Wer sich gut vorbereitet, reklamiert nicht

Man müsste manch einem das Wesen eines Bergrennens erklären und wie man sich darauf vorbereitet. Es gibt immer irgendeinen, dem irgendetwas nicht passt. Bei 12 000 Leuten ist die Wahrscheinlichkeit, dass es mehreren nicht passt, grösser. Schade, dass diese wenigen am lautesten aufschreien.

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Man müsste manch einem das Wesen eines Bergrennens erklären und wie man sich darauf vorbereitet. Es gibt immer irgendeinen, dem irgendetwas nicht passt. Bei 12 000 Leuten ist die Wahrscheinlichkeit, dass es mehreren nicht passt, grösser. Schade, dass diese wenigen am lautesten aufschreien. «So eine miese Organisation habe ich noch nie gesehen», «da hätte es sich ja mehr gelohnt, den FCSG-Match zu schauen», «sieben Jahre Vorbereitung für diesen Flop?»,... Die Negativkommentare und Beleidigungen auf Internetforen überschlagen sich. Die langen Wartezeiten an den Getränkeständen, die fehlenden Shuttlebusse, das Anstehen am Kassenhäuschen oder die schlechte Sicht auf die Rennstrecke werden bemängelt. Irgendwer muss sich derart aufgeregt haben, dass er einen Blog eröffnete, sich mit dem Logo des offiziellen Bergrennen Hemberg schmückt und dort Schimpf und Schande austeilt.

Das erweckt den Eindruck, das Revival des Bergrennens Hemberg sei eine Katastrophe gewesen. Schade, wie solche Kommentare das Bild eines Events verzerren. Haben doch über 10 000 Personen ein Highlight erlebt. Eines, das unserer Region zugute kommt. Welcher Toggenburger Anlass kann schon so viele Menschen an einem Ort vereinen? Man könnte meinen, dass all jene, die ihren Frust im Internet kundtun, nie zuvor an einer Grossveranstaltung gewesen sind. Dort steht man auch nicht ohne Ticket einen halben Tag nach Geländeöffnung vor der Türe und erwartet Einlass und schon gar nicht, dass die besten Plätze noch frei sind. Und man geht auch nicht davon aus, dass man nie anstehen muss – geschweige denn, dass man der einzige Passagier im Shuttle ist.

So wie die Organisatoren nun ihre Lehren ziehen müssen, gilt das auch für einige Besucher. Die mangelnde Vorbereitung zeigte sich bei manchen ja schon am Schuhwerk. Am Berg trägt man nunmal Wanderschuhe. Olivia Hug

olivia.hug@toggenburgmedien.ch