Wer nichts wagt, ...

Brosmete

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... der nichts gewinnt! So lautet ein Sprichwort, welches sich schon so manchmal bewahrheitet hat. Auch Die Crew um Kino-Chef Yves Noël Balmer hat etwas gewagt, wie im nebenstehenden Text zu lesen ist. Am Freitagabend konnten sie einem aber schon etwas leidtun, als die zwölf männlichen Holzfiguren, der Bär und der Herold hoch zu Ross an einer Auktion versteigert werden, hätten sollen. Keine einzige kaufwillige Person erschien, die Figuren blieben demnach im Besitz des Kinos. Für einmal stimmt das Sprichwort also nicht. Noch nicht, besser gesagt. Vielleicht entpuppt sich der vermeintliche Flop ja zu einem späteren Glücksfall. Vielleicht ist die Käuferin oder der Käufer des gesamten Ensembles noch nicht auf dieses Bijou aufmerksam geworden.

Wer nichts wagt, der nichts gewinnt, gilt auch für das Museum Urnäsch. Inspiriert durch das Buch der Urnäscher Autorin (und Brosmete-Autorin) Esther Ferrari «Vo äägelige Urnäscher», wagten die Verantwortlichen, Dorfgeschichten und die damit verbundenen Menschen preiszugeben. Es ist die Rede von der vielfältigen Welt ausserordentlicher Menschen am Rande der Norm. Sehr wahrscheinlich haben sich auch diese Menschen dazumal gesagt, «wer nichts wagt, der nichts gewinnt!». Wie beispielsweise der «Blitzchog» alias Hermann Marti. Ein Schwabe, der kurz vor dem 1. Weltkrieg nach Urnäsch gekommen ist und sich hier kurzerhand in eine Einheimische verliebt haben soll. Obwohl diese Frau kurz vor der Ehe stand, hat sie sich entschieden, mit dem «Blitzchog» die Ehe zu ­begehen.

Es zeigt sich also, wer nie beim Misslingen einer Sache dabei sein will, der oder die soll nichts wagen. Immer schön dem Mainstream folgen und als oberstes Gebot dem Massengeschmack entsprechen. Für diese Leute wünsche ich mir, dass sie trotz stetiger Angst aufzufallen, dennoch ihren Spass im Leben haben.

Bruno Eisenhut