Werbung für Hemberg

Am Bergrennen Hemberg kamen sie alle auf ihre Kosten: Die Fahrer, die Zuschauer und alle, die zum Funktionieren der Veranstaltung beigetragen haben. Dabei erlebt jeder und jede den Tag im Zeichen des Rennsports auf seine persönliche, gute Weise.

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Freddy Sinner, letzter OK-Präsident des alten Bergrennen Hemberg

Die Leute, die das Bergrennen Hemberg neu aufgezogen haben, haben sich wahnsinnig Mühe gegeben. Wie man sieht, haben sie es geschafft: Der Anlass ist gelungen. Auf der neuen Strecke ist es natürlich etwas komplizierter, wegen der Rückführungen nach Bächli. Verbessert werden müssten höchstens Details wie die Getränkestände. Ansonsten bin ich absolut zufrieden. Die gewaltigen Zuschauermengen überraschen mich, doch sie zeigen, dass den Leuten der Autorennsport in Hemberg gefehlt hat. Ich arbeite heute hier als Speaker, weil mich mein Kollege Christian Mettler angefragt hat – und das, obschon ich 1990 gesagt hatte, dass man mich hier nie mehr sieht. Schliesslich hat man mir damals mein Bergrennen genommen.

Alessia Regazzoni

Tochter von Ex-Rennfahrer Clay Regazzoni

Ich freue mich, hier zu sein. Selber war ich nie hier, als mein Vater gefahren ist. Das kenne ich nur von Bildern. Doch ich bin mit Autos und Motoren aufgewachsen. Deshalb verfolge ich auch heute noch junge Tessiner Rennfahrer. Im Namen meines Vaters unterstütze ich Alex Fontana, denn es soll auch Schweizer Teams mit Schweizer Fahrern geben. Es ist darum schön zu sehen, wie ein Rennen in der Deutschschweiz so viele Besucher anziehen kann. Genau wie mein Vater immer gesagt hat: Es gibt viele Rennsportfans in der Deutschschweiz.

Alex Fontana

Rennfahrer Formel 2

Rennen fahre ich heute keins, aber ich biete Taxifahrten in Clay Regazzonis ehemaligem Ferrari F4 an. Natürlich würde ich gern einmal so fahren wie er, doch das ist schwierig, denn er war wirklich sehr gut. Die Atmosphäre in Hemberg gefällt mir, weil sowohl Autosport gelebt wird, als auch ein Fest gefeiert. Üblicherweise steht an anderen Rennen nämlich mehr der Rennsport im Zentrum.

Andreas Meile OK-Verantwortlicher Rennbetrieb

Für mich gab es hauptsächlich in den Vorbereitungen viel Arbeit, da ich als Schnittstelle zwischen Verein und ACS den Rennbetrieb nach Auto-Sport-Schweiz-Reglementen aufgegleist hatte. Heute kann ich keinen Einfluss mehr nehmen, darum kümmern sich die Fachleute des ACS. Das Einzige, was ich machen konnte, war, den ersten Fahrer, Fredy Amweg, an den Start zu begleiten. Das war ein sehr emotionaler Moment. Daneben helfe ich aus, wo immer es Leute braucht. Ich bin überwältigt vom Besucheraufmarsch.

Gebi Huber

Geschäftsführer Altherr Nutzfahrzeuge AG

Erwin Altherr hat das Bergrennen Hemberg schon früher unterstützt, daher war für uns klar, dass wir Sponsoren sein werden. Nicht nur wegen des Rennbetriebs, obschon wir Freude an Autos haben. Vielmehr wegen der Veranstaltung. Junge Leute, die so etwas aufleben lassen, etwas bewegen in der Region und Aufmerksamkeit für unsere Region erregen, begeistern mich.

Walter Fischbacher Gemeindepräsident Hemberg

Zwar bin ich kein riesiger Motorsport-Fan, doch vom heutigen Anlass bin ich begeistert. Zudem freut mich, dass auch die Bevölkerung Feuer und Flamme fürs Bergrennen geworden ist. Ich habe keinen Widerstand irgendwoher gespürt. Am meisten gestaunt hatte ich über die Hartnäckigkeit und dem durchdachten Konzept der Organisatoren. Ich bin überzeugt, dass so ein Event unserer Gemeinde künftig Touristen bringt, wenn auch nur für einen Tagesausflug. Das war schon vor 20 Jahren so – die Werbewirksamkeit eines solchen Anlasses darf man nicht unterschätzen.

Markus Hotz (Ex-Formel-2-Fahrer), Manuela Perrot (Witwe von Ex-Formel-2-Fahrer Xavier Perrot), Roland Salomon (Ex-Formel-2-Fahrer)

Wir und Manuelas Mann haben hier alle einmal gewonnen, halt immer mit zeitlichem Abstand. Das letzte Mal war ich, Markus Hotz, 1979 hier. Als Konstrukteur und Team-Chef waren wir halt häufig in den USA oder sonst wo im Ausland. Heute fahre ich mit einen alten Wagen aus dem Zeitraum 1977 am Rennen mit. Alleine, dass der Kanton die Bewilligung erteilt hat, finde ich, ist ein Grund, mitzumachen. Jetzt hier zu sein und den Leuten zu begegnen, die die gleiche Geschichte teilen wie wir, ist sehr schön. Ich erinnere mich, wie wir damals jeweils in der «Frohwies» eingekehrt sind nach dem Rennen. Deshalb sind wir hier: Um das Alte, was wir bewegt haben, aufleben zu lassen. Ich stecke meinen Glauben in die Jungen, die ebenso etwas bewegen sollen. Aus meiner Sicht wäre dies etwas im Bereich energieeffizienter Rennautos. Wenn der Rennsport vorlebt, dass energiesparende Autos funktionieren und toll sind, steigen die Leute auch darauf um.

