Wichtig sind Familie und Bewegung

Rösli und Robert Frey aus Ebnat-Kappel stellen die Familie in den Mittelpunkt und benötigen die Bewegung als Alters-Prophylaxe. Nebst Wandern, Mountainbiken, Haus und Garten beschäftigt sich der SVP-Ortsparteipräsident mit der Zukunft des Toggenburgs.

Christiana Sutter
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EBNAT-KAPPEL. Morgen Samstag findet die organisierte Rundfahrt Alpsteinbike.ch – ein Breitensport-Bike-Anlass rund um den Alpstein – zum siebten Mal statt. Seit dem ersten Mal und auch dieses Jahr wieder dabei sind Rösli, die heute 67-Jährige, und Robert Frey, 72jährig. «Ich möchte Velofahren so lange es geht», sagt Rösli Frey. Das war aber nicht immer so. «Erst 50jährig habe ich angefangen Velo zu fahren», sagt Robert Frey. Natürlich nicht alleine. Bei den meisten Touren begleitet ihn seine Frau Rösli.

Zuerst waren es «alte Göppel»

Die erste grössere Velotour, die sie gemeinsam gefahren sind, war die 1998 letztmals durchgeführte Churfirsten-Rundfahrt. «Damals hatten wir noch diese schweren Kettler Fahrräder», erzählt ein sichtlich amüsierter Robert Frey. Am Start hätten die anderen Teilnehmer sie ausgelacht. «Bitti nei au, was wönd ihr mit denä altä Göppel», war zu hören von den angefressenen Strassenvelo-Fahrern. Schnell hat das Ehepaar festgestellt, dass es nicht mehr auf den Strassen fahren will. «Der Verkehr hat uns aufs Mountainbike getrieben», sagt der Ebnat-Kappler. Sie seien dann schliesslich ins Fahrradgeschäft ins Dorf gegangen, um sich Mountainbikes zu kaufen. «Der Verkäufer hat nicht schlecht gestaunt», erzählt er.

Robert Frey ist in der Oberrüti aufgewachsen. Seine Frau Rösli im Trempel. Kennen gelernt hätten sie sich beim Tanzen. Gearbeitet hat er während fünfzig Jahren bei der Schreinerei Ammann im Gieselbach in Ebnat-Kappel. «Schon die Lehre als Zimmermann habe ich dort gemacht», erzählt er. Nach der Heirat war es für ihn selbstverständlich, dass seine Frau Hausfrau und Mutter sein konnte. Die zwei Mädchen und zwei Knaben konnten so in einer «heilen Welt» aufwachsen. «Es war immer jemand da, wenn sie von der Schule nach Hause gekommen sind», sagt Rösli Frey. Heutzutage wäre es sehr wichtig, wenn der Beruf der Hausfrau und Mutter wieder an Stärke gewinnen könnte, sagt der engagierte SVP-Ortsparteipräsident Robert Frey. Die Erziehung müsse sowieso im Elternhaus erfolgen.

Die Natur als Lebensschule

Dazu beitragen könne auch die Natur, sie sei eine natürliche Lebensschule. Mit ihr könne das Verständnis und das Bewusstsein für andere Dinge gestärkt werden, und man lerne schon früh zu verzichten, ist er überzeugt. Das Toggenburg und die Natur biete Erholungsraum für viele Menschen. Dabei sei es wichtig, nicht immer grösser zu werden, sondern sich qualitativ zu verbessern. So sei es für ihn unverständlich, dass wenn schon Strassen im Obertoggenburg verbreitert werden, nicht gleichzeitig ein Veloweg entstehe. «Das wäre eine qualitative Verbesserung gewesen», sagt der begeisterte Mountainbike-Fahrer. Er habe auch schon mit Kantonsräten über dieses Problem gesprochen, aber geschehen sei nichts. Mit der Frage nach Velowegen habe er sich früher nicht beschäftigt, da er in jungen Jahren nicht Velo fuhr. Man habe früher sowieso noch nicht so viel Freizeit gehabt wie heute.

Der Sonntag war immer der Familie gewidmet, erzählt Rösli Frey. Sie waren dann am Nachmittag viel in der Natur unterwegs, bei jedem Wetter, betont sie. Gemeinsame Erlebnisse mit den vier Kindern seien jeweils auch die Zürichsee-Überquerungen von Männedorf nach Wädenswil gewesen, erzählt eine lachende Rösli Frey. «Ich konnte ja nicht einmal schwimmen, als wir uns kennen gelernt haben.» Ihr Mann habe ihr das Schwimmen beigebracht. «In der Wog, unten in der Thur. Da hat es einen Tümpel.» Auch den Mädchen, Rösli und Linda, habe er dort das Schwimmen beigebracht. Die beiden Söhne, Michael und Richard, hätten im Hallenbad in Nesslau schwimmen gelernt. «Dort habe ich manchmal an Wochenenden dem Bademeister ausgeholfen», fügt Robert Frey an, der dafür auch das SLRG-Brevet absolvieren musste.

Bewegung als Lebenselixir

Bewegung sei für sie ein wichtiges Lebenselixier. «Bewegung kommt bei uns ganz natürlich, wir müssen uns nicht zwingen. Sie hilft uns, gegen Gebrechen im Alter vorzubeugen», sagt Robert Frey. Manchmal zwicke es ihn schon im Rücken, «aber dagegen hat mir ein Physiotherapeut ein paar Übungen gezeigt.»

Gleitschirm und Mountainbike

Dass es noch andere Aktivitäten im Leben der Freys gibt, erzählt Rösli Frey mit einem Strahlen: «Unsere beiden Söhne sind begeisterte Gleitschirmflieger, wir haben noch einen Tandemflug vor uns.» Die kommenden Herbsttage sind auch Wandertage für die Freys. Ihre Lieblings-Touren seien auf den Altmann und den Speer. «Natürlich unter der Woche», sie hätten ja Zeit, sagt Rösli Frey. Auch das Mountainbikefahren komme nicht zu kurz. Jede Woche unternehmen sie zwei-, dreimal zusammen eine Tour. Damit sich Rösli Frey in ihrem sportlichen Ehrgeiz nicht übernimmt, fahre er immer vorne, sagt Robert Frey. «So kann ich sie etwas in den Schranken halten», fügt er schmunzelnd an. An der Rundfahrt um den Alpstein sei er sich aber nicht zu schade, auf einer Etappe den Shuttle zu benutzen, wenn er keine Kraft mehr hat. «Du kannst schon den Shuttle nehmen, wenn ich noch kann, fahre ich mit dem Bike weiter», informiert Rösli Frey ihren Mann bereits im Voraus.

Nach Wander- oder Bike-Touren, erholen sich Freys rund um das Haus. «Ich bin gerne in meiner Werkstatt», sagt Robert Frey. Dort stellt er Holzgegenstände für Tombolas oder Wettbewerbe her. Die Blumen rund ums Haus sind ein Hobby seiner Frau. Sie verbringt viel Zeit mit der Pflege der Blumen und dem Anpflanzen von Gemüse. Auch ein Zwetschgenbaum steht im Garten. «Jetzt sind die Früchte reif. Heute zum Mittagessen gibt es <Zwätschgäfladä> und eine Suppe», sagt sie. Dabei wird bereits wieder die nächste Mountainbike-Tour geplant.