Wettspiel der Jungtambouren

UNTERWASSER. Der kleine, aber tüchtige Tambourenverein Wildhaus organisiert die 37. Ostschweizerischen Jungtambouren-Wettspiele. Nebst vielen Vorträgen und einem Festumzug durch Unterwasser wird Besuchern ein buntes Rahmenprogramm geboten.

Beatrice Bollhalder
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Unterwasser wird schon bald fest in Trommlerhänden sein. OK-Präsident Erich Vetsch freut sich auf die Jungtambouren-Wettspiele. (Bild: Beatrice Bollhalder)

Unterwasser wird schon bald fest in Trommlerhänden sein. OK-Präsident Erich Vetsch freut sich auf die Jungtambouren-Wettspiele. (Bild: Beatrice Bollhalder)

Ein grosses zweitägiges Fest ist am Wochenende vom 5. und 6. September in Unterwasser geplant. 230 Einzelwettspieler – im Alter zwischen zehn und zwanzig Jahren – sowie 23 Sektionen aus der Ostschweiz werden sich im Trommelspiel bewerten lassen. Dank dieses Anlasses kann das oberste Toggenburg rund 450 zusätzliche Übernachtungen verbuchen. Um die verschiedenen Wettvorträge über die Bühne zu bringen, sind jeweils ein ausgeklügelter Programmablauf sowie eine gute Infrastruktur und unzählige Helfer nötig. Als Organisator hat sich in diesem Jahr der Tambourenverein Wildhaus zur Verfügung gestellt. Wenn man bedenkt, dass dieser inklusive seiner vier Jungtambouren nur gerade ein Dutzend Mitglieder zählt, darf die Übernahme dieser Wettspiele als eine grossartige Leistung bezeichnet werden.

Unterstützung von vielen Helfern

«Ich bin dankbar für die tatkräftige Unterstützung, die uns von rund 100 Helfern zugesagt worden ist. Allein mit unseren Vereinsmitgliedern könnten wir einen solchen Anlass gar nicht stemmen», zeigt sich OK-Präsident Erich Vetsch begeistert vom Entgegenkommen der Bewohner zwischen Wildhaus und Alt St. Johann. Auch bei der Suche nach geeigneten Wettspiellokalen ist Vetsch bei Privatpersonen und den Gewerbetreibenden von Unterwasser auf offene Ohren gestossen. Den Organisatoren stehen nebst der Tennishalle, die als Festhalle dient, weitere 13 Lokale zur Verfügung. Und diese sind nötig, denn jeder der 230 Einzelwettspieler muss vor drei verschiedenen Juroren antreten. Die Einzelwettspieler sind in drei Stärkeklassen unterteilt. Aus den beiden stärkeren Klassen werden am Samstagabend ab 18.30 Uhr je deren zehn Teilnehmer zum Finalspiel in die Festhalle und in den Kindergarten aufgeboten.

Ein grosses Trommlerherz

Dem Organisationskomitee gehören neben Erich Vetsch auch Patrick Näf, Sybille Vetsch, Sylvia Forrer, Bruno Anderhalden und Remo Vogelsang an. Gerade dank Personen wie Patrick Näf, dem derzeitigen Präsidenten des Tambourenvereins Wildhaus, der einmal wöchentlich aus dem Kanton Thurgau extra für die Jungtambouren-Ausbildung nach Wildhaus kommt, konnte der 1979 gegründete Tambourenverein Wildhaus erhalten werden, ist Erich Vetsch überzeugt. Mit einem grossen Trommlerherz ist aber auch Erich Vetsch ausgestattet. Er hat nicht nur als Gründungsmitglied der Wildhauser Sektion viel für die Tambouren geleistet und in zahlreichen Jungtambouren die Liebe zu diesem Instrument geweckt, sondern auch in seiner 16jährigen Vorstandstätigkeit beim Ostschweizerischen Tambourenverband (OTV) für diese Musikrichtung viel gemacht.

