Kanton AI antwortet auf Petition: Wesentliche ÖV-Verbindungen bleiben

Mit dem Fahrplanwechsel 2019 werde Oberegg in eine schlecht erschlossene Randregion verwandelt, wurde in einer Petition kritisiert. Das zuständige Amt sagt nun: Oberegg hat weiterhin ein attraktives Angebot.

Roger Fuchs
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Ein Postauto unterwegs von Oberegg Richtung Heiden, wo gemäss der Petitionäre keine optimalen Anschlüsse herrschen. (Bild: Karin Erni)

Ein Postauto unterwegs von Oberegg Richtung Heiden, wo gemäss der Petitionäre keine optimalen Anschlüsse herrschen. (Bild: Karin Erni)

«Keine Verschlechterung des Postautofahrplans» lautete der Titel einer Petition, die von über 300 Personen des Innerrhoder Bezirks Oberegg unterschrieben und im September dem Kanton übergeben wurde. Abhängig von Start und Ziel der Reise, würden sich die neuen Fahrplanzeiten von und nach Oberegg praktisch nur zum Nachteil des Bezirks ändern, hiess es. Zwischenzeitlich hat das Amt für öffentlichen Verkehr des Kantons Appenzell Innerrhoden die Anliegen geprüft. Amtsleiter Marco Seydel hält in einer Stellungnahme fest: «Bei einer Gesamtbetrachtung hat Oberegg weiterhin ein attraktives Angebot.» Es sei auch nicht so, dass einzelne Destinationen nicht mehr erreichbar wären. Der Weg zum Ziel sei aber allenfalls ein anderer. Eine nochmalige Überarbeitung des Fahrplans 2019 wird es gemäss Seydel nicht geben. «Damit die Angebote rechtzeitig geplant und bereitgestellt werden und die Fahrpläne pünktlich zur Verfügung stehen, mussten die Transportunternehmen die Fahrpläne für das kommende Fahrplanjahr 2019 bis Mitte August 2018 einreichen.» Aus diesem Grund seien erst wieder Änderungen ab dem Jahr 2020 möglich.

Konkret bemängelt die Petition vor allem die Anschlussverbindungen in Heiden. Damit verkennt die Petition gemäss Marco Seydel, dass die Anschlüsse ab Heiden nach St. Gallen, Trogen, Walzenhausen, St. Margrethen, Rorschach oder Rheineck nicht vom Kanton Appenzell Innerrhoden bestellt würden. «Auf diese Fahrplangestaltung besteht mit anderen Worten kein direkter Einfluss.» Zudem beteiligten sich Appenzell Innerrhoden und der Bezirk Oberegg auf der Linie Heiden-Heerbrugg finanziell mit einem Minderheitsanteil von rund 26 Prozent. Das bedeute, etwa drei Viertel der Deckungszahlungen («Abgeltungen») an PostAuto leisten die Kantone Appenzell Ausserrhoden und St. Gallen. Die verschiedenen Interessen würden entsprechend gewichtet.

Seitens des kantonalen Amtes wird weiter festgehalten, dass die Petition kein vollständiges Gesamtbild abgebe. So bestünden ab Oberegg den ganzen Tag kurze Anschlüsse in Heiden nach St. Gallen Bahnhof, morgens von 6 bis 7 Uhr und abends von 18 bis 19 Uhr über Eggersriet, in den Nebenverkehrszeiten über Rehetobel. Eine Verdichtung mit Zusatzkursen ab Heiden nach 18 Uhr soll für das Jahr 2020 geprüft werden.

Besserer Anschluss in Heerbrugg

Der aktuell grosse Mangel, dass Reisende in Heerbrugg 25 Minuten auf den Zuganschluss warten müssen, wird mit dem neuen Fahrplan verbessert. Damit werde beispielsweise Zürich über Heerbrugg-Sargans schneller erreicht als bisher über Heiden-St. Gallen, ist beim Innerrhoder Amt für öffentlichen Verkehr zu erfahren.

Reisen von Oberegg nach Rorschach seien neu über Rheineck 17 Minuten schneller als bisher. Diese Verbesserungen würden in der Petition nicht erwähnt. Die Petition stütze sich auf die Fahrplanentwürfe von PostAuto, wie sie von Mitte Mai bis Mitte Juni 2018 zur Stellungnahme öffentlich aufgelegt wurden. Die Entwürfe seien aber im Sommer teilweise angepasst worden. «Namentlich wurden auf der Linie Heiden-Oberegg-Heerbrugg am Morgen zwei zusätzliche Kurse eingefügt und damit der Anschluss an die Kantonsschule in Trogen sichergestellt», so Marco Seydel.

Hinweis

Die Öffentlichkeit hat im Hinblick auf den Fahrplan 2020 wieder im Rahmen der jährlichen Veröffentlichung der Entwürfe ab Mitte Mai die Möglichkeit, Verbesserungen vorzuschlagen: www.fahrplanentwurf.ch