Werkhofchef geht in Pension

Nach 34 Jahren als Werkmeister im Kanton Appenzell Innerrhoden geht Edi Lang diesen Sommer in Pension. Im Laufe der Zeit ist sein Team immer kleiner geworden.

Roger Fuchs
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So kennt man Edi Lang: Stets war er bei Einsätzen mit dem roten Jeep unterwegs. (Bild: rf)

So kennt man Edi Lang: Stets war er bei Einsätzen mit dem roten Jeep unterwegs. (Bild: rf)

appenzell. Irgendwann sei es Zeit, einer jüngeren Person Platz zu machen, sagt Edi Lang. Ohne viel Wehmut geht der Chef des Werkhofs Bleiche Ende September offiziell in Pension. Kompensationstage und Ferien ermöglichen ihm allerdings, die Arbeit bereits am 23. Juli niederzulegen. «Er darf einfach den Budenschlüssel bis Ende September behalten», witzelt ein Mitarbeiter, der das Gespräch zwischen Lang und dem Journalisten im Pausenraum des Werkhofs verfolgt.

Edi Lang selbst tritt mit einem guten Gefühl ab, dies vorab dank seines Nachfolgers Ruedi Grob, der seit 1. April im Werkhof arbeitet. Der Übergang laufe so reibungslos, dass man den Wechsel kaum wahrnehme, so der baldige Pensionär.

Seit 16. August 1976

Edi Lang, geboren in Berneck und aufgewachsen in Oberegg, hatte nach der Schulzeit eine Lehre als Maurer absolviert. Später machte er noch eine Ausbildung zum Polier.

Bevor er im Werkhof Appenzell seine Arbeit aufnahm, war er drei Jahre auf seinen angelernten Berufen selbständig. Am 16. August 1976 wechselte er schliesslich in den Werkhof, wo er gleich von Anfang an die Leitung innehatte und einem Team mit 24 Mitarbeitern vorstand.

Aufgaben haben sich verändert

Die Aufgaben wie auch die Grösse des Teams haben im Laufe der Jahre einige Veränderungen erfahren.

Gehörten zu Beginn von Langs Werkhof-Karriere noch der Winterdienst, der Wasserbau wie auch der Strassenbau (Korrektionen, Unterhalt, Markierungen, Neubau) zu den Schwerpunkten, beschränken sich im Bereich Strassenbau die Aufgaben heute noch auf den Unterhalt. Zurückzuführen ist dies vor allem auf die steigende Anzahl Unternehmen, die im Tiefbau mitmischen. Folgedessen werden heute Arbeiten wie beispielsweise Korrektionen extern vergeben.

Andere Aufgaben sind dafür dazugekommen, so seien in den letzten Jahren vermehrt Trottoirs oder Radgehwege entstanden, die unterhalten und gereinigt sein wollen, sagt Edi Lang.

Das Team ist kleiner geworden

Dass heute im Gegensatz zu 1976 deutlich weniger Leute im Werkhof arbeiten – es sind noch exakt 13 Mitarbeiter – ist unter anderem auf die technische Entwicklung zurückzuführen: Der Maschinenbestand ist in den letzten Jahren erhöht worden.

Überdies hatte man in den 70er-Jahren gemäss Edi Lang noch viele Saisonniers. Nicht zu vergessen die Pensionierten, die sukzessive nicht mehr ersetzt worden seien. «Mit dem aktuellen Team können wir die Aufgaben zwar bestreiten, aber es darf keine krankheitsbedingten Ausfälle geben», so der abtretende Werkhof-Chef.

Reisen unternehmen

Wenn Edi Lang auf seine 34 Jahre im Werkhof Bleiche zurückblickt, so tut er dies mit lachenden Augen. Die Vielseitigkeit an seinem Job habe er sehr geschätzt.

Ferner habe er stets auf gute Mitarbeiter, welche ihn unterstützten, zählen dürfen. Auch der Umgang mit dem Bürger hat Edi Lang immer Freude bereitet. «Ich hatte es wirklich schön», fasst er zusammen.

Nun freut er sich, sein Leben etwas ruhiger anzugehen und spontane Reisen zu unternehmen. Da ihn die Baukunst interessiert, will er diverse Sehenswürdigkeiten in der Schweiz besichtigen. «Und eventuell schaffe ich es sogar einmal noch nach Kanada», sagt ein lächelnder Edi Lang.

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