Unterhaltung in der Tennishalle

Das OK hat mit der Bürgermusik Wildhaus, den «Hüglerbuebe» und vor allem den «Drums2Streets» ein buntes Unterhaltungsprogramm organisiert. Letztere, eine Formation aus sechs jungen Menschen aus Kreuzlingen, die mit Improvisationen und Kompositionen die Zuschauer begeistern, wurden 2012 durch ihren zweiten Rang bei «Die grössten Schweizer Talente» bekannt. Ausserdem sorgt DJ Mark an diesem Abend für den richtigen Rhythmus. Für jung und alt dürfte also für die passende Unterhaltung gesorgt sein. Die unter sechzehnjährigen Besucher können, wenn sie in Begleitung eines Erwachsenen erscheinen, von freiem Eintritt profitieren.

Am Sonntagmorgen treffen sich alle Teilnehmer der Wettspiele zum Frühstück in der Festhalle wieder. Übernachtungsmöglichkeiten werden ihnen in Gruppen- und Lagerhäusern in der Gemeinde geboten. Aber auch die Hotels profitieren von diesem Anlass. Einige sind dank der Tambouren und deren Begleitpersonen seit längerem ausgebucht.

An drei Wettspielplätzen – in der Festhalle, bei der Sägerei Forrer & Abderhalden und in der Werkstattgarage von Ammann & Huser – versuchen die Sektionen am Sonntagvormittag von den Juroren eine möglichst hohe Punktzahl zu erhalten. Hier kann es zu Vorträgen kommen, an denen zwischen fünf und 25 Tambouren teilnehmen. Von den 47 dem OTV angehörenden Tambourenvereinen nehmen über 20 Sektionen nicht am Jungtambouren-Wettspiel teil. «Das kommt daher, dass viele nicht mehr über genügend Nachwuchs verfügen», bedauert Erich Vetsch. «Es müssen nämlich mindestens fünf Tambouren zum Sektionswettkampf antreten. Einzelspieler wird es aber aus diesen Sektionen trotzdem geben», zeigt sich Vetsch zuversichtlich. Ein beeindruckendes Spiel dürfte den Zuhörern von den grossen Sektionen wie Wil oder Domat/Ems geboten werden.

Bunter Umzug durchs Dorf

Nebst dem Unterhaltungsabend in der Tennishalle dürfte auch der Umzug durch das Dorf vom Sonntagmittag zahlreiche Zuschauer anlocken. Bei schönem Wetter formieren sich die Tambouren beim Hotel Alpina und marschieren gemeinsam mit der Musikgemeinschaft Alt St. Johann-Stein im Takt Richtung Dorfplatz. Sollte das Wetter nicht mitmachen, überbrückt die Musikgemeinschaft Alt St. Johann-Stein die Zeit bis zur Rangverkündigung mit Blasmusik in der Festhalle. Für die besten Tambouren gibt es nebst viel Applaus auch schöne Erinnerungspreise. Ein gutes Drittel aller Teilnehmer wird an diesem Wochenende ausgezeichnet. Aber auch die Zuschauer gehen nicht leer aus, sie können sich mit Tombolalosen eindecken und dort schöne Preise abräumen.

Erich Vetsch freut sich auf die beiden Wettspieltage. «Ich bin überzeugt, dass es faire und schöne Wettkämpfe geben wird. Wir haben im Vorfeld von viel Goodwill und Unterstützung, auch in Form von Preisen, profitieren können. Es würde uns natürlich freuen, wenn die Bevölkerung an diesem Fest teilnimmt und sich vom «Trommlervirus» anstecken lässt», gibt Vetsch seiner Hoffnung Ausdruck, dass Unterwasser das «Trommeln» geniesst.

Samstag, 5. September: 10 Uhr Einzelwettspiele; 18.30 Uhr Vorträge der Finalisten; 21 Uhr Unterhaltungsabend. Sonntag, 6. September: 9 Uhr Sektionswettspiele; 13.30 Uhr Festumzug; 15 Uhr Rangverkündigung.