dafür werde ich aber oft gerügt. Richtig sei «ich habe eine Behinderung».

Ein Beispiel?

Procap hat ein Elternforum organisiert für Eltern mit behinderten Kindern aller Art, auch Autismus. Der Name «Forum für Eltern von Kindern mit einer Behinderung» hat einigen nicht gepasst. Also mussten wir «…und mit speziellen Bedürfnissen» anfügen. Der Name wird kompliziert. Aber die Empfindung der Betroffenen gilt es zu respektieren.

Finden Sie «Menschen mit Beeinträchtigung» besser?

Was ist denn eine Beeinträchtigung? Jemand, der eine Brille braucht? Oder gar jemand, der kein Geld hat? Und was ist mit psychischen Beeinträchtigungen?

Muss die Diskussion um die Bezeichnung alle paar Jahre geführt werden?

Offenbar. Aber bei jedem Begriff fühlt sich jemand betüpft. Wie man es sagt, irgendeiner stört sich daran. Man kann nur falsch liegen. Es ist besser, man konzentriert sich auf den Inhalt der Gesetze und nicht auf deren Hülle. (rsp)