Wie der Vater, so der Sohn: Junger Urnäscher spielt Mörder in Erfolgsserie «Wilder»

Luis Kellenberger aus Urnäsch tritt in die Fussstapfen seines Vaters Philipp Langenegger und spielt in «Wilder» mit.

Nadine Küng
Hören
Drucken
Teilen
Die Dreharbeiten waren für den jungen Schauspieler Luis Kellenberger eine neue Erfahrung.

Die Dreharbeiten waren für den jungen Schauspieler Luis Kellenberger eine neue Erfahrung.

Bild: PD

Philipp Langenegger hat sich als Schauspieler mit Rollen in «Tatort» oder «Hanna – Folge deinem Herzen» längst einen Namen gemacht. Auch seine Frau Angie Kellenberger ist Schauspielerin und leitet Theatergruppen. Nun zieht der Nachwuchs der Urnäscher Familie nach – der zwölfjährige Sohn Luis spielt in der SRF-Erfolgsserie «Wilder» mit.

«Manche Dinge passieren von alleine», sagt Luis Kellenberger. So kam er zur Rolle im Krimi. Entdeckt haben ihn die Serien-Verantwortlichen durch eine Migros-Werbung. Dort hatte er 2018 zusammen mit seinem Vater und dem grossen Bruder Moriz mitgespielt. «Jetzt habe ich durch ‹Wilder› meine erste Rolle in einer Serie erhalten», sagt der Schauspieler stolz.

Aufklärungsarbeiten bei Dreifachmord

Die zweite Staffel der Krimiserie handelt von der Aufklärung eines Dreifachmordes in Thallingen, einem fiktiven Dorf im Berner Jura. Alle Opfer waren am Vorabend auf der Feier der Sägewerkfamilie Mulliger. Der Besitzer Charles Mulliger, gespielt von Ueli Jäggi, blickt auf seine Kindheit zurück – er wahrt ein dunkles Geheimnis. Luis Kellenberger nimmt die Rolle des jungen Charles in dessen Erinnerung ein. Charles begeht dabei einen Mord.

Zu Hause hat Luis Kellenberger die Rolle nur kurz geprobt. Philipp Langenegger sagt: 

«Für einen Film sollte man nicht zu viel üben. Sonst wirkt es nur unnatürlich.»

Das Team gab direkt am Set Tipps. Die Szenen, in welchen Luis Kellenberger zu sehen ist, wurden in einem Haus in La Chaux-de-Fonds gedreht. «Ich hatte nicht viel Text. Schwieriger war für mich der richtige Gesichtsausdruck», sagt er. Er konnte jedoch von seiner Schauspielerfahrung auf der Bühne profitieren: Er besucht eine der Theatergruppen, welche seine Mutter leitet.

Neue Erfahrungen beim Filmdreh

Die Erfahrung beim Filmdreh war neu für den Urnäscher. «Es waren viele Leute am Set. Nur schon für eine kurze Szene ist der Aufwand riesig.» Obwohl ihn die Dreharbeiten müde machten, hatte er Spass dabei:

«Es war ein tolles Erlebnis.»

Vorher sei er aufgeregt gewesen und danach erleichtert, als es geschafft war. «Es fiel mir dann aber doch leichter, als ich erwartet hatte.»

Am Dienstag lief die letzte Folge der zweiten Staffel. Die Tatsache, dass er in einem Film mitspielt, der schweizweit zu sehen ist, erfüllt Luis Kellenberger mit Stolz: «Das ist schon etwas Besonderes.» Selber hat er den Krimi noch nicht geschaut. Seine Eltern wollten ihn erst am Ende der Serie zeigen, wenn alle Folgen verfügbar sind. Der Schauspieler wird sich nun also bald am Bildschirm sehen können.

Nebenbei Schauspieler, hauptberuflich Handwerker

Luis Kellenberger besucht die fünfte Klasse in Urnäsch. In seiner Freizeit beschäftigt er sich gerne handwerklich. Er baut zum Beispiel selber Tischbomben und schraubt, obwohl er noch nicht damit fahren darf, am Töffli seines Vaters herum. Dazu passt sein Zukunftswunsch: «Ich möchte Zweiradmechaniker werden oder auf dem Bau arbeiten», sagt er. Schauspielern werde er wahrscheinlich nebenbei, hauptberuflich kann er sich das aber nicht vorstellen. Mit einem Blick zum Vater fügt er hinzu: «Ich kann es bei dir sehen – das wäre mir zu anstrengend.»

Hinweis: Unter www.srf.ch sind alle Folgen der zweiten Staffel von «Wilder» verfügbar.