Hängebrücke kann gebaut werden

Das St. Galler Verwaltungsgericht hat einer Beschwerde zur geplanten Hängebrücke über den Mattenbach bei Grub keine aufschiebende Wirkung erteilt. Das Projekt kann somit umgesetzt werden. Eingeweiht wird die Brücke im nächsten Jahr.

Astrid Zysset
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Im kommenden Januar würde die Hängebrücke über das Mattenbachtobel voraussichtlich erstellt sein. (Bild: Michel Canonica)

Im kommenden Januar würde die Hängebrücke über das Mattenbachtobel voraussichtlich erstellt sein. (Bild: Michel Canonica)

Unterschrieben hat er den Werkvertrag zwar noch nicht. «Aber zumindest halte ich ihn in den Händen», sagt Eggersriets Gemeindepräsident Roger Hochreutener triumphierend und lächelt. Dem Baubeginn für die geplante Hängebrücke über den Mattenbach, welche der Ortsteil Grub SG und die Gemeinde Grub AR verbinden soll, steht somit nichts mehr im Wege. Auch für die Gruber Gemeindepräsidentin Katharina Zwicker gilt der Erhalt des Vertrages als besonderer Meilenstein. «Wir freuen uns natürlich, dass damit schon bald der Startschuss zum Arbeitsbeginn möglich ist.» Wenn alles planmässig läuft, können die Tiefbauarbeiten kommende Woche beginnen.

Unlängst trafen sich Ingenieure, Brückenbauer wie auch die Projektverantwortlichen beider Gemeinden vor Ort und haben die Detailplanung vorgenommen. Das Gelände wurde begutachtet, die Zufahrt für die Baumaschinen bestimmt. Anschliessend wurde der Werkvertrag aufgesetzt und dem Eggersrieter Gemeindepräsidenten zur Unterschrift zugestellt. Diesem ist die Freude anzumerken: «Jetzt kann es endlich losgehen.» Sechs bis acht Wochen dauern die Bauarbeiten. Hochreutener hätte die Einweihung gerne als «schönen Weihnachtsanlass» gesehen. Doch daraus wird nichts. Materialbestellungen müssen noch vorgenommen werden. «Dann wird es halt Januar. Wird bestimmt ebenfalls ein schönes Fest werden.»

Zwicker sieht das anders. Sie spricht von einem Fest im Frühjahr, bei mutmasslich freundlichem Wetter und optimalen Rahmenbedingungen vor Ort. «Es wird mit Sicherheit einen offiziellen Akt geben, bei dem neben dem Sponsor, der St. Galler Kantonalbank, auch Vertreter der beiden beteiligten Gemeinden und Kantone anwesend sein werden. Selbstverständlich ist die Bevölkerung der beiden Grub sowie der umliegenden Gemeinden eingeladen.» Details zum Ablauf der Feier könne sie derzeit aber noch nicht nennen.

Keine aufschiebende Wirkung erteilt

Ursprünglich hätte die Brücke im Spätsommer realisiert sein sollen, die Einweihung war auf Herbst geplant. Doch eine Beschwerde im Submissionsverfahren machte einen Strich durch diese Planung: Die zweitplatzierte Firma, die bei der Auftragsvergabe leer ausgegangen war, hatte geklagt. Sie könne bessere Qualität garantieren und habe deshalb den Zuschlag verdient, argumentierte die Offertenstellerin aus dem Kanton Bern. Hochreutener sagt, dass deren Angebot aber preislich deutlich höher gelegen habe als dasjenige der Firma Seiler AG aus Bönigen, welche schlussendlich den Zuschlag erhielt.

Das Verwaltungsgericht des Kantons St. Gallen hat kürzlich der Beschwerde keine aufschiebende Wirkung erteilt. Dies bedeutet, dass der Werkvertrag mit der Seiler AG abgeschlossen werden kann. Der Prozess läuft indes weiter. Rund zwei Jahre könnte das Verfahren noch dauern, schätzt der Eggersrieter Gemeindepräsident. Am Schluss geht es um die Frage etwaiger Schadenersatzzahlungen. Wird die Beschwerde gutgeheissen, müssten eine solche die Gemeinden an die Berner Firma zahlen. Hochreutener sagt jedoch, dass er sich ebenfalls Forderungen vorbehält, sollten die Gemeinden das Verfahren gewinnen. «Die Aufwendungen für die Gerichtsverfahren läppern sich. Die werden wir in Rechnung stellen.» Die Chancen stünden nicht schlecht, dass die Gemeinden das Verfahren für sich entscheiden. «Dass der Beschwerde keine aufschiebende Wirkung erteilt wurde, zeigt ja, dass sie vom Gericht nicht als siegreich gewichtet wird.»