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Wie hoch darf Herisau hinaus? Einige Bürgerinnen und Bürger üben Kritik am Teilzonenplan Bahnhof

Am Bahnhof sollen künftig achtstöckige Gebäude möglich sein. Diese Vorstellung gefällt nicht allen. In Herisau gibt es aber bereits vergleichbare Bauten.
Alessia Pagani
Mit dem neuen Teilzonenplan wird neben den Gleisen der Appenzeller Bahnen im östlichen Teil des Bahnhofs ein achtgeschossiges Gebäude realisierbar. (Visualisierung: PD)

Mit dem neuen Teilzonenplan wird neben den Gleisen der Appenzeller Bahnen im östlichen Teil des Bahnhofs ein achtgeschossiges Gebäude realisierbar. (Visualisierung: PD)

Die Zustimmung zum Bahnhofprojekt ist im ganzen Kanton gross. Viele wünschen sich eine Umgestaltung und Optimierung, darunter nicht nur Herisauer. So ist man sich einig, dass Herisau als Zentrumsgemeinde und Tor zum Appenzellerland einen zeitgemässen Bahnhof brauche. Trotzdem ist nicht sicher, was aus der Abstimmung vom 20.Oktober resultiert. Dann nämlich wird das Herisauer Stimmvolk über den Teilzonenplan abstimmen. Dieser legt unter anderem die Nutzungszonen und die maximalen Gebäudehöhen und -volumen fest. Besonders Letztere sind immer wieder der Kritik ausgesetzt.

Gemäss neuem Teilzonenplan sind am Bahnhof Gebäude mit vier und fünf, aber auch je eines mit sieben und acht Geschossen realisierbar. Acht Geschosse entsprechen einer Höhe von rund 30 Metern. Zum Vergleich: Das Glatttal Viadukt hat eine Höhe von 43 Metern. In Teilen der Bevölkerung bestehen Ängste, dass mit Annahme des Teilzonenplans überdimensioniert Bauten realisiert werden. Solche Bedenken wurden unter anderem am Dienstagabend an der Infoveranstaltung der Gemeinde geäussert. Dabei wird oft vergessen, dass es in Herisau bereits Gebäude in dieser Grössenordnung gibt, etwa an der Bergstrasse oder bei der Gibelhalde.

Raumplanungsgesetz verlangt Verdichtung gegen Innen

Dass Gebäude je länger je mehr in die Höhe wachsen, ist das Resultat des nationalen Raumplanungsgesetzes. Dieses untersteht dem Grundsatz «Innenentwicklung vor Aussenentwicklung». Noch 2013 haben rund zwei Drittel der Herisauer Stimmbürger für das Raumplanungsgesetz gestimmt. Und auch der kantonale Richtplan sieht eine bauliche Verdichtung an gut erschlossenen Standorten vor. Bauland wird immer knapper, so auch in der Hinterländer Gemeinde. Im kantonalem Richtplan wird der Bahnhof Herisau als Entwicklungsschwerpunkt ausgewiesen. «Herisau ist verpflichtet, sein Potenzial zu nutzen», so der zuständige Gemeinderat Max Eugster. Mit der Umzonung von der Gewerbe- in die Kernzone habe die Gemeinde die Möglichkeit, diesem Auftrag gerecht zu werden. Dabei scheint es unbestritten, dass das jetzt brachliegende Gebiet Entwicklungspotenzial aufweist. Eugster:

«Der Bahnhof ist momentan ein stark unternutztes Gebiet, das gut bebaut werden kann, ohne dass es jemanden stört.»

Bedenken, dass durch Bauten den Anwohnern die Aussichten genommen werden, teilt der Ressotchef Hochbau/Ortsplanung ebenso wenig wie solche, dass am Bahnhof Häuserschluchten entstünden. «Für Investoren ist die Wohn- und Lebensqualität wieder wichtiger geworden. Wir haben keine Angst, dass diese überdimensioniert planen.» Mit Annahme des Teilzonenplans wird sich das Gesicht des Bahnhofs ändern, die Ängste der Bevölkerung sind allerdings nur teilweise gerechtfertigt, denn mit dem neuen Teilzonenplan dürfte nur ein Gebäude mit klar begrenztem Grundriss – nämlich östlich des Kioskgebäudes bei den Appenzeller Bahnen – achtgeschossig gebaut werden. Eugster:

«Die Topografie des Bahnhofs, der in einer Senke liegt, ist optimal. Ich kann versichern, dass es keine Sichteinschränkungen geben wird.»

Nicht letzter, definitiver Entscheid

Sollten sich die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger von Herisau für den Teilzonenplan aussprechen, ist dies keinesfalls eine Garantie dafür, dass dereinst auch die entsprechenden Gebäudehöhen ausgenutzt werden. Eugster verweist auf die Sondernutzungspläne. Diese sind Pflicht und können unter anderem die bau- und nutzungsrechtlichen Grundlagen beispielsweise in Form von Beschränkungen in Bauhöhe, Nutzung und Umgebung konkretisieren. Auch Sondernutzungspläne unterliegen seit Anfang Jahr dem fakultativen Referendum. Das Herisauer Stimmvolk hat dann abermals die Gelegenheit, ihre Meinung zur künftigen Bebauung des Bahnhofs zu äussern.

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