WIDERSTAND: Windradgegner wappnen sich

Die IG Pro Landschaft bereitet sich auf rechtliche Schritte gegen die geplanten Windräder im Appenzellerland vor. Dafür sind bereits 30000 Franken zusammengekommen.

Lisa Wickart
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An der ordentlichen Vereinsversammlung der IG Pro Landschaft spricht Dino Duelli über die geplanten rechtlichen Schritte. (Bild: PD)

An der ordentlichen Vereinsversammlung der IG Pro Landschaft spricht Dino Duelli über die geplanten rechtlichen Schritte. (Bild: PD)

Lisa Wickart

redaktion@appenzellerzeitung.ch

Der Widerstand gegen die geplanten Windräder in Oberegg verstärkt sich. Die IG Pro Landschaft Ausserrhoden/Innerrhoden hat an der Vereinsversammlung von vorgestern im Oberegger Restaurant Landmark ihre Strategie bekannt gegeben. Der Verein hat vor, sämtliche rechtliche Mittel gegen die Windräder auszuschöpfen. Er rechnet mit einem Weiterzug bis vor Bundesgericht. «Wir sind mit einem Anwalt im Kontakt», sagt Vorstandsbeisitzer Dino Duelli.

Noch wartet der Verein auf die Machbarkeitsstudie der Anlage und den Entscheid des Kantons Appenzell Innerrhoden. Der Vorstand gehe von einem sehr langen Verfahren aus. Dafür benötigt der Verein hohe finanzielle Mittel: Pro Instanz und Verfahren rechnet er mit rund 20000 Franken. «Wir benötigen insgesamt etwa 120000 Franken für allfällige Verfahrenskosten», so Duelli. Bis dorthin ist es noch ein langer Weg: Auf dem kürzlich eingerichteten Konto für zukünftige Verfahrenskosten liegen erst 30000 Franken. «Wir benötigen mehr Geld», macht der Vorstand klar. Das Ziel von 120000 Franken soll mit Fundraisingkampagnen erreicht werden. Mit den bisherigen Spendengeldern auf dem Servicekonto zeigt sich der Vorstand zufrieden: Seit der Gründung letzten Jahres sind rund 14000 Franken an Spendengeldern zusammengekommen. Die höchsten Ausgaben des Vereins seien bisher Flyeraktionen und Inseraten zuzuschreiben. Auch die Abstimmung über die Energiestrategie 2050 von vergangenem März hat an der Versammlung für Gesprächsstoff gesorgt. Der Verein sieht die Annahme der Abstimmung als einen Fehler an. «Vor einem Jahr waren wir noch die einzigen Gegner der Windenergie in Oberegg», sagt Vereinspräsident Melchior Looser. Dies ändere sich langsam.

Das Oberegger Abstimmungsergebnis mit lediglich 79 mehr Ja- als Nein-Stimmen zeige, dass der Verein für ein Umdenken sorgt. «Windräder verschandeln die Landschaft» Die IG Pro Landschaft setzt sich seit der Gründung im Jahr 2016 gegen die geplanten Windräder in Oberegg ein. Die Initiantin der Anlage, die Appenzeller Wind AG, plant unter anderem zwei Windenergieanlagen im Gebiet Honegg/Oberfeld. Laut den Windradgegnern sei das Appenzellerland nicht für solche Anlagen geeignet. Sie kritisieren, dass die Windräder zu nah an angrenzenden Wohngebieten stehen würden. Zudem würde die Anlage die Landschaft verschandeln. Bis jetzt zählt der Verein rund 200 Mitglieder. Als Referenten hat der Verein den St. Galler Kantonsbaumeister Werner Binotto eingeladen, der selbst Mitglied der Pro Landschaft ist. Er plädiert für ein Umdenken in der Gesellschaft. Rund 30 Prozent des Stromverbrauchs eines Gebäudes würde durch Kleinigkeiten wie Handyladegeräte oder Ventilatoren verloren gehen. Man könne nicht Energie sparen wollen und gleichzeitig eine Wegwerfgesellschaft fördern.