Wettkämpfe zwischen Tölt und Renntempo

BRUNNADERN. Ein Hauch internationales Flair wehte die vergangenen vier Tage durch das grosszügige Gelände des Reithofs Neckertal.

Jesko Calderara
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BRUNNADERN. Ein Hauch internationales Flair wehte die vergangenen vier Tage durch das grosszügige Gelände des Reithofs Neckertal. Seit vergangenem Donnerstag kämpften in Brunnadern 160 Reiterinnen und Reiter aus sieben Ländern an den Mitteleuropäischen Meisterschaften der Islandpferde um die einzelnen Titel. Der durch den Reithof Neckertal in Zusammenarbeit mit der Islandpferde-Vereinigung Schweiz organisierte Anlass fand zum ersten Mal überhaupt auf Schweizer Boden statt. An jenem Ort, der bereits 2009 Schauplatz der Weltmeisterschaft war. Auch dieses Mal bekam das zahlreich erschienene Publikum aus nah und fern bei meist trockenen sowie angenehmen äusseren Bedingungen die Elite mit ihren Pferden zu sehen.

Vier Toggenburger Teilnehmer

Zu den Mitteleuropäischen Meisterschaften gingen Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Grossbritannien, Frankreich, Slowenien, den Niederlanden, Österreich, Deutschland sowie der Schweiz an den Start. «Die Veranstaltung ist mit einer Europameisterschaft vergleichbar», sagt OK-Präsident Roger Scherrer, der zusammen mit seiner Frau Sandra den Reithof Neckertal führt. Die skandinavischen Länder fehlten jedoch, weil sie ihre eigene Meisterschaft bestreiten. Der Schweizer Equipe gehörten auch Sylvana Frigoli (Gähwil), Tanja Rolli, Sandra Scherrer (beide Brunnadern) und Urs Strässle (Lichtensteig) aus dem Toggenburg an.

Fünf Gangarten präsentieren

Während der einzelnen Wettkämpfe war bei Ross und Reiter höchste Konzentration gefragt. Auf der Ovalbahn mussten sie die Gangarten Schritt, Trab, Galopp, Tölt und Pass präsentieren. Fünf Richter bewerteten den Auftritt mit einer Note zwischen 0 und 10. Laut Roger Scherrer sind der Ausdruck, die Harmonie oder der Reitstil entscheidende Kriterien. Mehr das Tempo stand dagegen bei den Passrennen im Vordergrund. Dabei gilt es eine Strecke zwischen 100 und 250 Metern in möglichst kurzer Zeit in der vorgegebenen Gangart Pass zu reiten. Hinter all diesen gezeigten Leistungen stecke viel Arbeit und Training mit den Tieren, gibt Roger Scherrer zu bedenken. «Das sportliche Niveau an einer Mitteleuropäischen Meisterschaft ist hoch.» Einige der Teilnehmer seien sogar Berufsreiter.

Roger Scherrer hebt denn auch die Vorzüge des Islandpferds hervor, welche bei solchen Turnieren wie in Brunnadern besonders zu tragen kommen. «Es ist ein ausgesprochen leistungsfähiges und zu Höchstleistungen fähiges Pferd.» Auffallend sei aber auch dessen ruhiger und gutmütiger Charakter. Islandpferde könnten problemlos in grösseren Herden gehalten werden, erläutert Scherrer. «Die Rasse fällt zudem durch ein eher geringes Stockmass auf.»