Wer zu lange wartet, ist zu spät

Wer mitbieten will, muss schnell sein. Das wird bald einmal klar, nachdem Bruno Furrer am Städtlifest die Kalber-Gant des Chössi- Theaters eröffnet hat. Als erstes steht der gesamte Gemeinderat zur Steigerung da. Es ist einmalig, dass sich diese Politiker kaufen lassen.

Sabine Schmid
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Gantrufer Bruno Furrer (rechts) macht «Kalbereien» zu Geld, so auch einen Auftritt der Los Buntos Gäng. (Bild: Sabine Schmid)

Gantrufer Bruno Furrer (rechts) macht «Kalbereien» zu Geld, so auch einen Auftritt der Los Buntos Gäng. (Bild: Sabine Schmid)

Wer mitbieten will, muss schnell sein. Das wird bald einmal klar, nachdem Bruno Furrer am Städtlifest die Kalber-Gant des Chössi- Theaters eröffnet hat. Als erstes steht der gesamte Gemeinderat zur Steigerung da. Es ist einmalig, dass sich diese Politiker kaufen lassen. Und das Eröffnungsangebot ist gar nicht so hoch: Für 25 Franken wäre der Gemeinderat zu haben. Das Publikum steigert sofort mit, quasi im Sekundentakt steigt der Preis. «Ufe mit de Finger», fordert Bruno Furrer heraus. «Zum ersten…, zum zweiten…», dann eine kurze Pause und schon wieder steigt das Angebot um zehn Franken. «Gell, es ist gefährlich, so lange zu warten», rät der erfahrene Gantrufer. Schliesslich verebben die Angebote. Der Gemeinderat bringt 180 Franken ein. «Wii und Ässe choschtet emol meh», kommentiert Bruno Furrer den Kaufpreis.

Marktwert steigt rasch

Nicht immer läuft die Versteigerung so gradlinig. Mehr als einmal muss Bruno Furrer den Einstandspreis senken. «Hinderschi steigern», nennt er das. Er bemerkt jede kleinste Regung der Bietenden, regt ununterbrochen dazu an, den Finger zu heben. «50, es liegt dir auf der Zunge», sagt er und derjenige, den er anschaut, nickt. Zum Renner wird ein Konzert der Los Buntos Gäng. «400 hämmer, ab dem Moment nämeds d Instrument mit, gell», sagt Bruno Furrer. Doch sein Argument zieht nicht mehr, das Angebot wird nicht übertroffen.

Bücher, Plakate, Kühe

Allerlei Gegenstände rund ums Thema Kuh wechseln die Besitzer. Bei einigen – vor allem bei den Überraschungspaketen – wird fleissig geboten, andere gehen zum Einstandspreis weg. Gratis dazu gibt es die Sprüche von Bruno Furrer. «Wir haben hier einen Alpsegen, nun musst du nur noch die Alp dazu kaufen», sagt er beispielsweise. Zum Schluss wird ein goldenes Kalb verkauft. Das ist dem Käufer 420 Franken wert. Bei der Gant kommen für die Kalberhalle über 2500 Franken zusammen.