Wer singt, pflegt keine Laster

Kantorei Toggenburg

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Die Sängerinnen und Sänger der Kantorei vor dem Britten-Konzert am 11. Dezember 2016 vor der Klosterkirche Neu St. Johann. Auch 2017 sind wieder zwei Produktionen geplant. (Bild: PD)

Die Sängerinnen und Sänger der Kantorei vor dem Britten-Konzert am 11. Dezember 2016 vor der Klosterkirche Neu St. Johann. Auch 2017 sind wieder zwei Produktionen geplant. (Bild: PD)

Die Kantorei Toggenburg besteht bereits seit 1969. 2012 wurde sie verkleinert und wirkt seitdem als reines Vokalensemble. «Ziel war eine Konzentration auf die musikalische Güte. Die Kantorei will den mehrstimmigen Chorgesang in hoher Laienqualität pflegen», sagt Markus Leimgruber.

Leimgruber ist Kirchenmusiker. Hauptberuflich ist er musikalischer Leiter der Pfarrei St. Peter in Wil. Er führt auch die Wiler «Singbox», die Kindern und Jugendlichen Chor- und Stimmbildungserfahrungen bietet. Diplome erwarb er an der Musikhochschule Luzern in Kirchenmusik, Orgel und Chorleitung. Meister- und Dirigierkurse belegte er bei Bernhard Haitink und Anders Eby. Ausserdem absolvierte er den Nachdiplomstudiengang in Orchesterleitung an der Zürcher Hochschule der Künste.

Seit 2012 brachte das Ensemble Werke von rund zwei Dutzend Komponisten zur Aufführung, unter ihnen Brahms, Purcell, Grieg, Eröd, Haydn, Monteverdi, Orff und Rutter. Ende 2016 wurde Brittens «Ceremony Of Carols» interpretiert, im Juni 2016 das variantenreiche Programm «Der Mond ist aufgegangen», und im Dezember 2015 war es eine Auswahl von Adventsmotetten des deutschen spätromantischen Komponisten Josef Gabriel Rheinberger. Im Sommer 2015 wirkte der Chor der Kantorei beim schweizweiten Chorprojekt «Cantars» mit «Gloria, Gloria, Gloria» mit. Konzertinhalte sind stets geistliche sowie weltliche Gesänge. Die Kantorei bestreitet ihre Konzerte in der Regel mit versierten Solistinnen und Solisten.

Die 16 Chormitglieder stammen aus der Region. Geprobt wird jeweils an der Kantons- sowie der Textilfachschule Wattwil. Der Chor zählt rund drei Dutzend Gönnerinnen und Gönner sowie Sponsoren aus dem Gewerbe der Umgebung und Freunde mit einem jährlichen Mitgliederbeitrag. Jedes Jahr wird ein Freundesanlass mit Speis, Trank und kleiner Konzerteinlage durchgeführt. Er findet dieses Jahr am 29. September statt.

Bereits steht die Kantorei Toggenburg mitten in den Proben für die neuen Konzerte vom Samstag, 17., und Sonntag, 18. Juni, in Nesslau und Oberhelfenschwil, wie an der Hauptversammlung zu erfahren war. Aufgeführt werden «geistliche und weltliche Motetten deutschsprachiger Komponisten». Diese sind Heinrich Schütz, Gottfried August Homilius, Johannes Brahms, Dora Rappard, Heinrich von Herzogenberg sowie Josef Gabriel Rheinberger. Die insgesamt dreizehn Stücke werden umrahmt von Textrezitationen zu den Liedthemen. Lesen wird die Wiler Schauspielerin Bigna Körner. Für die zweite Produktion dieses Jahres wird die Kantorei Toggenburg mit der Wiler «Stimmbox» zusammenarbeiten. Dies anlässlich deren zehnjährigem Bestehen.

Präsidentin Barbara Jäger gab an der Versammlung ihrer Genugtuung über die besonders guten Publikumszahlen und positiven Publikumsreaktionen im Jahr 2016 Ausdruck. Chorleiter Markus Leimgruber zitierte in einem kurzen Gedankentext anlässlich des Reformationsjahrs Martin Luther: «Musik ist ein reines Geschenk und eine Gabe Gottes. Sie vertreibt den Teufel, sie macht die Leute fröhlich und man vergisst über sie alle Laster.» Wer singe, so Leimgruber, sammle sich im Hier und Jetzt. Im Sinn Luthers bringe der Gesang die Menschen damit tatsächlich näher zu sich und näher zu Gott. «Wissenschaftlich führt Gesang zur Ausschüttung von Glückshormonen. Lasst uns also fröhlich singen», schloss Leimgruber, «damit das Vergessen der Laster gelingt.» (pd)

www.kantorei-toggenburg.ch