Wer steckt hinter «appenzellerin»?

WOLLERAU. Zum Stichwort «Appenzellerin» liefert die Suchmaschine Google als erstes das Suchresultat «Appenzellerin – in der Innerschweiz». Dahinter verbirgt sich eine Frau aus dem ausserrhodischen Mohren.

Karin Erni
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Von Mohren nach Wollerau: Claudia Kellenberger-Krüsi. (Bild: pd)

Von Mohren nach Wollerau: Claudia Kellenberger-Krüsi. (Bild: pd)

Wer die Seite «Appenzellerin – in der Innerschweiz» anklickt, wird empfangen von einer braunen Kuh, die etwas nachdenklich in die Gegend blickt. Ist das nun die Appenzellerin? Doch nach etwas Recherche ist klar: Die Appenzellerin heisst Claudia Kellenberger-Krüsi, und mit Innerschweiz ist die Gemeinde Wollerau im Kanton Schwyz gemeint. Seit rund einem Jahr lebt sie hier mit ihrem Partner René und den beiden Kindern Jessica und Aurora.

Bauern als Traum

Aufgewachsen ist Claudia Kellenberger im ausserrhodischen Mohren. Sie ist aber keine Bauerntochter. «Wir hatten zwar etwas Obst und eigenen Wald zu Hause», erinnert sie sich. Doch das Bauern habe sie schon immer interessiert. Bereits mit 16 Jahren habe sie zum erstenmal die Idee gehabt, Bäuerin zu werden. «Doch das war damals ziemlich illusorisch», meint sie rückblickend. So hat Claudia Kellenberger denn zuerst den Beruf der Kondukteurin erlernt. Diesen hat sie jedoch nie ausgeübt, sondern ist nach der Lehre gleich ins Gastgewerbe eingestiegen. Diverse Saisonstellen führten sie durch die ganze Schweiz. Den Weg auf den Bauernhof hat sie schliesslich doch noch gefunden: Er führte über eine Partnerbörse im Internet. «Eine Fernbeziehung mit einem Bauern zu pflegen ist allerdings ziemlich schwierig», so Kellenberger. Daher stand schon bald fest, dass sie den Umzug wagen würde.

Leben auf dem Hof

Der circa 17 Hektaren umfassende Bauernhof der Patchworkfamilie ist malerisch oberhalb des Zürichsees gelegen. Bevölkert wird er von Milchkühen, Kälbern, Schafen, Hühnern, Kaninchen und einigen Katzen. Neben der Milch verkauft man auch Fleisch vom Hof im Mischpaket. «Die Leute schätzen es, wenn sie wissen, woher das Fleisch kommt.» Über den See geht der Blick an schönen Tagen bis zum Alpstein. Die Lage des Hofes ist atemberaubend schön, und tatsächlich überlegen sich die Bauersleute, im Garten ein Tipizelt aufzustellen, um Anlässe durchführen zu können. Dort könnte Claudia Kellenberger dereinst wieder ihre Fähigkeiten als Gastgeberin unter Beweis stellen.

Appenzellerin auf Facebook

Die Internetadresse www.appenzellerin.ch gehört ihr seit über zehn Jahren. «Mein Ex-Mann hat beruflich Webseiten gehostet. Durch ihn bin ich darauf gekommen, meine eigene Webseite zu erstellen», sagt Claudia Kellenberger. Heute nutzt sie die Internetseite als Blog, in dem sie ihre Gedanken niederschreibt oder Episoden aus dem Hofleben. «Jetzt im Winter habe ich dazu natürlich etwas mehr Zeit als im Sommer. Unter dem Namen appenzellerin.ch pflegt Claudia Kellenberger auch ein Facebookprofil. Dort erfahren Besucher zum Beispiel etwas über die Herstellung von grünen Smoothies oder Brennesselsuppe. Auch Neuigkeiten vom Bauernhof wie die Geburt eines Kalbes oder das Schlüpfen der Bibeli postet sie hier.

Den Umzug auf den Bauernhof hat Claudia Kellenberger nie bereut. Bei Besuchen in der Ostschweiz deckt sie sich jeweils mit «so Sächeli» ein, die es in der Innerschweiz nicht zu kaufen gibt, Appenzeller Siedwürste etwa.

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