Werbung für die Sek Trogen

Die Sekundarschule Trogen-Wald-Rehetobel öffnete gestern ihre Türen. Ziel der Veranstaltung war auch, die Gemeinde Rehetobel davon zu überzeugen, ihre Sekundarschüler weiterhin nach Trogen und nicht nach Heiden zu schicken. Der Entscheid darüber fällt Ende Monat.

Timo Züst
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TROGEN. Lehrer Curdin Jemmi zeigt auf eine Zeile der Folie, zählt von drei rückwärts und schaut die Klasse auffordernd an. Heute sind einige aufmunternde Worte nötig, bis die Klasse unisono den angezeigten Zungenbrecher vorliest: «Son chat chante sa chanson.» Die Zurückhaltung der Klasse ist verständlich, sind es doch heute nicht nur die aufmerksamen Augen des Lehrers, die sie beobachten, sondern auch die einiger Eltern und anderer Interessierter.

Einladung zum «Ineluege»

Gestern veranstaltete die Sekundarschule Trogen-Wald-Rehetobel nach dem Vorbild ihrer «Konkurrentin» in Heiden einen Tag der offenen Tür. Damit folgten die Schulverantwortlichen dem Wunsch zahlreicher Eltern – nachdem Rehetobel Verhandlungen über eine gemeinsame Oberstufe mit der Gemeinde Heiden aufgenommen hatte, waren die Verunsicherung und der Informationsbedarf gross (siehe Kasten). Beim «Ineluege» konnte den ersten vier Lektionen beigewohnt werden. «Bitte eintreten ohne zu klopfen», stand an den Türen der Schulzimmer. Dieser Einladung folgten über 30 Interessierte. Sie verfolgten den Unterricht und nahmen teilweise selbst den Stift zur Hand. Anschliessend an den morgendlichen Augenschein in den Lektionen fand eine Präsentation der Schulleiter Urs Breu und Peter Jäger statt. Die anfänglichen technischen Schwierigkeiten mit dem Beamer, die zu einem Raumwechsel führten, kommentierte Jäger mit der Aussage: «Etwas Bewegung schadet nicht, schliesslich sind wir eine bewegte Schule.»

Italienische Plaza

186 Schülerinnen und Schüler aus drei Gemeinden besuchen zurzeit die Sekundarschule Trogen. Dies sind rund 27 Prozent der gesamten Schülerschaft der Kantonsschule Trogen (KST). Die KST beherbergt zudem die Fachmittelschule, die Berufsfachschule Wirtschaft, das Mittel- und das Obergymnasium. Diese geteilte Nutzung birgt, laut Breu, viele Chancen für die Sekundarschule: «Die Gymnasiastinnen und Gymnasiasten sind unglaublich inspirierend für unsere Schülerinnen und Schüler. Ausserdem haben wir eine betreute Bibliothek direkt auf dem Schulgelände, das kann sich keine unabhängige Sekundarschule leisten», warb Breu für die Sek Trogen.

Das Schulgelände von Kantons- und Sekundarschule bietet einiges. Die Schüler der Sekundarschule verfügen beispielsweise über einen Basketballplatz, eine gemütliche Terrasse und ab Januar auch über eine frisch umgebaute Mensa. «Das Leben findet auf dem Schulgelände statt. An schönen Tagen fühlt man sich hier wie auf einer italienischen Plaza», so Jäger.

Abholen und begleiten

«Wir wollen die Kinder bewusst in ihrer Gemeinde abholen und in die Schule nach Trogen begleiten», sagt Lehrerin Nathalie Carrier. So sei es zu einer Tradition geworden, dass jeweils eine Lehrperson die neuen Schüler am ersten Schultag in ihrer Wohngemeinde abholt und mit ihnen zum Kastenloch wandert. Dort, beim «Mittelpunkt» der drei Gemeinden, treffen sich die frischgebackenen Sekundarschülerinnen und Sekundarschüler zum ersten Mal, das Kennenlernen kann beginnen.

Ungewisse Zukunft

Seit August dieses Jahres leiten Peter Jäger und Urs Breu die Sekundarschule. Beide sind als Lehrer in derselben Schule tätig, und die kooperative Leitung ermöglicht es ihnen, die Lehrtätigkeit fortzusetzen.

Diese Lösung hat laut Jäger und Breu gegriffen, und es sei ihr Wunsch, diese Zusammenarbeit auch in Zukunft beizubehalten. Die baldige Entscheidung des Gemeinderates Heiden über die Zukunft ihrer Sekundarschüler lässt allerdings keine weitgreifende Planung zu. «Die jetzige Situation ist ideal für uns, doch die Zukunft ist noch ungewiss», so die Schulleiter.