WhatsAppitis

WhatsAppitis – ich stutzte zuerst, habe im Internet recherchiert und bin dabei auf eine Menge an Forschungsergebnissen (?) gestossen, die die Menschheit aufrütteln müssten, drohen doch Gesundheitsrisiken epidemischen Ausmasses! Sie, liebe Lesende der

Peter Abegglen
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Bild: Peter Abegglen

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WhatsAppitis – ich stutzte zuerst, habe im Internet recherchiert und bin dabei auf eine Menge an Forschungsergebnissen (?) gestossen, die die Menschheit aufrütteln müssten, drohen doch Gesundheitsrisiken epidemischen Ausmasses! Sie, liebe Lesende der Brosmete, sind in der glücklichen Lage, rechtzeitig die Gefahren zu vermeiden!

Eine junge Frau kam mit einer Sehnenentzündung beider Daumen in die Arztsprechstunde. Um mit Familie und Freunden gute Wünsche auszutauschen, hatte sie während der Weihnachtstage auf ihrem Smartphone stundenlang mit beiden Daumen Nachrichten auf dem Dienst WhatsApp geschrieben. Die Ärztin diagnostizierte «WhatsAppitis» und verordnete Entzündungshemmer und striktes Tippverbot.

Ganz ähnlich die Diagnose «Handy-Nacken», auch «Text-Neck» oder «Smartphone-Nacken», eine Folge der ständigen Nutzung von Tablets und Smartphones: Die Haltung mit gesenktem Kopf, gebeugten Schultern und gekrümmtem Rücken führe zu Muskelverhärtungen im Nackenbereich, sogenannten Myogelosen, ja sogar zum Verschleiss der Halswirbelsäule. Und auch die «iPhone-Schulter», Gelenkschmerzen infolge Anschauens von Videos mit ausgestrecktem Arm und verdrehter Schulter, sei eine zunehmende Krankheit. Britische Chiropraktiker sollen sogar davon ausgehen, Dauerstarren auf die Geräte könne das Leben verkürzen, weil die Folgeerscheinung «Rundrücken» das Risiko für tödliche Herz-Kreislauf-Erkrankungen erhöhe. Es wundert deshalb nicht, dass entzündungsgeplagten Gamern des «Nintendo Wii» bereits die Diagnose «Wiiitis» gestellt wurde. Allgemein gilt, dass für jede Konsole ein neues Krankheitsbild in irgendeiner medizinischen Fachzeitschrift veröffentlicht wird, wie beispielsweise die «eiternde Nintendinitis»: eiternde Handflächen infolge der Schläge auf den Joystick.

Ein bisschen einfacher sei die Vermeidung des «Space-Invaders-Handgelenks», der Spielautomatensehnenentzündung: schnell den Jackpot gewinnen.

Wenn wir jeweils mit blauen Flecken von einer Rammelei nach Hause kamen und ein bisschen jammerten, meinte die Mutter diagnosesicher: «Tüend no tömmer!»

Bild: Peter Abegglen

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