Auch mich, Manuela Perrot, kennen viele noch, da und dort werde ich angesprochen, obschon mein Mann 1972 zu fahren aufgehört hatte. Ich finde es toll hier und ich hatte den Organisatoren genau das und dieses Wetter so gewünscht. Für mich, Roland Salomon, stand das Gewinnen gar nicht so im Vordergrund. Im Gegenteil, es war gar nicht lustig, alleine an der Spitze zu fahren. Mit zwei oder drei Rennwagen drumherum war es doch viel spannender. Und ehrlich gesagt mag ich das Formelfahren lieber, weil es so präzise ist. Für mich ist das im Vergleich zum Tourenwagenfahren echter Rennsport. Denke ich zurück an das, was wir in Hemberg erlebt haben, kommt mir spontan die «Bienenhüsli»-Kurve in den Sinn. Das war die oberste Kurve auf der alten Strecke, nach welcher man so schön Gas geben konnte. Manchen Fahrern lag sie nicht. Ich habe dort jeweils Punkte machen können.

Jürgen Dorsch

Fahrer mit regionaler Lizenz,

1401 bis 2000 ccm

Diese Strecke ist super. Sie bereitet zum Fahren ungemein Spass, ist extrem abwechslungsreich. Dass es zu Verzögerungen und Unterbrüchen kommt, ist üblich. Daher kann ich nur sagen, das Bergrennen Hemberg ist Hammer und muss unbedingt wieder organisiert werden.

Nöldi Forrer

«Taxifahrer» zugunsten der Stiftung «Kind und Krebs»

Es ist echt schön, hier zu sein. Die erste Fahrt war zwar noch etwas speziell, weil ich die Strecke noch nicht so im Griff hatte – doch so richtig Gas zu geben, ist schon toll, erst recht, wenn der Passagier meint, ich solle noch etwas mehr aufs Pedal treten. Von der Stimmung und dem Rennen bekomme ich gar nicht so viel mit, ich bin den ganzen Tag hier am Stand. Wobei es ein schönes Opfer ist, weil man etwas für einen guten Zweck tut.

Ueli H. Burkart

Präsident Toggenburg Tourismus

Dass ich heute von der «Taxifahrt» mit Nöldi Forrer Gebrauch mache, liegt daran, dass er mich darauf angesprochen hat, es zu tun. Weil es einem guten Zweck dient, bin ich natürlich dabei. Auch aus persönlichem Grund, da meine Frau an Krebs gestorben ist. Es wird sicherlich ein Kick. Als Vertreter von Toggenburg Tourismus sehe ich das Rennen aus spezieller Sicht. Zwar werben wir mit dem Authentischen, Ruhigen hier im Toggenburg. Es passt deshalb nicht ganz ins Gesamtkonzept von Toggenburg Tourismus, doch es passt ins Toggenburg. Das Toggenburg lebt dadurch. Denn auch im Beschaulichen hat Action Platz. Wenn ich sehe, wie viele Menschen hier sind und wenn davon nur 100 Personen wieder als Touristen wieder kommen, ist es den Event wirklich wert.

Edy Kobelt

Fahrer mit regionaler Lizenz, Mini Challenge Switzerland

Von der Rangierung her gesehen läuft mein Rennen nicht optimal. Ich habe zweimal einen Schaltfehler gemacht – das hat nichts mit dem Auto zu tun, sondern mit mir. Ich bin etwas verkrampft, spüre einen unheimlichen Druck, grad weil ich als Einheimischer hier fahren kann. Da werden der nasse Abschnitt im ersten Streckenteil und die enge Passage schnell zur Schwierigkeit. Doch zum Schluss ist es besser gegangen. Aber fühlen tue ich mich gut, ich meine, man sehe sich einmal diese Atmosphäre an! Die ist toll.

Erna Alder

Anwohnerin

Das Bergrennen Hemberg war schon vor vielen Jahren eine tolle Sache. Damals habe ich den Samariterposten betreut, mein Mann hatte Parkdienst gemacht. Ich hatte deshalb eine riesige Freude, als ich erfuhr, dass das Bergrennen wieder organisiert werden soll. Die ganze Familie freut sich. Sind wir ehrlich, in Hemberg läuft ausser der Viehschau nichts mehr. Das Rennen ist deshalb so schön, ich kann den ganzen Tag aus dem Fenster schauen und die Autos vor meinem Haus ansehen. Die ganze tiefen, die gefallen mir am besten. Ausserdem habe ich meine Garage zur Verfügung gestellt und Strom dürfen sie beziehen. Wie früher, damals hatte ich Hosen geflickt, die die Fahrer zerrissen hatten. Umfrage: Olivia Hug