Werkbeiträge 2015 vergeben

Dieses Jahr vergibt die Ausserrhodische Kulturstiftung Werkbeiträge in der Höhe von 70 000 Franken. Ausgezeichnet werden Künstlerinnen und Künstler in den Sparten bildende sowie angewandte Kunst, Literatur und Tanz.

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An der Feier der Werkbeiträge wird auch die diesjährige Artist-in-Residence-Stipendiatin Jeanne Devos gewürdigt. (Bild: pd)

An der Feier der Werkbeiträge wird auch die diesjährige Artist-in-Residence-Stipendiatin Jeanne Devos gewürdigt. (Bild: pd)

AUSSERRHODEN. Bildende und angewandte Kunst, Literatur und Tanz sind die Sparten, welche die Ausserrhodische Kulturstiftung dieses Jahr auszeichnet. Die Feier für die Werkbeiträge und das Artist-in-Residence-Stipendium findet am 9. Dezember in Hundwil statt. Renommierte Kunstschaffende neben jungen Talenten und Neuentdeckungen: Das ist auch im Jahr 2015 das inspirierende und erfreuliche Ergebnis der Jurierungen der Fachgruppen. Nicht beteiligt war die Sparte Musik, dafür gibt es Auszeichnungen für Angewandte Kunst – diese Sparten jurieren abwechslungsweise im Zweijahresrhythmus. 2015 vergibt die Ausserrhodische Kulturstiftung Werkbeiträge im Gesamtumfang von 70 000 Franken.

Gesellschaftliche Brisanz

Kunst als politische Intervention und Reflexion: Das kennzeichnet die Werkbeiträge 2015 in der Sparte bildende Kunst. Annina Frehner wird für ihre präzise und kompromisslose bildhauerische Arbeit ausgezeichnet. Die Künstlerin ist durch ihre Installation «Transit» an der Kulturlandsgemeinde 2012 in lebhafter Erinnerung. Wie die «Teleskope» damals, unternehmen auch ihre neuen Arbeiten gesellschaftliche Tiefenbohrungen im Spannungsfeld von Körper, Raum und Örtlichkeit. Der Fotograf Georg Gatsas erhält einen Werkbeitrag für die Weiterentwicklung seiner vielfach ausgezeichneten Porträt- und Landschaftsaufnahmen. Gatsas, in Waldstatt wohnhaft, forscht nach den Kennzeichen der «postmigrantischen Gesellschaft» – einerseits seit Jahren in der Dubstep-Musikszene Londons, andrerseits in der Schweiz, die er als Land der diversen Kulturen beschreibt und behauptet.

Stoffe und Öfen

Alltagspraktischer sind naturgemäss die Themen in angewandter Kunst und Design. Die aus Rehetobel gebürtige Textildesignerin Eva Regina Zuberbühler hat sich mit (in einem Team entwickelten) Duschvorhängen in innovativer Technologie und mit einer Stoffkollektion beworben. Die Sujets sind der Natur nachempfunden, Materialbehandlung und Gestaltung überzeugen durch hohe Ästhetik und Sorgfalt. Der in Heiden tätige Hafner Mike Heller ist mit funktional überzeugenden Stahlöfen bekannt geworden; darüber hinaus hat er sich das beinah ausgestorbene Know-how in der Herstellung von originalen Appenzeller Kacheln angeeignet und entwickelt die alte Handwerkstradition weiter.

Mit Anita Obendrauf kommt ein neuer Name in der literarischen Landschaft Ausserrhodens zum Zug. Die in Schwellbrunn lebende Autorin hat bisher in Zeitschriften publiziert und fürs Theater geschrieben. Sie überzeugt die Jury mit einem weit gediehenen Romanentwurf, einer zwischen St. Gallen und dem Alpstein verorteten Geschichte, die sich das familiär tabuisierte Thema des Kindsverlusts vornimmt.

Im Bereich Tanz geht ein Werkbeitrag an die in Schachen lebende Kjersti Sandsto. Gewürdigt wird ihr langjähriges Schaffen, dessen handwerkliche Reife und präzise Setzungen. Neben der Arbeit mit ihrer eigenen Compagnie, als Tänzerin wie als Choreographin ist sie auch als Tanzpädagogin tätig.

Artist in Residence

An der Feier gewürdigt werden zudem die diesjährigen Artist-in-Residence-Stipendiatinnen. Es sind die Schauspielerin Jeanne Devos und die Autorin Monika Slamanig, die je eine künstlerische Residenz planen können. Die Ausserrhoder Artist-in-Residence-Stipendien lassen den Bewerbern die Wahl des Orts, der ihnen die bestmögliche Inspiration bieten soll. Die Auszeichnung ist verbunden mit der Erwartung, dass Ergebnisse des Auslandaufenthalts anschliessend im Kanton präsentiert werden. Die Feier der Werkbeiträge und Stipendien bietet Einblicke in die Fördertätigkeit der Kulturstiftung und Live-Impressionen der ausgezeichneten Arbeiten. Sie findet am 9. Dezember um 20 Uhr im «Bären» Hundwil statt. Der Anlass ist öffentlich bei freiem Eintritt. (pd)