Wie du mir, so ich dir nicht

MOSNANG. Mit Run & Bike Mosnang wird morgen Samstag die erste Saisonhälfte der regionalen Sport-Grossanlässe abgeschlossen. Das Kerngeschäft wird vermehrt durch Spass-Zusatzangebote erweitert. Aufwand und Ertrag rechnen sich jedoch nicht immer.

Urs Huwyler
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Morgen Samstag findet in Mosnang der Run & Bike-Anlass statt, organisiert von der dort ansässigen Läuferriege. (Bild: Urs Huwyler)

Morgen Samstag findet in Mosnang der Run & Bike-Anlass statt, organisiert von der dort ansässigen Läuferriege. (Bild: Urs Huwyler)

2009 rannten die Läuferinnen und Läufer zur Freude der Bevölkerung und der auswärtigen Zuschauer zum 50. Mal durch das Gelände rund um Mosnang. Es hatte sich in den Anfängen gelohnt, die Gründung der damaligen Läuferriege «Edelweiss» gegen den Widerstand des Pfarrers durchzusetzen. In den späten Fünfzigerjahren herrschte noch die Einstellung vor, wer abends noch herumrennen wolle, müsse am Tag mehr arbeiten. Oder zumindest die kirchlichen Angebote (KTV oder Jungschar) nützen. Nun, auch Hochwürden konnte sich dem Sporttrend nicht widersetzen. Die ebenso oft in der Beiz wie in der Kirche gastierenden Jogger erhielten sogar einen Turnhallenschlüssel. Bis sie den Saal der körperlichen Ertüchtigung (nicht die Garderobe) gemeinsam mit den Frauen benützten. Doch selbst diese Entwicklung liess sich in Mosnang nicht aufhalten, und so wurde die Läuferriege zu einem erfolgreichen Vorzeigeverein, dessen alljährlicher Geländelauf über die Region hinaus bekannt und beliebt war.

Grosse Konkurrenz

55 Jahre später treffen sich die Aktiven nicht mehr nach den Sommerferien, sondern vor dem grossen Urlaub im Seilzieher-, Läufer- und Radballer-Dorf. Längst lebt der Anlass nicht mehr nur von den Zweibeinern, sondern auch die bikenden Zweirädler (Run & Bike) sind dazugekommen. Ohne die zweite Disziplin gäbe es die traditionelle Breitensport-Veranstaltung mit Spitzensportlern vielleicht nicht mehr. Es gibt sogar Allrounder, die im Sinne einer höheren Beteiligung (nicht wegen des Preises) zweimal starten.

Den Mosnangern ergeht es wie vielen Vereinen: Sie müssen sich um die Starter bemühen, sie bewerben, einen wesentlich grösseren Aufwand betreiben, damit nicht alle Klassierten auf einer Ranglistenseite Platz finden. Die Konkurrenz durch andere Sporttage ist gestiegen, andernorts wird mit Preisgeldern gelockt. Gleichzeitig mit dem zum Toggenburger Cup zählenden Bikerennen in Mosnang findet eines in Roggwil/Arbon statt. Der Sieger erhält 500 Franken, der Siebte 100 Franken, der Zwölfte 55 Franken. Logisch, dass sich die «Rädlibuebe» Richtung Bodensee verschieben.

Rahmenprogramm ausgebaut

«Nur» mit den meist nicht aus dem näheren Einzugsgebiet stammenden rennenden Jägern und Gejagten wird das Treffen kaum zum Dorffest. Also gilt es das Angebot zu erweitern. Bei der Kreuzegg Classic spielt sich der publikumswirksame Teil im Zentrum mit Dorflauf, Inline-Skating, Einrad oder Scooter ab. Mann und Eltern trifft sich mehrheitlich nicht unterwegs auf den Hausberg, sondern beim stimmungsvollen Plausch rund ums Schulhaus. Auch die Mosnanger haben seit des Pfarrers Veto etappenweise nachgezogen. Einerseits dank diverser Streckenanpassungen bekommen die Besucher die Läufer, Walker oder Biker mehrmals zu sehen, andererseits wird das Rahmenprogramm stetig ausgebaut. Auch eine Plauschstafette fehlt diesmal nicht. Die Nummer eins des Trios trägt Gummistiefel, die zwei Badehosen und die drei eine Sonnenbrille. Statt des altehrwürdigen Stabes wird nun eine Fischerrute übergeben – und jede Gruppe darf einen Preis fischen.

Gegenbesuche fehlen

Ein Grund, weshalb sich Aufwand und Ertrag bei solchen Sportanlässen teilweise kaum mehr rechnen, sind auch die fehlenden «Wie du mir, so ich dir»-Gegengeschäfte. «Wir besuchen die Frauenfelder, sie uns», erzählt Mägi Brändle, die Laufleiterin der LR Mosnang. «Spielen solche Absprachen nicht mehr, wird es noch schwieriger, ein richtiges Feld zusammenzubringen», sagt nicht nur die einheimische Langstreckenspezialistin. Solidarität wäre gefragt. Sie hat festgestellt, dass inzwischen viel geboten werden muss und vieles selbstverständlich wird. Keine Zusatzangebote für ihr Kerngeschäft brauchen die Organisatoren der Hulftegg-Stafette. Sie scheinen seit der Einführung der Inlinestrecke und dem angepassten Rundkurs das Ei des Kolumbus gefunden zu haben. Stafetten erleben allgemein einen vor Jahren kaum für möglich gehaltenen Attraktivitätsschub. Eine Anpassung nimmt dieses Jahr auch Alpsteinbike vor. Erstmals kann eine Runde mit dem Strassenvelo absolviert werden.

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