Wichtige Stelleninhaber fehlen weiterhin

TOGGENBURG. Der Kreisturnverband Toggenburg ist mit über 11 000 Mitgliedern der grösste Kreisturnverband im St. Galler Turnverband (SGTV). Doch wenn es darum geht, Führungsaufgaben zu übernehmen, dann fehlt weitgehend die Bereitschaft.

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TOGGENBURG. Der Kreisturnverband Toggenburg ist mit über 11 000 Mitgliedern der grösste Kreisturnverband im St. Galler Turnverband (SGTV). Doch wenn es darum geht, Führungsaufgaben zu übernehmen, dann fehlt weitgehend die Bereitschaft. Dieses Fazit zieht der Vorstand des Kreisturnverbandes vor der Delegiertenversammlung, welche am 27. November in Wildhaus stattfindet, in einer aktuellen Medienmitteilung. Im Verbandsvorstand fehlen in der Administration wie in der technischen Abteilung wichtige Stelleninhaber. Gespräche und Informationsveranstaltungen verliefen bis heute negativ. Es steht wohl ein geschäftstüchtiger Vorstand an der Spitze, wird in der Mitteilung betont, es fehlen aber der Verbandspräsident, Vizepräsident, Leiter der Jugendabteilung, Active Sport und Gymnastik.

Keine goldene Nase

An mehreren Zusammenkünften wurde auf die Unterbesetzung der Verbandsspitze hingewiesen. Es wurden Konsequenzen aufgelistet. Wenn in der technischen Abteilung die Spitze fehlt, wirkt sich das nicht nur für den Verband negativ aus, die Vereine werden Einbussen erleiden bei Ausbildung, Wettkampfangebot, Jugendanlässen usw. Spricht man eine Turnerin oder einen Turner an, jammern alle über Stress, Freizeit, Weiterbildung und Verpflichtungen. Es stimmt, dass das ehrenamtliche Engagement etwas von seinem Selbstverständnis eingebüsst hat. Die Gründe dafür sind vielfältig. Wer für ein Amt im Turnverband angefragt wird, denkt wohl zuerst an die damit verbundenen Arbeiten und nicht an Prestige und Anerkennung. Natürlich, mit einem Vorstandsamt lässt sich keine goldene Nase verdienen. Oder ist es, weil der Turnverband als veraltete Organisationsform belächelt wird? Die vermehrte Berufstätigkeit, die eingeschränkte Freizeit, keine Pflichtgefühle, keine Bindung mögen ja weitere Gründe sein, dass die Lücken nicht mehr gefüllt werden können. Wenn dann noch Kursbesuche, Teamsitzungen und Versammlungen dazu gezählt werden, bleibt kaum noch Spielraum für persönliche Bedürfnisse.

Fusion angedacht

An drei Abenden stellte Verbandspräsident Thomas Hofstetter (Benken) die gegenwärtigen Verbandsprobleme vor. Aus den Diskussionen ging hervor, dass eine Strukturänderung vorgenommen werden muss. Die viele Jahre mit Erfolg geführten Verbände sind im Umbruch Ein Verband muss heute so geführt werden wie ein florierender Betrieb. Heute legt man grossen Wert auf Management. Das würde heissen, dass der KTV Togg. mit fünf Personen geführt wird. Die turnerische Kommission wird aufgelöst. Sämtliche turnerischen Aufgaben, Aus- und Weiterbildung werden durch den SGTV angeboten. Teilweise wird heute schon auf diesem Geleise gefahren. Die technische Abteilung des SGTV könnte mit initiativen Turnerinnen und Turner aufgestockt werden. Die Verhandlungen über eine Fusion sind angelaufen. Nicht nur der KTV Togg. beschäftigt sich mit diesem Problem, auch die Kreisverbände Rheintal und Oberland plagen sich mit den gleichen Fragen in der Abklärungsphase. Nun muss auch der SGTV die Situation überdenken. (pd)